Revolution revisited: Scheitern als Chance?

Bergmühlstraße, 34
86153 Augsburg

Tickets ab 15,00 €
Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Kulturamt der Stadt Augsburg, Bahnhofstr. 18 1/3a, 86150 Augsburg, Deutschland

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je 15,00 €

Ermäßigt

je 12,00 €

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Begleitperson Schwerbehinderte (nur bei Vermerk B!)

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Preise inkl. Mwst. zzgl. Versand- und Servicegebühren

Ermäßigungsinformationen

Ermäßigungen:
SchülerInnen / Studierende / Arbeitslose / Schwerbehinderte / Wehr- und BuFdienstleistende

Kultursozialticket (Tafelausweis) für 1 €:
für Restkarten an der Abendkasse ab 15 Min vor Veranstaltungsbeginn

KAROCARD: 0,50 € Ermäßigung auf Normalpreistickets

FÜR ALLE GILT: Ermäßigungen können nicht miteinander kombiniert werden. Entsprechende Nachweise müssen unaufgefordert am Einlass mit dem Ticket vorgewiesen werden.

RollstuhlfahrerInnen:
Ermäßigte Tickets für RollstuhlfahrerInnen können bei allen VVK-Stellen und online gebucht werden (jeweils als Rollstuhlplätze im Saalplan ausgewiesen). Für eine notwendige Begleitperson (Vermerk B) bitte zusätzlich einen regulären Platz neben dem jeweiligen Rollstuhlplatz mit der Ermäßigung "Begleitperson Schwerbehinderte" buchen. Diese Karte ist kostenfrei. Falls die markierten Plätze bereits ausverkauft sind, bitte Veranstalter kontaktieren (0821-324 3251).

Schwerbehinderte:
Bitte einen Platz mit regulärer Ermäßigung buchen. Für eine notwendige Begleitperson (nur mit Vermerk B) bitte zusätzlich einen Platz mit der Ermäßigung "Begleitperson Schwerbehinderte" buchen. Dieser ist kostenfrei.
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Veranstaltungsinfos

Literarische Werkstatt unter der Leitung von Alexander Karschnia

Drei ausgewiesene Experten für Kunst als realpolitische Praxis laden zum Werkstatt-Tag ins Sensemble Theater: Alexander Karschnia hat mit Christoph Schlingensiefs Partei „Chance 2000“ die Regierung Kohl herausgefordert. Seine Karriere als Bundestagsabgeordneter war vorbei, bevor sie begann. Als Theatermacher und Wissenschaftler kennt man ihn. B.K. Tragelehn, Meisterschüler bei Bertolt Brecht, geriet mit seinen Heiner-Müller Inszenierungen in den 1970er Jahren ins Visier der SED. Er verbrachte ein Jahrzehnt im politischen Exil. Florian Schneider initiierte 1997 als künstlerische Reaktion auf die europäische Grenzpolitik mit einigen Mitstreiter*innen die Kampagne „Kein Mensch ist illegal“. Das Kunstprojekt verweist auf die Grenzen einer demokratischen Gesellschaft die sich in der cosmopolitischen Praxis schwer tut, allen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen.

Mit Vorträgen und Tischgesprächen schaffen die Referenten ein Forum für alle– Theatergänger*innen, Studierende, Brechtfans –, die Lust darauf haben, sich intensiver mit einem Aspekt aus Brechts Leben., seinem Werk und dessen Nachwirkungen zu beschäftigen. In der diesjährigen Ausgabe werden die Revolutionen von 1918, 1968 und folgende zum Ausgangspunkt für eine neue Betrachtung von Brechts „Fatzer“, „Trommeln in der Nacht“ und einigen Ausschnitten aus dem Werk Heiner Müllers.

„Was zählt ist das Beispiel, der Tod bedeutet nichts“, das war für Heiner Müller die Lehre aus Brechts Fatzer-Fragment: jenem Stoff, der sowohl ihn als auch Bertolt Brecht ein Leben lang beschäftigte. Für Brecht, der Ende der 1920er Jahre einen „Urfatzer“ verfasst hatte, endete das Experiment vorerst mit der Flucht aus Nazi-Deutschland. Nach dem Aufstand in Ost-Berlin 1953 wollte er die Arbeit am „Fatzer“ wieder aufnehmen. Heiner Müller beschäftigte sich mit dem Stoff unter dem Eindruck des Deutschen Herbsts von 1977, als die RAF (Rote Armee Fraktion) mit einer Welle der Gewalt eine Staatskrise auslöste. Kurz nach dem Fall der Mauer inszenierte er das „Duell Traktor Fatzer“ am Berliner Ensemble.
Heute zeigt sich, dass „Fatzer“ wahrlich ein „Jahrhunderttext“ ist, der in einmaliger Weise die Geschichte des „kurzen 20. Jahrhunderts“ (1917-1991) reflektiert. Das Scheitern der Revolution, die Selbstzerfleischung einer revolutionären Gruppe von Kriegsverweigerern am Ende des Ersten Weltkriegs werden hier plastisch vorgeführt. Im Jahr 2018 lohnt es sich, diesen Text und seine Geschichte im Spiegel der beiden Revolutionsjahrestage neu zu betrachten: Novemberrevolution 1918 (Spartakus und Münchner Räterepublik) und 1968 (vom Pariser Mai über den Prager Frühling bis zur sowjetischen Intervention). Verdichten sich doch in den Ereignissen von 1968 die Frage nach Vergangenheit und Zukunft der Revolution: „Und von jetzt an und für eine ganze Zeit über/ Wird es keinen Sieger mehr geben/ Auf Eurer Welt, sondern nur mehr/ Besiegte.“

Mit: Alexander Karschnia (andcompany), B.K. Tragelehn, Florian Schneider, u.a.

Dauer: 4 Stunden, eine Pause

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