Bild: Lena Schätte liest - Das Schwarz an den Händen meines Vaters

Lena Schätte liest - Das Schwarz an den Händen meines Vaters

Lena Schätte  

Bruckstadel Dingolfing
Fischerei 9
84130 Dingolfing

Tickets ab 14,40 € *
Veranstalter: Kulturinitiative Dingolfing e.V. , Lindenstr. 57, 84130 Dingolfing, Deutschland

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je 14,40 €

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Veranstaltungsinfos

Im Frühjahr dieses Jahres erhielt Lena Schätte den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gleich zweimal, sowohl den Publikumspreis als auch den Hauptpreis, den Preis der Jury, und selten sprach sich eine Jury so einmütig für eine Siegerin aus wie diesmal. Mit ihrem ein Jahr vor dem Siegertext erschienenen Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ist ihr ein bewegendes Buch über das Aufwachsen in einer Familie aus den sogenannten einfachen Verhältnissen gelungen, für das sie neben zahlreichen Auszeichnungen auch für den Deutschen Buchpreis 2025, Longlist, nominiert wurde.

Lena Schätte, 1993 in Lüdenscheid geboren, debutierte 2014 mit dem Roman „Ruhrpottliebe“ und arbeitete als Psychiatriekrankenschwester, bevor sie ein Studium des literarischen Schreibens in Leipzig aufnahm. „Das Schwarz in den Händen meines Vaters“ ist ein harter, zarter Roman, ehrlich und roh, aber zugleich liebevoll. Wenn es darauf ankommt, hält die Familie zusammen. „Motte“ wird die Erzählerin von ihrem Vater genannt, aber eigentlich hat sie ja zwei Väter, wie sie nüchern feststellt, einen Vater, der mit ihr und ihren Geschwistern Verstecken spielt, und einen, der alkoholisiert im Garten seinen Rausch ausschläft. Aber auch Motte bleibt nicht nüchtern, sie trinkt sich an Wochenenden weit weg in eine andere Welt. Der unstillbare Durst, der beide verbindet, ist eigentlich ein Durst nach Liebe und Anerkennung. Motte ist verletzlich, aber auch stark, sie liebt ihrem suchtkranken Vater, auch als er seine Arbeitsstelle verliert und ein Pflegefall wird. Und sie weiß, wann es Zeit wird, Abschied zu nehmen, vom Vater und vom Alkohol.

15 Jahre, berichtet „Deutschlandfunk Kultur“, hat Lena Schätte gebraucht, bis dieser kompakte Roman fertiggestellt war, ein Text, in den zwar eigene Erfahrungen eingeflossen sind, der aber nicht als autobiografisch missverstanden werden darf. Trocken und knapp erzählt Lena Schätte eine exemplarische Geschichte, sie urteilt nicht, und verurteilt nicht. Der Text folgt nicht einem chronologischen Prinzip, sondern setzt die Bruckstücke des Alltags zu einem vielgestaltigen Mosaik des Erinnerns zusammen.

„Es ist einfach toll“, schwärmt Elke Heidenreich, „es ist ein Dorfroman, ein Familienroman, ein Suchtroman ... Ein ganz großartig liebevolles, auch nüchtern sachliches Buch.“ Und was Thomas Strässle von der Jury des Bachmann-Preises in seiner Laudatio über Schättes Siegertext sagt, gilt auch für den Roman: „Der Text geht ohne viel Spektakel in jedes Extrem und hat hinter jedem Wort eine unglaubliche Wucht. Das ist für mich ein Zeichen großer Literatur.“ Es ist ein Buch, das am Ende Hoffnung verbreitet. Motte sagt über ihren Vater am Schluss: „Er lächelt. Wir sind nüchtern und erwachsen.“

Lesung und Diskussion / Foto: Boris Breuer

Ort der Veranstaltung

Bruckstadel
Fischerei 9
84130 Dingolfing