Tara Nome Doyle

Piano Day 2020  

Fuchsenwiese 1
91054 Erlangen

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Event organiser: E-Werk Kulturzentrum GmbH, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen, Deutschland

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Tara Nome Doyle »Alchemy«
(Martin Hossbach / Kompakt – 24.1.2020)
Sie hat bei Kat Frankie gespielt, mit Max Rieger von der Band Die Nerven musiziert und für den Soundtrack
des Films „Golden Twenties“ gesungen. Ihre erste EP, „Dandelion“, wurde seit Herbst 2018 mehr als eine
Million Mal gestreamt. Und jetzt veröffentlicht sie ihr Debut: „Alchemy“. Sie ist jung und auf den ersten
Blick etwas mysteriös, wie der Albumtitel. Aber das täuscht, denn bei ihr ist alles auch sehr konkret: „Alchemy“
behandelt in jeweils zwei Songs die vier Entwicklungspha- sen aus der vormodernen Naturphilosophie,
der Alchemie, wie sie im 20. Jahrhundert in der Traumpsychologie von C.G. Jung wiederkehrt. Diese
Sängerin, Komponistin und Pianistin durchschreitet ein ganzes Leben in einer guten halben Stunde. Dabei ist
sie erst 22 Jahre alt, aber von großer, sanft vorgetragener Entschlossenheit – in der Musik, auf der Bühne, im
Gespräch. Hier ist sie: Tara Nome Doyle!
Andere studieren unsicherheitshalber irgendwas mit Medien nebenbei, sie will einfach Musik machen. Im
Biopic „Love & Mercy“, hat sie den alten Brian Wilson, den Kopf der Beach Boys (gespielt von John Cusack)
gesehen. Sie sagt: „Wie Wilson selbst als medikamentöses Wrack auch im Alter noch am Flügel sitzt,
das hat eine große Würde. Ich wusste: Später möchte ich auf ein Leben mit Musik zurück blicken können.
Also bin ich es mir schuldig, das zu probieren.“ Tara Nome Doyle ist eine unzeitgemäße Künstlerin, wie sie
jede Gegenwart braucht, aber selten hergibt.
Geboren ist sie in Berlin-Kreuzberg, ihre Eltern kommen aus Irland und Norwegen und sie spricht (und
singt) die Sprachen akzentfrei. Man glaubt, den biografischen Hintergrund dieser unterschiedlichen Landschaften
in ihrer Kunst wieder zu erkennen; die gespeicherte Hitze und der Nebel aus den irischen Torfmooren,
das Magische aus den norwegischen Fabelwäldern.
Die Tempi bewegen sich in der Mitte, die Erde dampft: Ihre Musik kennt keine Beiläufigkeit. Und doch ist
da immer diese Stimme, die aus den Wipfeln zu klingen scheint. Von dort, wo die Freiheit lockt. Tara Nome
Doyle erlöst diese Spannung nie ganz. Ob sie in „Heathens“ aufbricht zur Reise ins Ungewisse und den
Glauben an das Alte aufgibt, ob in „Natural Order“ der Selbstfindungsprozess langsam in Gang kommt, ob in
„Transmutation“ bereits das Neue aufscheint und in „The One“ schließlich umarmt wird: Die Musik versprüht
eine Atmosphäre zwischen Trauer und Freude, Gefahr und Gewinn, von Schwere und Leichtigkeit.
Das Selbstbewusstsein hat Tara Nome Doyle wohl aus Berlin, wenn die Künstlerin einen Vertrag zurückgibt
mit dem freundlichen Hinweis, ihn bitte gendergerecht zu verfassen. Sie tritt einem höflich, achtsam und direkt,
aber völlig uneitel entgegen. Mit einem Wort: großstädtisch. „Alchemy“ ist trotz der Naturbilder und
der Naturphilosophie, die mitlaufen, ein städtisches Album. Es ist bis zum Platzen persönlich, weil diese
Kunst aus der Mitte der Unruhe kommt. Aber „Alchemy“ überwindet die Privatheit stets spielerisch (wie
jede gute Kunst).
Die Musik ist auch ihr Mittel, die Perspektive aus dem Inneren in die Welt zu schwenken. Dort sitzt das Publikum,
nach wie vor eine Herausforderung für die Sängerin. Sie sagt mit 16 habe sie das Zimmer nicht mehr
verlassen können. „Wer mir half: Kanye West mit seinem Album »My Beautiful Dark Twisted Fantasy!«.
Danach konnte ich wieder auf den Markt, etwas einkaufen.” Heute meditiert sie täglich. Sie beschäftigt sich
mit Achtsamkeit - „deshalb bin ich auf die Alchemie und auch C.G. Jung gestoßen.“ Aber wichtiger als die
individuelle Geschichte und ihr psychologisches Motiv ist der Vorgang der Überwindung, die Arbeit an diesem
Schwenk zum Publikum. Dieser Widerstand bleibt hörbar: nicht als Last, sondern als Lust, diese Grenze
zu überschreiten. Und als Freude, sie auch handwerklich überschreiten zu können.
Ihr Handwerk zeigt sich in ihren Kompositionen und im Spiel mit der Stimme. Ihre Virtuosität wird deutlich,
wo sie die Silben rhythmisch ungewöhnlich verteilt und eigensinnig phrasiert. In der Strophe von „Mercury“
oder kurz vor dem Refrain von „Neon Woods“, wenn die „nocturnal needs“ in langsamen Vierteltriolen hinken,
als wäre die nächtliche Bedürfnisse abgehangene Erinnerungen an die Routinen der Großstadt. Und erst
jetzt, für die letzte Minute des gut dreiminütigen Songs, setzt ein leicht verzerrtes Schlagzeug ein. Eine
Wahnsinnsnummer, die den Wahn auf Distanz hält.
Alle Lieder stammen von Tara Nome Doyle selbst. Für das Arrangement von „Neon Woods“ hat sie mit Max
Rieger (Die Nerven) zusammengearbeitet. Produziert hat das Album David Specht von Isolation Berlin. Es
sind Innenräume, die wir hören sollen - akustisch, aber auch thematisch. Die Drums klingen eher nach einem
Klopfen an der Fensterscheibe als nach dem Stadtlärm vor der Tür, die Gitarre regelt die Harmonie und nicht
die Starkstromzufuhr. Das erste Instrument aber bleibt diese Stimme, die immerzu arbeitet und unbeirrt einen
Weg sucht. Nach innen, nach außen.
Doch von Samtpfotigkeit ist „Alchemy“ weit entfernt. Wenig ist so schwer, wie mit Pausen zu arbeiten und
in der Langsamkeit die Intensität zu entwickeln. Und wenn ein Stück den Kontrollverlust feiert, wie in
„Transmutation“, geht Tara Nome Doyle an die Grenzen der Stimme, während die gedämpfte Snaretrommel
wie ein Gewitter heranrollt.
„Alchemy“ hat etwas von einem Entwicklungsroman, geschrieben mit dem Blick der teilnehmenden Beobachtung.
Das Album lässt sich psychologisch lesen oder als Porträt eines Lebensalters, das aufbricht und das
auch weiß. Erleben und Reflektieren sind jetzt sehr eng umschlungen - das ist so schön wie bedrohlich. Tara
Nome Doyle schickt uns neun Lieder aus diesem Zustand, für den das Leben oft nicht genug Zeit lässt.

