Veranstaltungsinfos
»Vor Dixie Burger ballten sich die Lieferanten, in Yamm-Gelb und in BringBring-Grün und Indie-Go-Blau und Chick-Chack-Rot.«
Sie sind omnipräsent und doch unsichtbar: Essenslieferanten. Fast jede*r hat ihre Dienstleistungen schon einmal in Anspruch genommen, doch nur die wenigsten kennen die Schicksale dahinter. Da ist zum Beispiel Filmon. Aus Eritrea ist er nach Tel Aviv geflüchtet, hat dort als Küchenhilfe gearbeitet, bis die Pandemie kam. Nun arbeitet er für einen Lieferdienst und hofft, eines Tages zu seiner Frau und seiner Tochter nach Deutschland reisen zu können. Die beiden sind schon seit Jahren in Berlin und bekommen dort Sprachunterricht von der Studentin Nina, die sich in einem Auslandssemester in Delhi in den Argentinier Ramón verliebt. Dessen Mutter sitzt derweil in Buenos Aires und versucht, mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig zu werden.
In sechs Episoden und über vier Kontinente hinweg erzählt Tomer Gardi in »Liefern« von den Überlebenskämpfen eines modernen Proletariats. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen nähert er sich seinen Figuren, die mit Ausbeutung, Rassismus und den Unsicherheiten einer globalisierten Welt zu kämpfen haben. Herausgekommen ist ein temporeiches und gewitztes Sprachkunstwerk, das in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer entstand, die Teile des Romans aus dem Hebräischen übersetzt hat.
Moderation: Shirin Sojitrawalla
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt »Stein, Papier« erschien 2011 auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. Für den Roman »Eine runde Sache« erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien ausgezeichnet. Für seinen neusten Roman »Liefern« hat Tomer Gardi über drei Jahre in sechs Städten vor Ort recherchiert. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer, die auch einen Teil des Buchs aus dem Hebräischen übersetzt hat.
Shirin Sojitrawalla hat Germanistik, Komparatistik und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als freiberufliche Journalistin mit den Schwerpunkten Literatur und Theater für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten. Sie ist Mitglied der Jury zur SWR Bestenliste sowie der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse.
Foto (c) Maximilian Gödecke
Sie sind omnipräsent und doch unsichtbar: Essenslieferanten. Fast jede*r hat ihre Dienstleistungen schon einmal in Anspruch genommen, doch nur die wenigsten kennen die Schicksale dahinter. Da ist zum Beispiel Filmon. Aus Eritrea ist er nach Tel Aviv geflüchtet, hat dort als Küchenhilfe gearbeitet, bis die Pandemie kam. Nun arbeitet er für einen Lieferdienst und hofft, eines Tages zu seiner Frau und seiner Tochter nach Deutschland reisen zu können. Die beiden sind schon seit Jahren in Berlin und bekommen dort Sprachunterricht von der Studentin Nina, die sich in einem Auslandssemester in Delhi in den Argentinier Ramón verliebt. Dessen Mutter sitzt derweil in Buenos Aires und versucht, mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig zu werden.
In sechs Episoden und über vier Kontinente hinweg erzählt Tomer Gardi in »Liefern« von den Überlebenskämpfen eines modernen Proletariats. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen nähert er sich seinen Figuren, die mit Ausbeutung, Rassismus und den Unsicherheiten einer globalisierten Welt zu kämpfen haben. Herausgekommen ist ein temporeiches und gewitztes Sprachkunstwerk, das in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer entstand, die Teile des Romans aus dem Hebräischen übersetzt hat.
Moderation: Shirin Sojitrawalla
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt »Stein, Papier« erschien 2011 auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. Für den Roman »Eine runde Sache« erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien ausgezeichnet. Für seinen neusten Roman »Liefern« hat Tomer Gardi über drei Jahre in sechs Städten vor Ort recherchiert. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer, die auch einen Teil des Buchs aus dem Hebräischen übersetzt hat.
Shirin Sojitrawalla hat Germanistik, Komparatistik und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als freiberufliche Journalistin mit den Schwerpunkten Literatur und Theater für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten. Sie ist Mitglied der Jury zur SWR Bestenliste sowie der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse.
Foto (c) Maximilian Gödecke
Teilnahmebedingungen
Bitte beachten!
Nacheinlass nur bis 20 Uhr möglich.
Ort der Veranstaltung
Seit 1988 gilt das freie Theater Künstler*innenhaus Mousonturm als eines der wichtigsten internationalen Produktionshäuser für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance in Deutschland. Sein Programm weist eine enorme Bandbreite von Tanz, Musik und bildender Kunst über Literatur bis hin zu Film und Hörspiel auf.
Im Mittelpunkt der Programm- und Vermittlungsarbeit stehen intensive Begegnungen, Kooperationen und Vernetzungen mit und zwischen Kunstschaffenden der darstellenden Künste in der Rhein-Main-Region, im deutschsprachigen Raum und an vielen Orten weltweit. Die mit dem Mousonturm verbundenen künstlerischen Praktiken vereinen unterschiedlichste Kenntnisse und Erfahrungen - aus Biografie und Alltag, aus kunst- und gesellschaftskritischen Diskursen sowie Einflüsse aus Pop-, Sub- und Soziokultur. Wie erfolgreich dieses Konzept ist, beweisen diverse Auszeichnungen sowie regelmäßige Einladungen zum renommierten Berliner Theatertreffen. Inzwischen ist das Künstler*innenhaus Mousonturm eine der ältesten Produktionsstätten für experimentelles und innovatives Theater in Deutschland und gilt darüber hinaus als wichtige Plattform für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.
Die Anreise zum Künstler*innenhaus Mousonturm gelingt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Die nächste Haltestelle der U-Bahn befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt, die Anbindung an den Hauptbahnhof ist exzellent.
Im Mittelpunkt der Programm- und Vermittlungsarbeit stehen intensive Begegnungen, Kooperationen und Vernetzungen mit und zwischen Kunstschaffenden der darstellenden Künste in der Rhein-Main-Region, im deutschsprachigen Raum und an vielen Orten weltweit. Die mit dem Mousonturm verbundenen künstlerischen Praktiken vereinen unterschiedlichste Kenntnisse und Erfahrungen - aus Biografie und Alltag, aus kunst- und gesellschaftskritischen Diskursen sowie Einflüsse aus Pop-, Sub- und Soziokultur. Wie erfolgreich dieses Konzept ist, beweisen diverse Auszeichnungen sowie regelmäßige Einladungen zum renommierten Berliner Theatertreffen. Inzwischen ist das Künstler*innenhaus Mousonturm eine der ältesten Produktionsstätten für experimentelles und innovatives Theater in Deutschland und gilt darüber hinaus als wichtige Plattform für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.
Die Anreise zum Künstler*innenhaus Mousonturm gelingt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Die nächste Haltestelle der U-Bahn befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt, die Anbindung an den Hauptbahnhof ist exzellent.