Elegantes zu Dritt
Kammerkonzert mit Alexander Schütz, Marko Genero und Meret Eve Haug  
Tickets ab 20,00 €
*
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter:
Bochumer Symphoniker , Marienplatz 1, 44787 Bochum, Deutschland
* Preise inkl. MwSt.,
pro Bestellung
Veranstaltungsinfos
Programm:
Arnold Bax beschwor in seiner Musik die keltischen Wurzeln Britanniens, in deren Bann er als 19-jähriger durch Gedichte von Yeats geriet ("Der Kelte in mir stand auf."). Nicht zufällig wählte er für sein "Elegisches Trio" die Besetzung Flöte, Harfe und Viola: Die Harfe war eines seiner Lieblingsinstrumente, denn die Wurzeln des Harfenspiels in Großbritannien liegen im keltischen Wales und Irland. So steht das Instrument bei Bax für die Stimme der Kelten, was gleich zu Beginn des Trios an den wogenden Arpeggi deutlich wird, die wie der Auftakt zu einem Bardengesang wirken. Als "Sänger" fungiert – mit einer elegischen Melodie von ausgesprochener Schönheit – die Viola, die damals in England überragende Bedeutung hatte.
Am Ende seines Lebens, 1915, begann Claude Debussy, einen Zyklus von "Six sonates pour divers instruments"
zu schreiben, von denen er nur die ersten drei – Cellosonate, Violinsonate und Sonate für Flöte, Viola und Harfe – vollenden konnte. Er zeigt sich hier als ein bewusst französisch empfindender Musiker: "Nichts kann entschuldigen, dass wir die Tradition der Werke eines Rameau vergessen haben, die in der Fülle ihrer genialen
Einfälle fast einzigartig ist". In der Sonate für Flöte, Viola und Harfe wird dieser Bezug zur Musik des französischen Barock besonders deutlich.
Toru Takemitsus "And Then I Knew ’twas Wind" ist ein Abschiedswerk, entstanden 1992, vier Jahre vor dem Tod des Komponisten. Der Titel ist Emily Dickinsons Gedicht "Like Rain it sounded till it curve" entlehnt, und wie Takemitsu schrieb, thematisiert das Werk "die Zeichen des Windes in der Natur und der Seele, des Unbewussten (oder man könnte es auch 'Traum' nennen), der wie der Wind unsichtbar durch das menschliche Bewusstsein weht." "And Then I Knew ‘Twas Wind" ist einsätzig und teilt seinen fragmentarischen melodischen Stil mit Debussys Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe. Der Großteil der Harmonik basiert auf sechs Tönen, die, obwohl nicht tonal, stark an F-Dur erinnern. Takemitsus Ziel, die wechselnde Qualität des Windes darzustellen, veranlasste ihn zur Schaffung einer Partitur, die stark gestisch geprägt ist – das heißt, die musikalischen Linien spiegeln die physikalischen Eigenschaften eines Objekts (in diesem Fall des Windes) wider, indem sie ansteigen, abfallen, sich mitten in der Phrase drehen usw.
Maurice Ravel komponierte den ersten Satz der Sonatine für einen Wettbewerb der Zeitschrift "Weekly Critical Review", nachdem ihn ein enger Freund, der für diese Publikation schrieb, dazu ermutigt hatte. Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, den ersten Satz einer Klaviersonatine von maximal 75 Takten zu komponieren; der Preis betrug 100 Francs. Das komplette Werk wurde 1906 uraufgeführt und positiv aufgenommen, auch Ravel selbst schätzte das Werk sehr. Der Harfenist Carlos Salzedo transkribierte die Sonatine für Flöte, Harfe und Cello (oder Bratsche) und gab der Transkription den Titel "Sonatine en Trio".
Während einer Frankreichtournee von Carlos Salzedo und seinem Trio wurde das Arrangement in Anwesenheit von Maurice Ravel aufgeführt. Dessen Kommentar nach dem Hören: "Warum bin ich da nicht selbst draufgekommen?!"
Arnold Bax:
Elegiac Trio
Claude Debussy:
Sonate pour flute, alto et harpe
Toru Takemitsu:
"And then I knew ’twas Wind"
Maurice Ravel:
Sonatine en trio
Mitwirkende:
Alexander Schütz, Flöte
Marko Genero, Viola
Meret Eve Haug, Harfe
Foto: © Bochumer Symphoniker
Arnold Bax beschwor in seiner Musik die keltischen Wurzeln Britanniens, in deren Bann er als 19-jähriger durch Gedichte von Yeats geriet ("Der Kelte in mir stand auf."). Nicht zufällig wählte er für sein "Elegisches Trio" die Besetzung Flöte, Harfe und Viola: Die Harfe war eines seiner Lieblingsinstrumente, denn die Wurzeln des Harfenspiels in Großbritannien liegen im keltischen Wales und Irland. So steht das Instrument bei Bax für die Stimme der Kelten, was gleich zu Beginn des Trios an den wogenden Arpeggi deutlich wird, die wie der Auftakt zu einem Bardengesang wirken. Als "Sänger" fungiert – mit einer elegischen Melodie von ausgesprochener Schönheit – die Viola, die damals in England überragende Bedeutung hatte.
