Bild: 40. Freiburger Literaturgespräch: Vier Lesungen mit Gespräch

40. Freiburger Literaturgespräch: Vier Lesungen mit Gespräch

Marienstraße 4
79098 Freiburg im Breisgau

Tickets ab 18,00 € *
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter: Literaturhaus Freiburg , Bertoldstrasse 17, 79098 Freiburg im Breisgau, Deutschland

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Normalpreis
je 18,00 €

Ermäßigung
je 12,00 €

Schwerbehinderte Person + Begleitperson
Ticket: Schwerbehinderte Person + Begleitung
je 12,00 €

Person im Rollstuhl + Begleitperson
Ticket: Person im Rollstuhl + Begleitperson
je 12,00 €

Person im Rollstuhl
Ticket: Person im Rollstuhl
je 12,00 €

Summe 0,00 €

Ermäßigungsinformationen

Ermäßigung: Mitglieder Literatur Forum Südwest e.V. und Förderkreis Literaturhaus Freiburg e.V., Schüler*innen, Azubis, Studierende, erwerbslose Personen, Menschen mit Behinderung
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Veranstaltungsinfos

  • DEBÜTANT*INNENBALL: Anja Gmeinwieser / Martin Piekar / Lara Rüter - 40. Freiburger Literaturgespräch: Drei Debüts im Gespräch
    ,  
    Freiburg im Breisgau , Theater im Marienbad
  • Mia Oberländer: Saloon - 40. Freiburger Literaturgespräch: Comiclesung
    ,  
    Freiburg im Breisgau , Theater im Marienbad
Anja Gmeinwieser: Wir Königinnen
Moderation: Leo Boquoi

Drei Bücher, drei Songs, ein Abend! Drei großartige Erstlinge, die große Fragen stellen: Was ist der Mensch, was ist ein Tier? Wer sind meine Nächsten? Welche Sprache sprechen wir?
Anja Gmeinwieser eröffnet den Reigen mit ihrer Roadnovel „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag, 2026) und einem Handy, das „mit einer übertriebenen Geste vom ersten Gipfel“ der Alpen fliegt. Auf der Flucht vor ihrem allzu normalen Leben trifft die Erzählerin Anna, die einen Schwertransport mit trächtigen Kühen in die Türkei steuert. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine Annäherung über international bad english und einen zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, eine Liebesaffäre zwischen Autobahnen. Aber weil es immer heißer wird im Transporter, die Tiere erkranken und Annas Chef nicht zahlt, auch ein Höllentrip – bis an die EU-Außengrenze, wo Träume und Kühe stranden.
„Diese beiden Frauen sind nicht nur Romanfiguren, sie sind Solidarität, Hoffnung, Rebellion“, schreibt die Autorin Mareike Fallwickl über Gmeinwiesers Debüt, das den klassischen Western-Plot des Viehtriebs gegen den Strich bürstet und mit Fragen nach Mutterschaft, Arbeit und Identität verknüpft.

Martin Piekar: Vom Fällen eines Stammbaums
Moderation: Sonja Karadza

Als Martin Piekar beim Bachmann-Wettlesen 2023 Auszüge aus seinem Debütroman „Vom Fällen eines Stammbaums“ (Rowohlt, 2026) vortrug, beeindruckte er mit präziser, poetischer Sprache – und einem lauten, langen Schrei: Der Schrei der Überforderung eines jungen Mannes, der vaterlos mit seiner Mutter in einer engen Zwei-Zimmer-Wohnung aufwächst und sie nach einer Krebsdiagnose bis zu ihrem Tod pflegt.
Marcin heißt der junge Mann. In den 1980er Jahren floh seine Mutter mit ihm aus Polen nach Deutschland, arbeitete als Altenpflegerin, kämpfte mit der Sucht. Während Marcin zwischen Videospielen, Nu Metal und Gedichten nach seinem Platz sucht, leben die beiden in einer Nähe zwischen Fürsorge und Abgründen. Mit der Erkrankung der Mutter tritt die Familiengeschichte in ihrer ganzen Wucht zutage: Aus Erinnerungen, Anekdoten und schmerzhaften Erkenntnissen entsteht das Porträt einer deutsch-polnischen Familie, in der Krieg, Migration und soziale Ausgrenzung bis in die Gegenwart hineinwirken.

