Bild: De là à là (Von hier nach da)

De là à là (Von hier nach da)

Martina Gunkel, Sanga Ouattara, Kuyumarts  

Uferstraße 23 / Badstr. 41 a
13357 Berlin

Tickets ab 12,00 € *
Veranstalter: Uferstudios GmbH , Uferstr. 23, 13357 Berlin, Deutschland

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1. Kategorie
Ermäßigt
je 12,00 €

Normalpreis
je 17,00 €

Rollstuhlplatz
je 12,00 €

Rollstuhlplatz + Begleitung
je 12,00 €

Behinderung + Begleitung
je 12,00 €

Summe 0,00 €

Ermäßigungsinformationen

Ermäßigungen gelten für Tanzcard, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte, Rentner.
Rollstuhlfahrer zahlen den ermäßigten Preis der entsprechenden Kategorie.
Begleitpersonen von Rollstuhlfahrer*innen und behinderten Personen erhalten ein kostenfreies Zusatzticket, das in der entsprechenden Kategorie hinzu gebucht werden muss.
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Veranstaltungsinfos

Was passiert, wenn ein Körper eine Grenze überschreitet?

In De là à là bewegen sich zwei Performer*innen in entgegengesetzte Richtungen: Martina Gunkel, eine weiße Frau aus Deutschland, reist von Europa nach Afrika, während Sanga Ouattara, ein Schwarzer Mann von der Elfenbeinküste, den umgekehrten Weg nimmt. Ihre Bewegungen spiegeln einander – und basieren auf den Erfahrungen, die die beiden bei ihrer Ankunft auf dem jeweils anderen Kontinent gemacht haben. Doch die Bedingungen, unter denen sie sich bewegen und wahrgenommen werden, sind zutiefst ungleich.

Sie tragen mehr als Pässe und persönliche Gegenstände. Ihre Körper tragen Erinnerung: Spuren von Geschichte, vererbte Rhythmen und gelebte Erfahrung. Sie sind lebendige Archive – geformt durch das, was ihnen vorausgeht, und durch die Räume, die sie betreten.
Territorium ist hier nicht nur geografisch, sondern auch im Körper eingeschrieben.

Die Performance legt die Asymmetrie von Mobilität und Migration offen. Während Bewegungen von Nord nach Süd oft als Offenheit oder Expertise interpretiert werden, ist der Weg von Süd nach Nord häufig geprägt von Einschränkung, Misstrauen und systemischen Barrieren – als Fortsetzung kolonialer Kontinuitäten.

Durch Choreografie, Präsenz und Konfrontation untersuchen die Künstler*innen, wie Identität unter diesen Bedingungen entsteht. Was tragen wir in uns, und was wird uns von außen zugeschrieben? Wie verändert ein Ort den Menschen?

De là à là löst diese Spannungen nicht auf, sondern hält sie in geteilter Präsenz. Die Arbeit stellt die Frage, wie Körper, die in Migrationssystemen ungleich positioniert sind, dennoch auf menschlicher und sinnlicher Ebene zueinander finden können – und welche Formen von Beziehung jenseits dieser Trennungen möglich werden.

Dauer: 45 Minuten

ENGLISCH:
What happens when a body crosses a border?

In De là à là, two performers move in opposite directions: Martina Gunkel, a white artists from Germany, travels from Europe to Africa; Sanga Ouattara, a Black artists from Ivory Coast, travels from Africa to Europe. Their trajectories mirror one another—yet the conditions of migration they encounter are profoundly unequal.

They carry more than passports and personal belongings. Their bodies hold memory: traces of history, inherited rhythms, and lived experience. They are living archives—shaped by what precedes them and by the spaces they enter. Here, territory is not only geographical; it is inscribed in the body itself.

The performance exposes the asymmetry of mobility and migration. While movement from North to South is often framed as openness or expertise, the passage from South to North is frequently marked by restriction, suspicion, and systemic barriers—echoing long-standing colonial continuities.

Through choreography, presence, and confrontation, the artists explore how identity is shaped under these conditions. What is carried within us, and what is imposed from the outside? How does a place reshape a person?

De là à là does not resolve these tensions; instead, it holds them in shared presence. It asks how bodies positioned unequally within systems of migration can still meet on a human and sensory level—and what forms of relation may emerge across such divisions.

