The WANT - Premiere / Englisch

Adam Linder  

Hallesches Ufer 32
10963 Berlin

Tickets ab 13,20 €
Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Hebbel am Ufer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin, Deutschland

Tickets


Veranstaltungsinfos

Bernard-Marie Koltès’ Stück “In der Einsamkeit der Baumwollfelder” von 1985 könnte eine Begegnung zwischen einem Blues-Musiker und einem Punk sein. Das Stück ist eine Studie merkantiler Aktivitäten und nächtlicher Transaktionen beim Cruising. Darüber hinaus ist es eine Auseinandersetzung mit der Fähigkeit der Menschen, einander zu verstehen.
Die Arbeiten von Adam Linder präsentiert das HAU Hebbel am Ufer regelmäßig. Sein neues Stück – inspiriert von Koltès Beschäftigung mit dem “Deal” – ist eine Oper mit einer Komposition von Ethan Braun und einem Bühnenbild von Shahryar Nashat. “The WANT” ist ein Austausch von vier Performer*innen, die ein Libretto mit zahlreichen Texteinwürfen von Jacques Derrida bis Missy Elliott singen. Linder beschäftigt sich mit der Funktion der Sprache als Droge, die dem Selbst die Tür zwischen rationaler Vernunft und ekstatischem Ausdruck öffnet. Besteht nicht eine Parallele zwischen zu Musik gewordener Sprache und der Dynamik gewisser Märkte? Die Sänger*innen, Schauspieler*innen und Tänzer*innen Jess Gadani, Justin F. Kennedy, Jasmine Orpilla und Roger Sala Reyner sind “Anbietende” und “Angebotsempfangende” und verkörpern so mit virtuoser Performativität archetypisch das kaufmännische Europa und die spirituelle Tradition dieser Figur: ein andauernder Handel zwischen einem reflexiven Geist und einem sinnlichen Wesen.
__________________________________________________________________

Bernard Marie-Koltès described his 1985 work “In the Solitude of the Cotton Fields“ like an encounter between a bluesman and a punk. Perhaps more than an exploration of mercantile activity or the transaction of late-night cruising, his play is a speculation on the individual’s capacity to know another.
Adam Linder, whose work has regularly been presented at HAU, has made an opera with a score by Ethan Braun and staging by Shahryar Nashat.
His new creation is inspired by Koltes’ preoccupation with ‘the deal’. “The WANT“ is an exchange sung by four performers, with a libretto that is littered with interjections from Jacques Derrida to Missy Elliott. Linder approaches the business of language as the Self’s gateway drug between rational thought and rhapsodic expression. Doesn’t language rendered in music parallel to the dynamics of various markets? The singers, actors and dancers Jess Gadani, Justin F. Kennedy, Jasmine Orpilla and Roger Sala Reyner are ‘Offerors’ and ‘Offerees’ enrobed as the key archetype of mercantile Europe. Engaging a virtuosic performativity, these players embody the spiritual tradition of that figure: a constant trade between a reflexive mind and sensuous being.

Ort der Veranstaltung

HAU2
Hallesches Ufer 32
10963 Berlin
Deutschland
Route planen
Bild des Veranstaltungsortes

In der Spielzeit 2003/2004 haben sich drei selbstständige Bühnen zu einer neuen, einzigartigen Theaterinstitution zusammengefügt. Das Hebbel-Theater, das Theater am Halleschen Ufer und das Theater am Ufer bilden nun das „Hebbel am Ufer“, kurz „HAU“.

Hier weht ein frischer Wind, besonders in Person von Annemie Vanackere. Die Belgierin ist seit 2012 Intendantin des Hauses und hat sich voll und ganz der Kunst verschrieben. Sie steht für das Unkonventionelle und sammelte bereits in Gent sowie an der Schouwburg in Rotterdam Erfahrungen in der freien Theaterszene. Sie versteht das Theater als Freiraum, in dem Kunst und Ästhetik jegliche Form der Funktionalität überwinden, wodurch festgefahrene Strukturen und Denkmuster aufgebrochen werden können.

Innovation ist der kreative Motor des Theaters. Das HAU steht allerdings ebenso für Tradition: Sowie das Hebbel-Theater für internationale Gastspiele bekannt war, soll auch das Hebbel am Ufer eine Spielstätte für Künstler aus der ganzen Welt sein. So vielfältig und verschieden wie die beteiligten Akteure, ist daher auch das Programm, welches aus Theater, Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst besteht.