Veranstaltungsinfos
Wie prägen die Fotos unserer Familien das Bild, das wir von uns selbst entwickeln? Wenn es kein gemeinsames Bild von einem selbst mit den eigenen Eltern gibt, weil sie früh starben, wie lässt sich dann die eigene Körperlichkeit entwickeln, verändern oder umdenken? In einem Solo lässt Darko Radosavljev sich selbst und die Zuschauer*innen zum Teil eines sich fortwährend wandelnden Familienbildes werden: Anstelle das „eine Bild“ zu ersetzen oder immer weiter zu suchen, entsteht im Laufe der Performance ein mannigfaltiges Bild mit wandelnden Rollen. There is no picture of my parents and me (until there was) hinterfragt körperliche Zuschreibungen, Familienidentitäten sowie performative Dimensionen von Geschlecht. Geprägt durch die unterschiedlichen Stile im modernen wie zeitgenössischen Tanz, begreift Radosavljev diese verschiedenen Stile als Einladung, eine eigene choreographische Perspektive zu entwickeln. Mit dem eigenen Körper und im Dialog mit den Zuschauer*innen, lädt das Stück als choreografische Spurensuche ein, sich selbst kritisch in Bezug zu Fragen über familiäre Zugehörigkeit, körperliche Erinnerung und sanfte Wehmut zu setzen.
Ort der Veranstaltung
Das tanzhaus nrw, ansässig in einem ehemaligen Düsseldorfer Straßenbahndepot, ist mit zwei Bühnen und acht Tanz- und Probenstudios zu ein internationales Zentrum für zeitgenössischen Tanz. Auf 4.000 Quadratmetern Fläche ist es zugleich ein Spiel- und Produktionsort sowie eine Akademie mit mehr als 4.000 Besuchern wöchentlich. In der Kombination aus Produktion und Präsentation von zeitgenössischem Tanz einerseits und der Akademie für professionell tätige Tanzschaffende und Amateure andererseits ist das tanzhaus nrw in Deutschland einzigartig; ein im wahrsten Sinne des Wortes ganztägig aktives Haus des Tanzes. Professionelle Tänzer, Choreografen und Amateure repräsentieren das, was das Haus im Kern ausmacht: das gemeinschaftliche Erleben von Tanz unter dem Dach einer einzigen Institution. Die Trennung von Hoch-, Sub- und Soziokultur, das Theater als Ort der Exklusivität und des sozialen Ausschlusses, all das wird im tanzhaus nrw überwunden. Zentrales Anliegen ist die kreative Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seiner Rolle in den Gesellschaften der Gegenwart.