Location

E-Werk Kulturzentrum
Fuchsenwiese 1
91054 Erlangen
Germany
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Als eines der größten Kulturzentren Deutschlands prägt das E-Werk das Kultur- und Veranstaltungsleben Erlangens schon seit über 30 Jahren.

1982 schlossen sich zwei Jugendclubs der Stadt zusammen, um in einem stillgelegten Elektrizitätswerk ein neues Zuhause zu finden. Schon bald entstand daraus ein soziokulturelles Zentrum mit einer Vielzahl von Freizeit-, Unterhaltungs-, und Bildungs-Angeboten. Auf insgesamt 2500 Quadratmetern befinden sich vier Spielstätten, in denen jährlich bis zu 200 Live-Acts von den unterschiedlichsten Bands und Künstlern stattfinden. Neben Konzerten aus den Sparten Pop&Rock, Hip-Hop, Reggae oder Weltmusik finden immer wieder auch Poetry Slam-Abende sowie Theatervorführungen auf der Bühne statt. Außerdem verfügt das E-Werk über ein hauseigenes Kino, in dem Besucher anspruchsvolle Filme zu erschwinglichen Preisen genießen können. Für alle, die sich weiterbilden möchten, werden zudem Kurse, Beratungen oder Diskussionsrunden angeboten, bei denen politische Themen oder gesellschaftliche Probleme behandelt werden.

Hier sind alle Menschen willkommen. Im E-Werk kann man feiern, nette Leute treffen, Musik und Filme genießen, sich engagieren oder einfach nur entspannen. Schauen Sie doch mal vorbei!