Bild: DOTA singt Kaléko – "In der fernsten der Fernen" Tour 2027

DOTA singt Kaléko – "In der fernsten der Fernen" Tour 2027

Moltkestraße 31
77654 Offenburg

Tickets ab 38,95 € *
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter: Kulturbüro Offenburg , Weingartenstraße 34, 77654 Offenburg, Deutschland

Tickets

Veranstaltungsinfos

Mascha Kaléko fängt in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts in Berlin an zu schreiben, ab 1929 veröffentlicht sie in Tageszeitungen, die frühen Gedichte sind pointierte Alltagsskizzen auf Berlinerisch. Sie macht sich einen Namen, verkehrt mit den Großen der Berliner Bohème im Romanischen Café. 1933
erscheint ihr erstes Buch „Das lyrische Stenogrammheft“ und findet gleich großen Anklang. Ihr Erfolg als Literatin bricht mit der Machtübernahme der Nazis jäh ab. Sie darf als Jüdin nicht mehr veröffentlichen. 1938 verlässt sie Berlin, aber die Stadt bleibt ihr fester Bezugspunkt. In einem ihrer letzten Gedichte Bleibtreu heisst die Strasse schreibt sie „Vor 40 Jahren wohnte ich hier […] Hier
war mein Glück zuhause. Und meine Not. Hier kam mein Kind zur Welt. Und musste fort. Hier besuchten mich meine Freunde und die Gestapo“, sie schliesst mit der Frage „Was blieb davon? […] eine alte Wunde unvernarbt“
Dota Kehr ist Berlinerin, textet, singt und macht seit 2003 mit ihrer Band DOTA. Inzwischen haben sie 16 Alben aufgenommen und unzählige Touren im In- und Ausland gespielt.
Dota trifft den Nerv ihrer Zeit oder gleich mehrere mit ihrer Musik, die hüpft und tanzt, innehält, vom Baggersee-Steg springt, schwimmt und taucht, Bis auf den Grund, was auch der Titel einer ihrer schönsten Songs ist. Sie mixt Folk und Indietronica und lässt hier und da ihre Liebe zur brasilianischen Musik aufblitzen.

Ihre Texte berühren durch Unmittelbarkeit, Dota spricht nicht vom Elfenbeinturm, sondern von den Leuten hier und jetzt und ihren kleinen Triumphen und großen Abgründen, ihren Unzulänglichkeiten, sich in Nähe zu versuchen und in Gesellschaft zu bewegen.
Sie gewinnt den Fred Jay Preis und den Preis der deutschen Schallplattenkritik, sie schreibt ungewollt kleine Hymnen, Rennrad für alle Liebenden in der Großstadt, Keine Zeit für die Bewegung der Klimaproteste.

Sie macht Platte auf Platte, ihren besten Song immer in der Zukunft wähnend, sie erarbeitet sich den Titel hardest touring woman in german showbusiness, spielt mit Band und im Duo mit Jan Rohrbach an der Gitarre.
Auf einem der Konzerte steckt ihr ein Fan ein Büchlein zu, Autorin: Mascha Kaléko. Dota ist begeistert von der Direktheit der Gedichte, der Verknappung der Sprache und fasst den Plan, aus den Texten Musik zu machen. Sie holt die Erlaubnis von Kalékos Nachlassverwalterin ein und fragt befreundete Songwriter*innen, ob sie mitmachen wollen. Alle sind begeistert, und so sind auf dieser Platte von Dota alleine gesungene Lieder, aber auch Duette mit
alten und neuen Stimmen der deutschen Musiklandschaft wie Alin Coen, Hannes Wader, Karl die Große und Max Prosa zu hören. Die Platte erscheint 2020 und hält sich 8 Wochen in den Albumcharts, ein Erfolg. Die Tour dazu findet pandemiebedingt erst 2022 statt, wird aber dann vom Publikum um so mehr gefeiert.
Dass Dota die Gedichte Kalékos aufgegriffen und Songs daraus gemacht hat, ist ein Glück. Wie Dota erzählt Kaléko in ihren Texten nicht von Mythen und fernen Sphären, sondern von Menschen, Kaléko spricht von Kassenpatienten und Dota von schwangeren Frauen im Baumarkt. So ist es auch gar nicht verwunderlich, dass es Dota so leicht fiel, diesen verwandten Texten ihre Stimme zu
leihen. Dota und ihre Band haben den Gedichten eine zusätzliche Ebene, neue Farben, manchmal auch zum Text in Kontrast gesetzt, gegeben und haben das Kunststück geschafft, dass man, während man die Lieder hört, kein einziges Mal an Lyrik mit musikalischer Begleitung denkt. Dota hat die Texte Mascha Kalékos in unsere
Zeit gerettet, noch mehr: sie klingen, als wären sie jetzt
geschrieben, in dieser Form.
Und natürlich gab es noch mehr zu entdecken in Gedichtbänden, Essays, vermischten Aufzeichnungen und Tagebucheinträgen Kalékos. Genug für eine zweite Platte, wiederum mit bekannten Mitstreiter*innen. Diesmal sitzt das Kleid der Musik noch besser, die Texte Kalékos bewegen sich darin völlig natürlich und frei, manchmal in klassischer Liedform mit Strophen und Refrain, manchmal manchmal eine Zeile sich beschwörend wiederholend, solange bis Jeder und Jede den Satz an seinen und ihren Kühlschrank geheftet hat „Wie schön ist es, allein zu sein“

In 2027 spielt DOTA wieder einige ausgewählte Konzerte mit diesem Programm.
Mit dabei:
Dota Kehr (Gesang, Gitarre), Janis Görlich (Schlagzeug), Jan Rohrbach (Gitarre), Jonas Hauer (Keyboards), Wencke Wollny (Saxofon), Antonia Hausmann (Posaune).

Es werden Lieder von den beiden Kaléko-Alben und einige Stücke mit eigenen Texten zu hören sein. Akustisch, konzertant,
mitreißend!

Ort der Veranstaltung

Ein wunderschöner Bau mit Rundbogenfenstern und einzigartiger Atmosphäre: Die Reithalle im Kulturforum Offenburg ist sehr viel mehr, als der Name erahnen lässt. Dass hier früher die französischen Streitkräfte mit ihren Pferden exerzierten, lässt sich heute nur noch erahnen.

Die Halle ist zentral in Offenburg gelegen und gehört zum Kulturforum, einer ehemaligen wilhelminischen Kaserne, in der Bibliotheken, Musik- und Kunstschulen eine Heimat gefunden haben. Die Reithalle selbst wurde Anfang des neuen Jahrtausends in fünfzehn Monaten aufwendiger Restaurierungsarbeit zu einer außergewöhnlichen Location umgestaltet. Ob Theater, Konzerte oder Vorträge, die Halle ist mit ihrem besonderen Flair für nahezu jedes Event geeignet. Bestuhlt finden 480 Besucher in dem historischen Backsteinbau Platz, unbestuhlt stehen 1000 Plätze zur Verfügung. Die Reithalle ist mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet und vereint somit Vergangenheit und Gegenwart zu optimaler Funktionalität.

Die Anreise zum Veranstaltungsort erfolgt mit dem Auto aus Südwesten über die B33a, von Norden über die B 3. Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe auf dem Forumsgelände vorhanden. Die Reithalle liegt zudem in der Nähe des Hauptbahnhofs Offenburg und kann somit auch mit Fern- und Regionalzügen erreicht werden.
Reithalle im Kulturforum
Moltkestraße 31
77654 Offenburg
Reithalle im Kulturforum