Synagoge Michelbach

Judengasse, 74599 Wallhausen-Michelbach an der Lücke, Deutschland Route planen

Die ehemalige Synagoge Michelbach /Lück kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Als einer der ältesten noch erhaltenen Synagogen in Deutschland steht sie für ein Stück Zeitgeschichte und ist Symbol für das Leben der jüdischen Gemeindemitglieder in Hohenlohe.

Der Bau der Synagoge datiert sich zurück auf das Jahr 1757. Die jüdische Gemeinde im Ort vergrößerte sich durch die liberale Judenordnung und die nachfolgende Gleichstellung von Jahr zu Jahr, sodass 1869 die bis heute größte Anzahl an Juden in Hohenlohe gezählt werden konnte. Gleichzeitig war dies auch der Wendepunkt im Wachstum der jüdischen Gemeinde. Viele verließen das Dorf mit Aussicht auf bessere Verdienstmöglichkeiten. Prominentes Beispiel ist Adolph Jandorf, der nach Berlin ging, um dort das KaDeWe zu gründen, das Kaufhaus des Westens. Mit dem aufkommenden Nationalsozialismus verließ die Mehrzahl der Juden die Gegend, die verbliebenen 20 wurden 1940 und 1941 deportiert. Nur zwei konnten den Weg zurück in die Heimat antreten.
Nach dem Krieg diente die Synagoge als Lagerhalle, bevor die Gemeinde sie aufkaufte. Durch eine Restaurierung des Gebäudes konnte die Synagoge nicht nur grundlegend saniert, sondern auch der Thoraschrein mit Hilfe einer Fotovorlage detailgetreu wiederhergestellt werden.

Heute beherbergt die Synagoge ein kleines Museum und eine Gedenkstätte. In einer Dauerausstellung wird die regionale Geschichte der Juden des 19. und 20. Jahrhunderts erläutert.

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