Brückentage in Übergangsjacke - Nils Heinrich
Veranstalter:
Trägerverein Charlottenstraße 31 e.V. , Charlottenstraße 31, 14467 Potsdam, Deutschland
Veranstaltungsinfos
Brückentage in Übergangsjacke
Nils Heinrich stellt sich auf die kommenden Zeiten ein. Er ist guter Dinge. Heinrich heißt nämlich Heinrich. Mega! Deutscher geht's nicht. Er ist fein raus, haha! Dunkelblond, blaugraue Augen. Halt: BlauGRAU, das Blau ist ostdeutsch akzentuiert! Er ist noch dazu hetero, verheiratet und hat einige Söhne! Keine Mädchen, Söhne, haha! Die hat er mit Erbgut gezeugt, das in einer Diktatur mit Nudossi angefüttert wurde. Dem Nutella für Desillusionierte. Das war streichfähige Braunkohle, angereichert mit pürierter sowjetischer Baumrinde. Wenn das Justizsystem geschliffen, der Polizeiapparat umgebaut und die Medien synchronisiert wurden, sagt er einfach wie früher das, was die da oben hören wollen.
Privat jedoch erzählt er ganz was anderes. Er hat das noch drauf. Seitdem er verheiratet ist, konnte er seine Systemeinstellung sogar noch mehr verfeinern: er denkt sogar ganz was anderes, als er denkt, haha!
Vorsichtig ist er nur bei Dunkelflaute. Dann wird’s nämlich finster im Meinungskorridor.
Der befindet sich in der Denkfabrik direkt neben der Echokammer, da wo das Zeitfenster ist, gegenüber vom Spielraum. Im Meinungskorridor liegen Teppiche aus roten Linien, die nicht überschritten werden dürfen, aber werden. Die wirklich wichtigen Fragen sind aber eh „Was findest du cringe, was ist nice, was geht ab?“
Mein Nagellack. So ist sie, die Gen-Z. Guckt auf Tiktok Deepfakes und rennt mit T-Shirts rum, auf denen ‚Nirvana‘ oder ‚Friends‘ steht. Das ist so, als hätte Heinrich in den 80ern T-Shirts getragen, auf denen ‚Comedian Harmonists‘ oder „Heinz Rühmann“ steht. Doch er geht mit der Zeit: wenn er was auf Insta kommentiert, ist das mehrfach codiert: ein rotes Herz bedeutet Liebe, orange heißt „alles wird gut“. Blumenkohl heißt „Wegen dir hab ich Clamydien“. Ganz schlimm ist ein Windrad. Ein Windrad als Emoji heißt: es gibt Ärger in der Familie. Schnell weg! Aber wohin? Im Gegensatz zu 80 Prozent der US-Amerikaner hat Heinrich zwar einen Reisepass. Aber er verreist nicht mehr. Höchstens nach Rügen. Eventuell auf den Mars. Da ist es nicht so überlaufen.
BRÜCKENTAGE IN ÜBERGANGSJACKE
Das neue Programm von Nils Heinrich
Jetzt mit 40 Prozent weniger Zukunftsangst.
Mit Bewegungsmelder. Und: Megalustig!
Nils Heinrich stellt sich auf die kommenden Zeiten ein. Er ist guter Dinge. Heinrich heißt nämlich Heinrich. Mega! Deutscher geht's nicht. Er ist fein raus, haha! Dunkelblond, blaugraue Augen. Halt: BlauGRAU, das Blau ist ostdeutsch akzentuiert! Er ist noch dazu hetero, verheiratet und hat einige Söhne! Keine Mädchen, Söhne, haha! Die hat er mit Erbgut gezeugt, das in einer Diktatur mit Nudossi angefüttert wurde. Dem Nutella für Desillusionierte. Das war streichfähige Braunkohle, angereichert mit pürierter sowjetischer Baumrinde. Wenn das Justizsystem geschliffen, der Polizeiapparat umgebaut und die Medien synchronisiert wurden, sagt er einfach wie früher das, was die da oben hören wollen.
Privat jedoch erzählt er ganz was anderes. Er hat das noch drauf. Seitdem er verheiratet ist, konnte er seine Systemeinstellung sogar noch mehr verfeinern: er denkt sogar ganz was anderes, als er denkt, haha!
