Bild: Christian Tetzlaff & Matthias Kirschnereit

Christian Tetzlaff & Matthias Kirschnereit

Kirchplatz 2
26826 Weener

Tickets ab 12,00 € *
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter: Ostfriesische Landschaft , Georgswall 1 - 5, 26603 Aurich, Deutschland
* Preise inkl. MwSt., pro Bestellung

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Veranstaltungsinfos

Den Geiger Christian Tetzlaff muss man bei den Gezeitenkonzerten nicht mehr vorstellen – denn er gehört seit der ersten Ausgabe 2012 zur Künstlerfamilie des Festivals und hat dem ostfriesischen Publikum bereits zahlreiche kammermusikalische Sternstunden bereitet – zuletzt 2022 bei seinem ergreifenden, seinem Freund Lars Vogt gewidmeten Solo-Konzert in der Johannes a Lasco-Bibliothek. Sein nunmehr siebtes Gezeitenkonzert bestreitet Christian Tetzlaff gemeinsam mit Matthias Kirschnereit. Die beiden Musiker widmen sich in Weener einigen Meisterwerken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Ein echter Hit ist das lebhafte Scherzo, das Johannes Brahms für die sogenannte „F.A.E.“-Sonate schrieb, ein Gemeinschaftswerk mit Robert Schumann und Albert Dietrich für den berühmten Geiger Joseph Joachim. Aus dessen Lebensmotto „frei, aber einsam“ wurde darin ein musikalisches Motto: Die drei Töne F, A, E bilden die Grundlage. Brahms unterschrieb die Partitur mit „Johannes Kreisler junior“, in Anlehnung an E.T.A. Hoffmanns romantisch getriebene Romanfigur des Kapellmeisters Kreisler. Dem Werk des 20-jährigen Brahms steht mit der Violinsonate op. 108 ein reifes, im Charakter eher ungestümes und düsteres Spätwerk gegenüber. Eduard Hanslick zählte die Sonate „zu dem Vollkommensten, was dieser Meister im Fache der Kammermusik geschaffen“.

Zu Leoš Janáceks Violinsonate gibt es eine kuriose Geschichte aus der Kategorie „so ändern sich die Zeiten“: Das leidenschaftlich-impulsive Werk entstand aus Freude über den russischen Einmarsch in die Heimat des Komponisten 1914, denn damals erhoffte sich Mähren die Unabhängigkeit von Österreich. Antonín Dvoráks bezaubernde Sonatine wiederum hat Matthias Kirschnereit, wie auch das F.A.E.-Scherzo, 2022 mit Daniel Hope gespielt. Sie ist eines von Dvoráks Werken aus der Neuen Welt, und viel deutlicher als bei seiner gleichnamigen Symphonie hört man hier den Unterschied zu seinem „böhmischen“ Stil. Es ist ein sehr beliebtes Werk, was wohl an ihrem hellen, freundlichen und sorglosen Tonfall und der eingängigen Melodik liegt.

Johannes Brahms (1833-1897)
Scherzo aus der F.A.E.-Sonate

Leoš Janácek (1854-1928)
Sonate für Violine und Klavier

Antonín Dvorák (1841-1904)
Sonatine G-Dur op. 100

Johannes Brahms
Sonate d-Moll für Violine und Klavier op. 108

Christian Tetzlaff (Violine)
Matthias Kirschnereit (Klavier)

Ort der Veranstaltung

Die Georgskirche in Weener wurde bereits 1230 erbaut und durch die Jahrhunderte hindurch mehrfach erweitert und umgebaut. Die ursprünglich schlichte, romanische Backsteinkirche wurde so zu einem gotischen Gotteshaus, in dem eine auch eine überregional bedeutende Schnitger-Orgel zu finden ist.

Um 900 entstand hier bereits die erste Kirche, damals noch aus Holz. Die ursprüngliche Kirche, die um 1230 erbaut wurde, kann man auch heute noch in den zugemauerten Portalen und den rundbogigen Fenstern erkennen. 1893 kam schließlich der letzte Anbau hinzu, der durch große Rundbögen mit dem bisherigen Gotteshaus verbunden wurde. Eine Besonderheit der Weener Georgskirche ist der Glockenturm aus Backstein, der 1738 erbaut wurde und separat auf der anderen Straßenseite steht.

Innerhalb der Georgskirche ist die Schnitger-Orgel das wertvollste Ausstattungsstück. Erbaut im Jahr 1710 vom bekannten Orgelbauer Arp Schnitger und dessen Söhnen, wurde sie immer wieder erweitert und renoviert. Die Orgel wird durch ihren Standort innerhalb des Kirchenraumes, einer Emporenbrüstung mit dahinter gemaltem Vorhang, besonders in Szene gesetzt und zeichnet sich auch durch ihren besonderen Klang aus.
Georgskirche Weener
Kirchplatz 1
26826 Weener