Lara Rüter: Affenliebe
Moderation: Katharina Knüppel

Am schwarzen Brett las Lara Rüter den Aushang: „Aushilfe in der Primatenforschung gesucht“. Fünf Jahre verbrachte die Lyrikerin im Affenhaus des Leipziger Zoos und verankert dort ihr Nachdenken über Nähe, Verlust, Sehnsucht und Grenzen. Ihr Essay „Affenliebe“ (Hanser, 2026) vermisst die Lücke zwischen den Menschen und ihren nächsten Verwandten, spiegelt im eigentümlichen Sozialverhalten der Tiere persönliche Erfahrungen der Autorin: eine Abtreibung, in deren Vorbereitung sie den politischen Druck davon spürt, was Frauen wollen sollen. Die Suche nach dem leiblichen Vater und die Beziehung zu ihrem „Kuckucksvater“. Entstanden ist ein hochliterarischer, durchlässiger Text, der autobiografisches und erfinderisches Erzählen kurzschließt mit Zitaten von Roland Barthes, Emily Dickinson und Martina Hefter, mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Szenen im Gehege.

Mia Oberländer: Saloon
Moderation: Kristine Harthauer

Großmutter lädt zum Familienfest! Die Tochter, angereist mit dem Prosecco-Express, kehrt unfreiwillig in die Enge ihres Kinderzimmers zurück. Sohn 1 hört sich gerne reden, während seine Begleitung eisern schweigt. Sohn 2 hingegen ist unfähig, für sich und andere einzustehen, ganz im Gegensatz zu seiner Frau, die immer kurz vorm Explodieren ist. Und die Enkelkinder wären lieber ganz woanders … Die Spannung steigt, Triggerpunkte werden massiert, passive Aggressionen drängen ins Offene. Was macht eigentlich die Kassiererin des lokalen Supermarkts hier?
Humorvoll und treffsicher seziert die Comicbuchpreisträgerin der Berthold-Leibinger-Stiftung Mia Oberländer in ihrer furiosen Graphic Novel „Saloon“ (Edition Moderne, 2025) Rollenbilder und Machtverhältnisse: Eine Familienaufstellung als wilder Western, erzählt mit ungezähmtem Strich und vibrierenden Bildern – willkommen zum Showdown des Abends!
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Fotos: Anja Gmeinwieser © Linda Sier, Martin Piekar © Charlotte Werndt, Lara Rüter © Michael Bader, Mia Oberländer © Alexandra Polina

Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank

Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz

Kulturpartner: SWR Kultur

Datum: 6.11.2026, 18:00 Uhr
Ort: Theater im Marienbad, Marienstraße 4
Eintritt: 18/12 Euro inkl. Drink

Literaturgespräch
Außer Haus

Ort der Veranstaltung

Mitten in Freiburg, unweit der Dreisam, hat sich eine Theatergruppe eine ganz besondere Location gesucht. Im Marienbad, einem alten Schwimmbad, wie der Name schon verrät, können Theaterbegeisterte aller Altersgruppen ein buntes Programm verfolgen.

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand das Jugendstilgebäude, das schon damals mit seinem umfassenden Schwimmprogramm für mehrere Generationen attraktiv war. Nachdem es in den 70ern geschlossen und Mitte der 80er ein letztes Mal geöffnet wurde, wird es seit 1989 endgültig als Theater genutzt. Nun dienen die ehemaligen Schwimmbecken als Publikumsraum und Bühne. Mit 138 Sitzplätzen in der kleinen Halle des Stadtbades und 76 Sitzplätzen im „Kesselhaus“ bietet das Marienbad den richtigen Rahmen für die verschiedenen Veranstaltungen. Das Programm reicht von Kinder- und Jugendtheater über Lesungen, Diskussionen und kulturpolitische Veranstaltungen. An den hochwertigen Theaterinszenierungen arbeiten einerseits die am Haus engagierten Schauspieler, andererseits sorgen auch Gastspiele für Abwechslung. Die Mischung aus Ensembletheater und Erzähltheaterinszenierungen macht das Theater im Marienbad zu etwas ganz Besonderem.

Hier ist ein Kleinod der Theaterkultur entstanden. Längst hat sich das Theater im Marienbad einen regional und international guten Ruf erarbeitet. Erleben Sie Theater in ganz besonderem Ambiente – es lohnt sich!
Theater im Marienbad
Marienstraße 4
79098 Freiburg im Breisgau
Theater im Marienbad