Bild: Matinée Dorée mit Jazz, Rhönrad und Film - im Rahmes des Kultursommers RLP "Die Goldenen Zwanziger"

Matinée Dorée mit Jazz, Rhönrad und Film - im Rahmes des Kultursommers RLP "Die Goldenen Zwanziger"

Walzwerkstraße 22
57537 Wissen

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Veranstalter: kulturWERKwissen gGmbH , Walzwerkstraße 22, 57537 Wissen, Deutschland

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Veranstaltungsinfos

Die „Matinée Dorée“ beleuchtet die Goldenen Zwanziger aus der Perspektive weiblicher Selbstbestimmung und Aufbruchsstimmung – zwischen Jazzkultur, sportlicher Moderne und dem frühen filmischen Blick auf eine Frau, die ihre Zeit weit hinter sich ließ.

Louis Finest mit dem Jazz-Programm „A Night At The Cotton Club”

Die 6-köpfige Formation „Louis Finest“ wird Auszüge aus ihrem neuen Programm „A Night At The Cotton Club“ vorstellen. Damit wird an die Zeit des New Yorker Jazzclubs erinnert, die von der Jazzmusik der Bands von von Jimmy Luncefort, Duke Ellington, Cab Calloway geprägt war. Aber auch die Prohibitionszeit mit Gangsterfiguren wie Al Capone gehörten damals dazu.
Louis Finest spielt Songs aus der Zeit, teils im Originalsound, aber auch immer wieder in Versionen wie sie heute klingen würden. Dabei werden nicht nur die drei Hausbands zitiert, die die Hauptakteure darstellten, sondern auch verschiedene einzelne Künstler, die immer wieder als Gäste im Club auftraten, wie z.B. Billy Holiday, Ella Fitzgerald oder Louis Armstrong.

Das Rhönrad – sportliches Kultobjekt der 20er Jahre

Der Wunsch nach einem trainierten Körper und spielerischen Gemeinschaftserlebnissen brachte kollektive Inszenierungen hervor, (…) wie zum Beispiel das Rhön-radturnen. Dabei wurde ein kullerndes Sportgerät, das aus zwei Reifen in den Dimensionen von Leonardo da Vincis vitruvianischem Menschen bestand, von dem darin ein-geklemmten Sportler in Rotationen versetzt. Man wusste nicht so recht, ob der Mensch eingezwängt wirkte oder heroisch über sich hinausrollte, aber verführerisch war die durchaus skurril wirkende Eleganz des Rhönrads auf jeden Fall.

Erfunden hatte es der 1921 der Eisenbahner und Gewerkschaftler Otto Feick im Mainzer Militärgefängnis der französischen Besatzungsmacht, in das für zwei Jahre gesteckt worden war, weil er im patriotischen Widerstand Züge sabotiert hatte.

1927 war das Rhönrad schon so weit verbreitet, dass man es in Gruppen und Formationen bewegte, also synchron damit herumrollte. (…)

Hernach sang man das Rhönrad-Lied: „Beim Sport man wirklich es erst schön hat, besitzt zum Üben man das Rhönrad“. (angelehnt an Harald Jähner, Höhenrausch)

Filmvorführung im Anschluss: Fräulein Stinnes fährt um die Welt

„Die Villa des Industriemagnaten Hugo Stinnes, dem „König der Inflation“ lag in Hörweite der Berliner Avus. Vielleicht mag der Motorenlärm dazu beigetragen haben, dass seine Tochter Clärenore zeitlebens von Autos nicht genug haben konnte. Als die Avus eröffnet wurde, war sie zwanzig, mit 24 Jahren gewann sie die „All-Russische Prüfungsfahrt“, ein Jahr später, 1926, den Grand Prix von Deutschland – natürlich auf der heimischen Avus. Ein Jahr später startete sie im Alter von 26 Jahren zu einer Weltumrundung im Automobil, über weite Strecken durch Gegenden, die ein Auto noch nie gesehen hatten.“ (Harald Jähner, Höhenrausch) Dabei ließ sie sich von dem Kameramann Carl-Axel Söderström begleiten, um ihre fast zweijährige Reise dokumentieren zu lassen.

Söderströms historische Filmaufnahmen und seine Tagebucheintragungen sind der Ausgangspunkt von Erica von Moellers Film „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ aus dem Jahr 2009 mit der mehrfach europaweit preisgekrönten Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle.

„Das dokumentarische Material kombiniert Moeller mit nachgestellten Spielfilm-szenen. Auf der Fahrt überwanden Stinnes und Söderström Hindernisse wie den zugefrorenen Baikalsee oder die Anden in Südamerika und erlebten zum Teil brenzlige Situationen wie Überfälle von Räuberbanden oder Wassermangel. Da in den 20er Jahren in den meisten Gegenden kein Straßennetz existierte, fuhren die beiden zum großen Teil über völlig unbefestigte Wege oder einfach querfeldein durchs Gelände.“ (wikipedia)

„[… Carl-Axel Söderströms] faszinierende Dokumente bieten, frei von jeglichem Exotismus, seltene Einblicke in fremde Welten und zeigen von Tourismus und Infrastruktur gänzlich unberührte Gegenden. …“ (Lexikon des internationalen Films)

Ort der Veranstaltung

Wissbegierige aufgepasst: im rheinland-pfälzischen Ort Wissen gibt es so einiges an kulturellen Highlights zu entdecken. Das kulturWERKwissen befindet sich in einem ehemaligen Weißblechwerk und präsentiert regelmäßig von Musikern über Autoren bis hin zu Improvisationstheater unterschiedlichste Künstler auf hohem Niveau.

Vor über hundert Jahren wurde in Wissen in Rheinland-Pfalz das Weißblechwerk in Betrieb genommen. Damals wurden in den großen Hallen kunstvolle kleine Spielzeugfiguren aus Weißblech hergestellt, die in ihrer Produktion äußerst aufwendig und liebevoll gestaltet wurden. Nach Jahrzehnten voll von Produktionen, schlummerte die Industriehalle lange Zeit in einem tiefen Dornröschenschlaf bis 2002 engagierte Bürger den Förderverein kulturWERKwissen ins Leben gerufen haben. Die ehemalige Fabrikhalle wurde über 5 Jahre intensiv umgebaut und eröffnete 2009 als Multifunktionshalle ihre Tore. Der besondere, industrielle und vor allem großzügige Charakter der Halle wurde bei den umfassenden Renovierungsarbeiten beibehalten und so erstrahlt die Halle heute in altem Glanz. Sie kann auf unterschiedlichste Arten gestaltet werden und bietet beispielsweise bei einer mittigen Bühne circa 700 Besuchern Platz! Für den kleinen Ort Wissen, der selbst gerade einmal circa 8000 Einwohner zählt, absolut großartig!

Das kulturWERKwissen liegt direkt am Bahnhof Wissen-Sieg und damit an der Zugverbindung Köln-Siegen. Damit ist auch ein Besuch von Köln oder Siegen aus bequem mit der Bahn möglich. Vom Bahnhof aus ist das kulturWERKwissen durch die neue Fußgängerbrücke unmittelbar und barrierefrei erreichbar. Autofahrer nutzen bitte die Parkplätze Regiobahnhof, Richtweg/Hügelstraße, Parkdeck am Buschkamp, Bogenstraße sowie Am Stellwerk / Walzwerkstraße.
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