Vorsichtig ist er nur bei Dunkelflaute. Dann wird’s nämlich finster im Meinungskorridor.
Der befindet sich in der Denkfabrik direkt neben der Echokammer, da wo das Zeitfenster ist, gegenüber vom Spielraum. Im Meinungskorridor liegen Teppiche aus roten Linien, die nicht überschritten werden dürfen, aber werden. Die wirklich wichtigen Fragen sind aber eh „Was findest du cringe, was ist nice, was geht ab?“
Mein Nagellack. So ist sie, die Gen-Z. Guckt auf Tiktok Deepfakes und rennt mit T-Shirts rum, auf denen ‚Nirvana‘ oder ‚Friends‘ steht. Das ist so, als hätte Heinrich in den 80ern T-Shirts getragen, auf denen ‚Comedian Harmonists‘ oder „Heinz Rühmann“ steht. Doch er geht mit der Zeit: wenn er was auf Insta kommentiert, ist das mehrfach codiert: ein rotes Herz bedeutet Liebe, orange heißt „alles wird gut“. Blumenkohl heißt „Wegen dir hab ich Clamydien“. Ganz schlimm ist ein Windrad. Ein Windrad als Emoji heißt: es gibt Ärger in der Familie. Schnell weg! Aber wohin? Im Gegensatz zu 80 Prozent der US-Amerikaner hat Heinrich zwar einen Reisepass. Aber er verreist nicht mehr. Höchstens nach Rügen. Eventuell auf den Mars. Da ist es nicht so überlaufen.
BRÜCKENTAGE IN ÜBERGANGSJACKE
Das neue Programm von Nils Heinrich
Jetzt mit 40 Prozent weniger Zukunftsangst.
Mit Bewegungsmelder. Und: Megalustig!
Ort der Veranstaltung
Warum heißt das Kaberett Obelisk Potsdam überhaupt so, wenn in der Nähe des Gebäudes eigentlich weit und breit kein Obelisk zu sehen ist? Nun, die Geschichte des Theaterhauses geht schon einige längere Zeit zurück und beginnt bei den Toren Sanssoucis, vor denen besagter Obelisk steht, der einst namensgebend war.
1978 wurde dort das Potsdamer Kabarett in dessen Nähe (Schopenhauerstraße/Ecke Hegelallee) gegründet und in ein altes Kino, das dem Grundensemble provisorisch als Spielstätte dienen sollte, einquartiert. Dieses Provisorium hielt dann ganze 20 Jahre lang, bis schließlich 1997 der Umzug in die barocke Charlottenstraße bevorstand, wo das schon zu DDR-Zeiten immer etwas andere Satiretheater auch heute noch zu finden ist. Und wie sein festes Ensemble ist auch das Kabarett nicht mehr von dort wegzudenken, so sehr hat sein einmaliger Stil die Gegend geprägt.
Neben dem Saal und dem Nebengelass beherbergt das Gebäude außerdem die Kabarett-Kneipe „Koschuweit“ und den „Club Charlotte“ im Obergeschoss. Direkt an der Hinterfront des Hauses steht ein schöner Saal, in dem sich das Kabarett völlig nach seinem Motto „das einzig Witzige an Preußen“ ausleben darf.
1978 wurde dort das Potsdamer Kabarett in dessen Nähe (Schopenhauerstraße/Ecke Hegelallee) gegründet und in ein altes Kino, das dem Grundensemble provisorisch als Spielstätte dienen sollte, einquartiert. Dieses Provisorium hielt dann ganze 20 Jahre lang, bis schließlich 1997 der Umzug in die barocke Charlottenstraße bevorstand, wo das schon zu DDR-Zeiten immer etwas andere Satiretheater auch heute noch zu finden ist. Und wie sein festes Ensemble ist auch das Kabarett nicht mehr von dort wegzudenken, so sehr hat sein einmaliger Stil die Gegend geprägt.
Neben dem Saal und dem Nebengelass beherbergt das Gebäude außerdem die Kabarett-Kneipe „Koschuweit“ und den „Club Charlotte“ im Obergeschoss. Direkt an der Hinterfront des Hauses steht ein schöner Saal, in dem sich das Kabarett völlig nach seinem Motto „das einzig Witzige an Preußen“ ausleben darf.