Bild: Summerwinds Festival: Duo Duor & Malion Quartett: Bridges – Brücken

Summerwinds Festival: Duo Duor & Malion Quartett: Bridges – Brücken

Duo Duor & Malion Quartett  

Klosterstraße 10
48477 Hörstel

Tickets ab 28,00 € *
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter: GWK e.V. , Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster, Deutschland
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Ermäßigungsinformationen

Ermäßigungen gibt es für GWK-Mitglieder, Studierende, Schüler:innen, Arbeitssuchende, Sozialhilfeempfänger:innen, Sozialdienstleistende, Schwerbehinderte (Ausweis).
Ist im Schwerbehindertenausweis ein B vermerkt, erhält die Begleitperson eine Freikarte. Rollstuhlplätze für Schwerbehinderte und die Freikarte für die jeweilige Begleitperson sind nur für barrierefreie Veranstaltungsorte und nur telefonisch bei der GWK buchbar unter Tel: 0251 591-3041

Bei entsprechend ausgezeichneten Konzerten zahlen Kinder, Student:innen, Schüler:innen und Auszubildende bis 25 Jahre 15 € pro Ticket. Bei Konzerteinlass ist ein entsprechender Ausweis vorzulegen.
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Veranstaltungsinfos

Duo Duor & Malion Quartett
Andre Tsirlin Saxophon
Hila Ofek Harfe
Alex Jussow Violine
Miki Nagahara Violine
Lilya Tymchyshyn Viola
Bettina Kessler Violoncello

Hebräisch "or" bedeutet Licht, aber auch Erkenntnis, Klarheit, Hoffnung. Im Licht der Hoffnung schlagen sie Brücken: Das Duo Duor, aus Klassik und Klezmer kommend, unter seinem alten Namen „Jerusalem Duo“ preisgekrönt und bejubelt, und das Malion Quartett, eins der international führenden Streichquartette seiner Generation. Hochvirtuos und ausdrucksstark, gekonnt wild oder überaus zart öffnen die Ensembles im innovativen Sextett- und Duo-Sound oder als Streichquartett Herzen und Ohren. Auf dem Programm: osteuropäisch gefärbte Klassik und packende neue Stücke, die den Klezmer weiterschreiben.

Der Klezmer, diese Mischung aus Wehmut und Tanz, ist ursprünglich die Festmusik der aschkenasischen Juden, der jiddisch-sprachigen Nachfahren jener jüdischen Gemeinden, die ab dem 10. Jh. im deutschsprachigen Raum lebten und später nach Osteuropa wanderten. Die dortigen Volksmusiken hat der Klezmer in sich aufgenommen.

Aus Klezmer-Themen machte der Russe Prokofjew 1919 in New York fesselnde Kunstmusik. Seine kosmopolitisch-moderne, zugleich nostalgische Ouvertüre eröffnet „Bridges“ mit heiteren Passagen in vitaler Motorik, scharfen Akzenten, vielschichtiger Harmonik, melancholischen Kantilenen. Der Ungar Béla Bartók dokumentierte die authentische Volksmusik seiner Heimat mit dem Phonographen, erforschte und transformierte sie in seiner Musik. Seine rumänischen Volkstänze hat er Siebenbürgener Bauern abgelauscht: Sechs Minuten Dorfschenke, kantig, erdig, leichtfüßig, stampfend, lyrisch-schwebend, dann Polka und Ekstase.

Imogen Holsts Fantasie ist voll innerer Dramatik, elegisch-schwermütig, aber mit energisch-lebhaften Passagen durchsetzt. Meditation, Tanz, höchste Ekstase in der Fantasie „In Chassidic Mood“ des israelischen Komponisten Gil Aldema. Sie nimmt den Niggun, den Gesang der südrussischen Chassidim auf, Melodien, die der Verzückung des Gebets entsprungen und als Ausdruck psychischer Spannungen verstehbar sind, die offenbaren, was in Worte nicht fassbar ist.

Der Israeli Amit Weiner, dessen Werke weltweit aufgeführt werden, verbindet in seiner Musik Klezmer mit neuen Kompositionstechniken und Sounds. Für das Duo Duor-Sextett schrieb er 2024 „Eschaton“ – Vollendung der Schöpfung. Dabei hatte er diese Legende im Kopf: König David interpretierte unsere siebenstufige Tonleiter als Symbol der Prinzipien der Schöpfung. Der unbekannte achte Ton wird hörbar, wenn der Messias kommt. Er setzt die Gottesherrschaft durch, den universalen Frieden, in dem Ende und Anfang der Welt zusammenfallen, das Paradies wiederkehrt. „Ich lebe in einem Land,“ so Weiner, „das permanent im Kriegszustand ist, und mein größter Traum war immer, die Welt zu einem besseren Ort zu machen durch die Kraft der Musik. Das ist kein Klischee; das ist tatsächlich meine Lebensaufgabe.“


Bridges – Brücken
Sergei Prokofjew (1891–1953): Ouvertüre über hebräische Themen, Op. 34
Béla Bartók (1881–1945): Rumänische Volkstänze, Sz. 56, bearb. für Saxophon und Harfe
Imogen Holst (1907–1984): Phantasy Quartet für Streichquartett
Amit Weiner (*1981): Eschaton – Song of Genesis
Gil Aldema (1928–2014): In Chassidic Mood

Ort der Veranstaltung

Im ehemaligen Kloster Gravenhorst befindet sich heute das DA Kunsthaus, in dem Besuchern und Künstlern eine Ideenwerkstatt und offene Kunstprojekte zur Verfügung stehen. Ein gemeinsames Schaffen von Kunst steht hier im Mittelpunkt und Künstler aus aller Welt treffen sich in Hörstel.

Das Kloster Gravenhorst wurde 1256 als Zisterzienserinnenkloster von Ritter Brochterbeck gegründet, dessen Tochter auch erste Äbtissin wurde. Im 18. Jahrhundert gründeten die Schwestern eine Mädchenschule beider Konfessionen, um s ihre Wichtigkeit für die Region zu untermauern. Einige Unterrichtsmaterialien sowie wertvolle Handschriften aus dem 12. Jahrhundert sind noch heute in der Klosterbibliothek erhalten. 1811 wurde die Abtei schließlich aufgelöst, das Kloster häufig verkauft und den verschiedensten Nutzungen, beispielsweise einer Champignonzucht, unterstellt. Die Gebäude enthalten zwar an vielen Stellen noch mittelalterliche Bausubstanz, gehen in ihrem Erscheinungsbild aber zurück auf die Zeit der Auflösung des Konvents.

Mittlerweile kümmert sich ein Förderverein um den Erhalt dieser historischen Anlage. Auch das DA Kunsthaus trägt natürlich zum Bewahren bei: Zahlreiche Workshops und Ausstellungen locken viele Besucher an, die hier zum Mitmachen, Mitdenken und Miterleben animiert werden.
Kloster Gravenhorst
Klosterstraße 10
48477 Hörstel