Shida Bazyar - »Die Lücken«. Buchpremiere.
Tickets ab 6,00 €
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Veranstalter:
Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V. , Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main, Deutschland
Veranstaltungsinfos
»Wer an Chronologie glaubt, glaubt auch an Erklärungen.«
Was ist Heimesbach? Einst ein verschlafenes Nest im Hunsrück, dann durch ein Schienennetz an ein ganzes Land angebunden, einst die Heimat von Jüdinnen und Juden, dann Gaumusterdorf. Es ist ein Ort, in dem ab 1945 jahrzehntelang geschwiegen wird, ein Ort, in dem Täter und Mitläufer nach dem Krieg in Gedenkstunden ohne jede Scham an die Deportierten erinnern – und in dem aber gleichzeitig auch Opfer späterer Kriege Zuflucht finden können. In Heimesbach gibt es Geister, die all das sehen, die Vergangenheit und die Gegenwart, die Geheimnisse und das, was offenliegt, die Lebenden, die Vertriebenen, die Toten.
In ihrem neuen großen Roman »Die Lücken« überblickt Shida Bazyar 90 Jahre deutscher Historie. So zersplittert, wie diese Geschichte ist, kommt auch der Roman daher: In zahllosen, sich mosaikartig auffächernden Episoden springen wir in den Jahrzehnten zwischen den 1920er und den 2010er Jahren. Shida Bazyar erzählt von Träumen und Albträumen und legt Schicht für Schicht frei, wie ambivalent ist, was wir »Heimat« nennen - denn dieses kaum greifbare Konstrukt konstituiert sich eben nicht, wie wir uns vormachen, durch unsere kollektiven Erzählungen und Erinnerungen – sondern ganz maßgeblich auch durch die Sollbruchstellen der Schuld, von denen wir zu sprechen nicht wagen.
Moderation: Björn Jager
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und wurde soeben verfilmt. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
Foto (c) Tabea Treichel
Was ist Heimesbach? Einst ein verschlafenes Nest im Hunsrück, dann durch ein Schienennetz an ein ganzes Land angebunden, einst die Heimat von Jüdinnen und Juden, dann Gaumusterdorf. Es ist ein Ort, in dem ab 1945 jahrzehntelang geschwiegen wird, ein Ort, in dem Täter und Mitläufer nach dem Krieg in Gedenkstunden ohne jede Scham an die Deportierten erinnern – und in dem aber gleichzeitig auch Opfer späterer Kriege Zuflucht finden können. In Heimesbach gibt es Geister, die all das sehen, die Vergangenheit und die Gegenwart, die Geheimnisse und das, was offenliegt, die Lebenden, die Vertriebenen, die Toten.
In ihrem neuen großen Roman »Die Lücken« überblickt Shida Bazyar 90 Jahre deutscher Historie. So zersplittert, wie diese Geschichte ist, kommt auch der Roman daher: In zahllosen, sich mosaikartig auffächernden Episoden springen wir in den Jahrzehnten zwischen den 1920er und den 2010er Jahren. Shida Bazyar erzählt von Träumen und Albträumen und legt Schicht für Schicht frei, wie ambivalent ist, was wir »Heimat« nennen - denn dieses kaum greifbare Konstrukt konstituiert sich eben nicht, wie wir uns vormachen, durch unsere kollektiven Erzählungen und Erinnerungen – sondern ganz maßgeblich auch durch die Sollbruchstellen der Schuld, von denen wir zu sprechen nicht wagen.
Moderation: Björn Jager
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und wurde soeben verfilmt. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
Foto (c) Tabea Treichel
Teilnahmebedingungen
Bitte beachten!
Nacheinlass nur bis 20 Uhr möglich.
Ort der Veranstaltung
Seit 1988 gilt das freie Theater Künstler*innenhaus Mousonturm als eines der wichtigsten internationalen Produktionshäuser für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance in Deutschland. Sein Programm weist eine enorme Bandbreite von Tanz, Musik und bildender Kunst über Literatur bis hin zu Film und Hörspiel auf.
Im Mittelpunkt der Programm- und Vermittlungsarbeit stehen intensive Begegnungen, Kooperationen und Vernetzungen mit und zwischen Kunstschaffenden der darstellenden Künste in der Rhein-Main-Region, im deutschsprachigen Raum und an vielen Orten weltweit. Die mit dem Mousonturm verbundenen künstlerischen Praktiken vereinen unterschiedlichste Kenntnisse und Erfahrungen - aus Biografie und Alltag, aus kunst- und gesellschaftskritischen Diskursen sowie Einflüsse aus Pop-, Sub- und Soziokultur. Wie erfolgreich dieses Konzept ist, beweisen diverse Auszeichnungen sowie regelmäßige Einladungen zum renommierten Berliner Theatertreffen. Inzwischen ist das Künstler*innenhaus Mousonturm eine der ältesten Produktionsstätten für experimentelles und innovatives Theater in Deutschland und gilt darüber hinaus als wichtige Plattform für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.
Die Anreise zum Künstler*innenhaus Mousonturm gelingt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Die nächste Haltestelle der U-Bahn befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt, die Anbindung an den Hauptbahnhof ist exzellent.
Im Mittelpunkt der Programm- und Vermittlungsarbeit stehen intensive Begegnungen, Kooperationen und Vernetzungen mit und zwischen Kunstschaffenden der darstellenden Künste in der Rhein-Main-Region, im deutschsprachigen Raum und an vielen Orten weltweit. Die mit dem Mousonturm verbundenen künstlerischen Praktiken vereinen unterschiedlichste Kenntnisse und Erfahrungen - aus Biografie und Alltag, aus kunst- und gesellschaftskritischen Diskursen sowie Einflüsse aus Pop-, Sub- und Soziokultur. Wie erfolgreich dieses Konzept ist, beweisen diverse Auszeichnungen sowie regelmäßige Einladungen zum renommierten Berliner Theatertreffen. Inzwischen ist das Künstler*innenhaus Mousonturm eine der ältesten Produktionsstätten für experimentelles und innovatives Theater in Deutschland und gilt darüber hinaus als wichtige Plattform für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.
Die Anreise zum Künstler*innenhaus Mousonturm gelingt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Die nächste Haltestelle der U-Bahn befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt, die Anbindung an den Hauptbahnhof ist exzellent.