Am Ende seines Lebens, 1915, begann Claude Debussy, einen Zyklus von "Six sonates pour divers instruments"
zu schreiben, von denen er nur die ersten drei – Cellosonate, Violinsonate und Sonate für Flöte, Viola und Harfe – vollenden konnte. Er zeigt sich hier als ein bewusst französisch empfindender Musiker: "Nichts kann entschuldigen, dass wir die Tradition der Werke eines Rameau vergessen haben, die in der Fülle ihrer genialen
Einfälle fast einzigartig ist". In der Sonate für Flöte, Viola und Harfe wird dieser Bezug zur Musik des französischen Barock besonders deutlich.
Toru Takemitsus "And Then I Knew ’twas Wind" ist ein Abschiedswerk, entstanden 1992, vier Jahre vor dem Tod des Komponisten. Der Titel ist Emily Dickinsons Gedicht "Like Rain it sounded till it curve" entlehnt, und wie Takemitsu schrieb, thematisiert das Werk "die Zeichen des Windes in der Natur und der Seele, des Unbewussten (oder man könnte es auch 'Traum' nennen), der wie der Wind unsichtbar durch das menschliche Bewusstsein weht." "And Then I Knew ‘Twas Wind" ist einsätzig und teilt seinen fragmentarischen melodischen Stil mit Debussys Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe. Der Großteil der Harmonik basiert auf sechs Tönen, die, obwohl nicht tonal, stark an F-Dur erinnern. Takemitsus Ziel, die wechselnde Qualität des Windes darzustellen, veranlasste ihn zur Schaffung einer Partitur, die stark gestisch geprägt ist – das heißt, die musikalischen Linien spiegeln die physikalischen Eigenschaften eines Objekts (in diesem Fall des Windes) wider, indem sie ansteigen, abfallen, sich mitten in der Phrase drehen usw.
Maurice Ravel komponierte den ersten Satz der Sonatine für einen Wettbewerb der Zeitschrift "Weekly Critical Review", nachdem ihn ein enger Freund, der für diese Publikation schrieb, dazu ermutigt hatte. Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, den ersten Satz einer Klaviersonatine von maximal 75 Takten zu komponieren; der Preis betrug 100 Francs. Das komplette Werk wurde 1906 uraufgeführt und positiv aufgenommen, auch Ravel selbst schätzte das Werk sehr. Der Harfenist Carlos Salzedo transkribierte die Sonatine für Flöte, Harfe und Cello (oder Bratsche) und gab der Transkription den Titel "Sonatine en Trio".
Während einer Frankreichtournee von Carlos Salzedo und seinem Trio wurde das Arrangement in Anwesenheit von Maurice Ravel aufgeführt. Dessen Kommentar nach dem Hören: "Warum bin ich da nicht selbst draufgekommen?!"
Arnold Bax:
Elegiac Trio
Claude Debussy:
Sonate pour flute, alto et harpe
Toru Takemitsu:
"And then I knew ’twas Wind"
Maurice Ravel:
Sonatine en trio
Mitwirkende:
Alexander Schütz, Flöte
Marko Genero, Viola
Meret Eve Haug, Harfe
Foto: © Bochumer Symphoniker
Ort der Veranstaltung
Das Anneliese Brost Musikforum Ruhr ist der Ende 2016 eröffnete Ort des kulturellen Austauschs im Bochumer Stadtzentrum. Es soll als neues „Wohnzimmer“ für alle Bürger dienen und dabei Heimatspielstätte für die Bochumer Symphoniker wie auch für die breit aufgestellte Musikschule sein.
Das Musikzentrum wurde von zwei Stuttgarter Architekten, Martin Bez und Thorsten Kock entworfen. Die Besonderheit des Gebäudes ist, dass die ehemalige Kirche St Marien in den Bau integriert wurde. Sie wurde ausgebaut und dient jetzt als helles und freundliches Foyer. Von dort aus besteht Zugang zum Konzertsaal für fast 1000 Besucher und zum „Multifunktionssaal“. Dieser wird vor allem als Probenort für das Jugendsinfonieorchester und die mehr als 80 Ensembles der Städtischen Musikschule genutzt. Die Säle zeichnen sich durch eine überragende Akustik aus, die selbst von unbesetzten Sitzplätzen nicht beeinträchtigt wird.
Der Stadt Bochum und allen am Bau Beteiligten ist es gelungen, einen wertvollen kulturellen Treffpunkt zu schaffen. Vom Hauptbahnhof, an dem es auch Autoparkplätze gibt, ist das Musikforum in weniger als zehn Minuten zu Fuß zu erreichen, noch näher liegt die Stadtbahn-Haltestelle „Engelbert-Brunnen/ Bermudadreieck“
Das Musikzentrum wurde von zwei Stuttgarter Architekten, Martin Bez und Thorsten Kock entworfen. Die Besonderheit des Gebäudes ist, dass die ehemalige Kirche St Marien in den Bau integriert wurde. Sie wurde ausgebaut und dient jetzt als helles und freundliches Foyer. Von dort aus besteht Zugang zum Konzertsaal für fast 1000 Besucher und zum „Multifunktionssaal“. Dieser wird vor allem als Probenort für das Jugendsinfonieorchester und die mehr als 80 Ensembles der Städtischen Musikschule genutzt. Die Säle zeichnen sich durch eine überragende Akustik aus, die selbst von unbesetzten Sitzplätzen nicht beeinträchtigt wird.
Der Stadt Bochum und allen am Bau Beteiligten ist es gelungen, einen wertvollen kulturellen Treffpunkt zu schaffen. Vom Hauptbahnhof, an dem es auch Autoparkplätze gibt, ist das Musikforum in weniger als zehn Minuten zu Fuß zu erreichen, noch näher liegt die Stadtbahn-Haltestelle „Engelbert-Brunnen/ Bermudadreieck“