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Praetorius und Luther Orgelkonzert mit Choralfantasien

Thomas Herzer – Orgel  

Schlossplatz
06886 Lutherstadt Wittenberg

Event organiser: Wittenberg-Kultur e.V., Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Deutschland

Tickets

eventuelle Restkarten unter +49 (0)3491 419260 oder an der Abendkasse

Event info

In zwei Sammlungen hat Michael Praetorius zehn seiner Orgelkompositionen veröffentlicht – immerhin! Zu weiteren Druckausgaben ist es nicht gekommen, der Mann war offenbar zu beschäftigt, auch als Organist. Sein kompositorisches Opus für die Orgel dürfte somit viel mehr Werke enthalten haben als die drei überlieferten Choralfantasien, das Variationenwerk und die sechs Hymnusbearbeitungen. Mit diesen Zusammenstellungen geistlicher Musik führte Praetorius die Ideen der Reformation zu einem neuen musikalischen Höhepunkt und folgte dabei den Spuren Martin Luthers. Thomas Herzer, Kantor der Schlosskirche zu Wittenberg, ergänzt die Choralfantasien mit Musik von Zeitgenossen Praetorius ́, darunter Samuel Scheidt und Girolamo Frescobaldi – ein stimmiges Programm für die historische Ladegast-Orgel aus dem Jahr 1863 und für den Konzertort selbst, die Schlosskirche Wittenberg, als Ausgangspunkt der Reformation.

Location

Schlosskirche Wittenberg
Schlossplatz
06886 Lutherstadt Wittenberg
Germany
Plan route

Die Schlosskirche Wittenberg hat sich einen ganz besonderen Platz innerhalb der Geschichte der Kirche, des Landes und sogar der ganzen Welt gesucht: Hier schlug Martin Luther 1517 seine 95 Thesen an die hölzerne Kirchentür und setzte damit die Reformation in Gang. Seit 1996 ist die Schlosskirche Wittenberg wegen ihrer herausragenden Bedeutung in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Eine Burg ist hier schon im 12. Jahrhundert belegt, doch erst 1340 wird hier die erste Kapelle errichtet. Im ausgehenden 15. Jahrhundert lässt Kurfürst Friedrich der Weise die Gebäude abreißen und ein Residenzschloss mitsamt Schlosskirche erbauen, keine zehn Jahre später veröffentlicht der Theologe Martin Luther an der Haupttür seine Thesen, die den Verlauf der Geschichte grundlegend ändern sollten. Nach seinem Tod wurde Luther, ebenso wie Reformator Philipp Melanchthon und der Erbauer Friedrich der Weise beigesetzt. Im Siebenjährigen Krieg brannte das Gotteshaus bis auf die Grundmauern ab, einzig das Grabmal des Kurfürsten blieb erhalten.

Ihre Innenausstattung verdankt die Wittenberger Schlosskirche einer Erneuerung Ende des 19. Jahrhunderts, bei das Interieur nach historischen Aufzeichnungen gestaltet wurde. 2013 hat offiziell die Sanierung des Komplexes aus Schloss und Kirche begonnen. Gottesdienste, Konzertreihen oder der Wittenberger Evensong finden aber dennoch weiterhin statt. Eine Kirche, in der die Welt verändert wurde, kann schließlich nicht einfach ihre Pforten schließen.