Katharina Mevissen / Natascha Gangl & Christian Dierstein / Chor der Singenden Hände - Matinee zwischen Laut- und Gebärdensprache
Tickets ab 11,00 €
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Ermäßigung verfügbar
Veranstalter:
Literaturhaus Freiburg , Bertoldstrasse 17, 79098 Freiburg im Breisgau, Deutschland
Veranstaltungsinfos
Katharina Mevissen: Laut werden. Eine Rede
Am Abend des 12. Mai 2024, nach ihrer Dankesrede für den Droste-Förderpreis im Neuen Schloss Meersburg, macht Katharina Mevissen eine frappierende Entdeckung: Am Seiteneingang des Gebäudes liest sie auf einer Tafel von der Nutzung der Bischöflichen Barockresidenz am Bodensee u.a. als „Fräulein-Institut, nationalsozialistische Reichsfinanzschule und Taubstummenanstalt“. Ausgehend vom überholten Begriff „Taubstummenanstalt“ beginnt Mevissen eine Recherche zur Einrichtung, die in ihrer 72-jährigen Geschichte mehrfach „verlegt“ wurde. Im Landesarchiv stößt sie auf 33 Ergebnisse für den Standort Freiburg, 57 für Karlsruhe: „Bestände, die zur Sprache gebracht werden müssten … Hätte ich eine andere Ansprache geschrieben, hätte ich früher davon gewusst? Ich glaube: ja.“ Diese unerhörte Rede erklingt zum Abschluss des 40. Freiburger Literaturgesprächs und zum Auftakt der neuen Literaturhaus-Reihe „Laut werden“.
Wer spricht, wer wird gehört, wem geben wir unsere Stimme? Welche Narrative setzen sich durch, welche Geschichten bleiben unerzählt, wie verständigen wir uns? In Fragen des Hörens und Nichthörens offenbaren sich die Nahtstellen unserer Demokratie, politische Mechanismen von Macht und Verletzlichkeit, Widerstand und Teilhabe. Ein Vormittag für hörendes und Taubes Publikum, in deutsche Gebärdensprache gedolmetscht von Barbara Herold und Yvonne Weichsel.
Natascha Gangl, Christian Dierstein: Da Sta
Lesekonzert
Der Titel von Natascha Gangls Text „Da Sta“, mit dem sie 2025 den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann, bedeutet auf Südoststeirisch „Der Stein“, auf Slowenisch „Ja, sie sind“. In ihrer Heimat in der Steiermark treffen die Grenzen Österreichs, Ungarns und Sloweniens aufeinander – und mit ihnen drei Sprachen. Die Menschen und ihre Worte haben sich eingeschrieben in den Boden, sie steigen förmlich auf, sobald jemand darauf tritt, stehen im Raum, sofern man genau hinhört. So wie Natascha Gangl in ihrer akustischen Recherche, die sprachlich virtuos den Spuren eines NS-Verbrechens folgt, das gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hier verübt wurde.
Die Erzählerin geht dem Geheimnis eines privat errichteten Gedenksteins im Wald nach, stellt Fragen zu Erinnern und Vergessen, arbeitet mit Field Recordings und Interviews – und bricht mit dem Schweigen auch den Klang der Sprache auf. Hören, Schreiben, Sprechen sind für Gangl eine Einheit. Ihre Texte verbinden Dialekt, Mehrsprachigkeit und rhythmische Sprachkomposition zu akustischen Erzählräumen, ihre Leseperformances sind ein Erlebnis. Heute bekommt diese vielschichtige Literatur im Zusammenspiel mit dem Perkussionisten Christian Dierstein (Ensemble Recherche) eine weitere klangliche Dimension.
Chor der Singenden Hände
Abschlusskonzert
Zum Finale des 40. Literaturgesprächs feiern wir die Verbindung aus Chormusik und Gebärdenpoesie, einer Kunstform der Gebärdensprache. Der inklusive Chor der Singenden Hände begeistert seit 2023 mit seinen Auftritten und seinem innovativen Ansatz: In einem intensiven künstlerischen Prozess werden eigene und bekannte Stücke in mehrsprachige Arrangements überführt. Das Ensemble aus Tauben und hörenden Mitgliedern singt sowohl lautsprachlich als auch mit Gebärden. Aus Worten und Gesten in Bewegung erwächst ein besonderer Dialog zwischen Performer*innen und Publikum.
Im Literaturhaus treffen Werke von Ludwig van Beethoven auf Kompositionen von Johann Sebastian Bach, bevor die Matinee mit einem Medley aus Volksliedern und einem Wortspiel des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara ausklingt. Künstlerische Leitung: Sophia Kirstein (Chorleitung) und Stephanie Mündel-Möhr (Gebärdenpoesie).
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Fotos: Katharina Mevissen © Maischa Souaga, Natascha Gangl © Daniel Sostaric, Christian Dierstein © Peter Gwiazda, Chor der Singenden Hände © Leif Möhr
Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank
Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz
Kulturpartner: SWR Kultur
Datum: 8.11.2026, 11–13:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 11/7 Euro
Literaturgespräch
Literaturhaus
Am Abend des 12. Mai 2024, nach ihrer Dankesrede für den Droste-Förderpreis im Neuen Schloss Meersburg, macht Katharina Mevissen eine frappierende Entdeckung: Am Seiteneingang des Gebäudes liest sie auf einer Tafel von der Nutzung der Bischöflichen Barockresidenz am Bodensee u.a. als „Fräulein-Institut, nationalsozialistische Reichsfinanzschule und Taubstummenanstalt“. Ausgehend vom überholten Begriff „Taubstummenanstalt“ beginnt Mevissen eine Recherche zur Einrichtung, die in ihrer 72-jährigen Geschichte mehrfach „verlegt“ wurde. Im Landesarchiv stößt sie auf 33 Ergebnisse für den Standort Freiburg, 57 für Karlsruhe: „Bestände, die zur Sprache gebracht werden müssten … Hätte ich eine andere Ansprache geschrieben, hätte ich früher davon gewusst? Ich glaube: ja.“ Diese unerhörte Rede erklingt zum Abschluss des 40. Freiburger Literaturgesprächs und zum Auftakt der neuen Literaturhaus-Reihe „Laut werden“.