Duration: 45 mins

Konzept, Choreografie, Performance: Martina Gunkel, Sanga Ouattara
Musik: Charles Ouitin
Lichtdesign: Underdome Music

Martina Gunkel lebt in Stuttgart und ist als freischaffende Tänzerin, Performerin, Pädagogin und Choreografin in Deutschland und den Niederlanden tätig. Sie hat einen Bachelor of Performing Arts an der Fontys University of Applied Sciences (NL) erworben. Mit der interaktiven und interdisziplinären Performance It is there. Around the corner (Tanz, Theater, zeitgenössischer Zirkus; 2018) zeigt sie ihr künstlerisches Interesse am Austausch mit anderen Kunstformen sowie mit dem Publikum.
Seit 2021 arbeitet sie vor allem in der freien Stuttgarter Szene, unter anderem in Projekten von Instant PIG, Blomst!, mit Nestor Gahé und dem Kollektiv multipluralwesen. Sie ist Teil der künstlerischen Leitung der Plattform SAAL FREI für interdisziplinäre Improvisation und engagiert sich in den Bereichen Produktion, Kulturvermittlung und Tanzvermittlung. Zudem absolvierte sie eine Ausbildung zur Gyrokinesis-Lehrerin und unterrichtet Körpertraining an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg im Fachbereich Schauspiel.
2025 trat sie mit L-MOVEMENT von Nestor Gahé erstmals bei der KUYUM Tanzplattform auf. 2026 kehrt sie mit De Là à Là zurück, das im Rahmen des Festivals seine Berlin-Premiere feiert.

Sanga Ouattara ist Tänzer und Choreograf aus der Elfenbeinküste. Er absolvierte einen Bachelor- sowie einen professionellen Masterabschluss in Tanz und Choreografie am INSAAC.
Ein entscheidender Wendepunkt seiner Karriere war 2010 die Zusammenarbeit mit Georges Momboye. 2012 war er Mitbegründer der Kompanie Yé-Fihmoa, mit der er drei Stücke entwickelte. Zur kontinuierlichen künstlerischen Weiterentwicklung arbeitete er mit renommierten Choreograf:innen wie Kettly Noël, Luis Ayet, Bernardo Montet, Nelisiwe Xaba und Serge Aimé Coulibaly.
2019 gründete er seine eigene Kompanie Akili-Don und realisierte das Stück Exponentielle (Preisträger des Premio Roma Danza, Rom 2022). Zudem arbeitete er mit verschiedenen Choreograf:innen zusammen, darunter Saïd El Haddaji (Sorakhe), Taoufiq Izzediou (Hmadcha), Nestor Gahé (Équi-Libre), Kettly Noël (Ti-chelbé) und Nayoung Kim (Produit Aesop).
Sanga Ouattara war bereits 2024 bei der KUYUM Tanzplattform mit seiner Soloperformance Exponentielle sowie als Tänzer in Équi-Libre von Nestor Gahé zu sehen. 2026 kehrt er mit De Là à Là zurück und feiert damit seine Berlin-Premiere.

Eine Veranstaltung im Rahmen der KUYUM Tanzplattform 2026, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Ort der Veranstaltung

Früher befanden sich in dem schlichten Klinkergebäude im Wedding die Werkstätten der Berliner Verkehrsbetriebe, seit 2010 jedoch dienen die atmosphärischen Räumlichkeiten Tänzern, Künstlern, Studierenden und Dozierenden als einzigartiger Ort des Ausprobierens, Produzierens und Studierens.

Die Uferstudios liegen direkt am Ufer des Flüsschens Panke und bestehen aus 16 großzügigen Studios, Künstlerateliers und Büros, die Künstlern, Tänzern und Choreographen viel Freiraum für die Entwicklung und Umsetzung neuer künstlerischer Ideen und Methoden bieten und langfristige Entwicklungschancen sichern. Auch als Ausbildungsstätte werden die Uferstudios vom Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) gern genutzt. Ein künstlerisches Miteinander, das auch das Publikum einschließt, wird von den Uferstudios gewollt und unterstützt.

Die Uferstudios sind ein außergewöhnlicher, lebhafter und aufregender Ort, welcher vor allem als Produktionsstätte für zeitgenössischen Tanz dient und von neuen Ausdrucksweisen und Konzepten lebt. Diese treten in den Studios miteinander in Kontakt, verbinden sich und stellen so ihrerseits wieder Inspirationen zu originellen und unkonventionellen Möglichkeiten der Umsetzung dar.
Uferstudios
Uferstraße 23
13357 Berlin
Uferstudios