Wer spricht, wer wird gehört, wem geben wir unsere Stimme? Welche Narrative setzen sich durch, welche Geschichten bleiben unerzählt, wie verständigen wir uns? In Fragen des Hörens und Nichthörens offenbaren sich die Nahtstellen unserer Demokratie, politische Mechanismen von Macht und Verletzlichkeit, Widerstand und Teilhabe. Ein Vormittag für hörendes und Taubes Publikum, in deutsche Gebärdensprache gedolmetscht von Barbara Herold und Yvonne Weichsel.
Natascha Gangl, Christian Dierstein: Da Sta
Lesekonzert
Der Titel von Natascha Gangls Text „Da Sta“, mit dem sie 2025 den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann, bedeutet auf Südoststeirisch „Der Stein“, auf Slowenisch „Ja, sie sind“. In ihrer Heimat in der Steiermark treffen die Grenzen Österreichs, Ungarns und Sloweniens aufeinander – und mit ihnen drei Sprachen. Die Menschen und ihre Worte haben sich eingeschrieben in den Boden, sie steigen förmlich auf, sobald jemand darauf tritt, stehen im Raum, sofern man genau hinhört. So wie Natascha Gangl in ihrer akustischen Recherche, die sprachlich virtuos den Spuren eines NS-Verbrechens folgt, das gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hier verübt wurde.
Die Erzählerin geht dem Geheimnis eines privat errichteten Gedenksteins im Wald nach, stellt Fragen zu Erinnern und Vergessen, arbeitet mit Field Recordings und Interviews – und bricht mit dem Schweigen auch den Klang der Sprache auf. Hören, Schreiben, Sprechen sind für Gangl eine Einheit. Ihre Texte verbinden Dialekt, Mehrsprachigkeit und rhythmische Sprachkomposition zu akustischen Erzählräumen, ihre Leseperformances sind ein Erlebnis. Heute bekommt diese vielschichtige Literatur im Zusammenspiel mit dem Perkussionisten Christian Dierstein (Ensemble Recherche) eine weitere klangliche Dimension.
Chor der Singenden Hände
Abschlusskonzert
Zum Finale des 40. Literaturgesprächs feiern wir die Verbindung aus Chormusik und Gebärdenpoesie, einer Kunstform der Gebärdensprache. Der inklusive Chor der Singenden Hände begeistert seit 2023 mit seinen Auftritten und seinem innovativen Ansatz: In einem intensiven künstlerischen Prozess werden eigene und bekannte Stücke in mehrsprachige Arrangements überführt. Das Ensemble aus Tauben und hörenden Mitgliedern singt sowohl lautsprachlich als auch mit Gebärden. Aus Worten und Gesten in Bewegung erwächst ein besonderer Dialog zwischen Performer*innen und Publikum.
Im Literaturhaus treffen Werke von Ludwig van Beethoven auf Kompositionen von Johann Sebastian Bach, bevor die Matinee mit einem Medley aus Volksliedern und einem Wortspiel des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara ausklingt. Künstlerische Leitung: Sophia Kirstein (Chorleitung) und Stephanie Mündel-Möhr (Gebärdenpoesie).
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Fotos: Katharina Mevissen © Maischa Souaga, Natascha Gangl © Daniel Sostaric, Christian Dierstein © Peter Gwiazda, Chor der Singenden Hände © Leif Möhr
Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank
Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz
Kulturpartner: SWR Kultur
Datum: 8.11.2026, 11–13:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 11/7 Euro
Literaturgespräch
Literaturhaus
Ort der Veranstaltung
Im Herbst 2017 öffnete das Literaturhaus Freiburg erstmals seine Türen in der Bertoldstraße 17. Mitten in der Stadt, im Herzen der Alten Universität und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Theater, ist das Literaturhaus als Impulsgeber, Begegnungsort und literarische Produktionsstätte konzipiert.
Ein Veranstaltungssaal für bis zu 140 Personen, der flexibel auch für kleinere Formate nutzbar ist, ermöglicht Eigenständigkeit in der Programmplanung und ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen. Die Formate reichen von klassischen Lesungen über Podiumsgespräche und Vorträge bis hin zu Performances und spartenübergreifenden experimentellen Hör- und Seherlebnissen im Austausch mit benachbarten Künsten und Wissenschaften. Das Junge Literaturhaus Freiburg richtet sich mit einem breiten Angebot an Kinder, Jugendliche und Multiplikatoren.
Ein Veranstaltungssaal für bis zu 140 Personen, der flexibel auch für kleinere Formate nutzbar ist, ermöglicht Eigenständigkeit in der Programmplanung und ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen. Die Formate reichen von klassischen Lesungen über Podiumsgespräche und Vorträge bis hin zu Performances und spartenübergreifenden experimentellen Hör- und Seherlebnissen im Austausch mit benachbarten Künsten und Wissenschaften. Das Junge Literaturhaus Freiburg richtet sich mit einem breiten Angebot an Kinder, Jugendliche und Multiplikatoren.