Oratorium - Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis

She She Pop  

Stresemannstraße 29
10963 Berlin

Tickets from €13.00
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Event organiser: HAU - Hebbel am Ufer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin, Deutschland

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“Dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind.” (B. Brecht)

Eigentum verändert das Bewusstsein. Es trennt Freund*innen, es erteilt Macht über andere, es schließt aus. Eigentum ist selbstverständlich. Und man spricht nicht darüber. Nichts ist so konstituierend für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben, nichts wirkt so trennend auf die Gemeinschaft wie das Eigentum. She She Pop möchten mit “Oratorium” das Geheimnis des Eigentums lüften, es auf eine Bühne zerren.

Man sagt, das Theater westlicher Ausprägung beginnt mit dem Protagonisten Thespis, der sich vor 2500 Jahren vor den Chor gestellt hat. Man könnte aber auch sagen: In diesem Moment ist die Bühne privatisiert worden. Das Individuum wurde seither konsequent überschätzt, überfordert und emotional ausgebeutet. "Oratorium” möchte ein Schlaglicht auf den Zusammenhang von bürgerlicher Öffentlichkeit, Eigentum und demokratischer Ermächtigung werfen.

Gemeinsam mit dem Chor der lokalen Delegierten und ihrem jeweiligen Publikum werden She She Pop über Eigentum sprechen und auf die eigenen Besitzverhältnisse, die Verteilung der Güter und die damit verbundenen Verwerfungen schauen. Inspiriert von Brechts Lehrstücktheorie entwickeln sie Regeln für den dialogischen Theaterabend und bilden uneinige Sprechchöre, die jeden Abend aufs Neue unseren Umgang mit dem Eigentum verhandeln.

Wer darf sprechen? Wer ist präsent, wer wird repräsentiert? Aus der Vielstimmigkeit, der Uneinigkeit und dem immer nur für Momente zu erreichenden Einklang entsteht ein kollektiver Monolog.


“Oratorium” ist ein work-in-progress, dessen Premiere 2018 am HAU Hebbel am Ufer in Berlin stattfand. Ein erstes Showing war 2017 bei Theaterformen in Hannover zu sehen und es folgten weitere Stationen beim Konfrontacje Teatralne Festival in Lublin und dem ACT Independent Theater Festival Sofia. "Oratorium” war auf einer Reise durch Europa, in deren Verlauf es Momentaufnahmen aus anderen ökonomischen Mikrokosmen gesammelt hat und sich von Station zu Station weiter entwickelt zu einer großen vielstimmigen Andacht.

2019 She She Pop sind mit “Oratorium” zum Theatertreffen Berlin eingeladen. Im Statement der Jury heißt es: “Über Geld redet man nicht. Das Performance-Kollektiv She She Pop schert sich nicht darum und macht das Privateigentum, Ungleichheit und Scham zum Thema. ... She She Pop formieren das Publikum zum vielstimmigen Chor. Wie immer bei She She Pop nistet das Politische im Privaten, im biografischen Material.”

“Let it belong to those it is good for.” (B. Brecht)

Property changes consciousness. It divides friends, gives one person power over others and excludes. Property is taken for granted. And people don’t talk about it. Nothing is so constitutive of our society, or our lives together; nothing has such a divisive effect on our community as property. With “Oratorium”, She She Pop wants to air the secret of property, to drag it out onto a stage.

It is said that Western theatre began with the protagonist Thespis, who stepped out from the choir 2,500 years ago. But you could also say: it was the moment that the stage was privatised. Since then, the individual has been consistently overrated, overburdened and emotionally exploited. “Oratorium” would like to shed some light on the context of the bourgeois public, property and democratic empowerment.

Together with each choir of local delegates and their audience, She She Pop will start a discussion on property and examine their own relationship to ownership, the distribution of goods and its related problems. Inspired by Brecht’s Lehrstücktheorie, they develop rules for a dialogical theatre show and form discordant speaking choruses, which renegotiate with each performance how we deal with property. Who is allowed to speak? Who is present, who is represented? A collective monologue emerges from the diversity of voices, discord, and occasional, momentary harmony.


“Oratorium” is a work-in-progress, which will premiere in 2018 at HAU Hebbel am Ufer in Berlin. First showings took place at Theaterformen 2017 in Hanover and subsequently also at the Konfrontacje Teatralne Festival in Lublin and the ACT Independent Theatre Festival Sofia. Now ORATORIO returns from its tour through Europe, during which it gathered momentary impressions of other economic microcosms and evolved intoa great polyphonic meditation at each stop along the way.

In 2019, She She Pop have been invited to the Theatertreffen in Berlin with their “Oratorium”. The statement from the jury reads: “One doesn’t talk about money. The performance collective She She Pop doesn’t bother with that rule, making private property, inequality and shame the topic of their piece. … She She Pop turns the audience into a choir with multiple voices. As always with She She Pop the political lies in the private, in biographical material.”

Location

HAU1
Stresemannstraße 29
10963 Berlin
Germany
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In der Spielzeit 2003/2004 haben sich drei selbstständige Bühnen zu einer neuen, einzigartigen Theaterinstitution zusammengefügt. Das Hebbel-Theater, das Theater am Halleschen Ufer und das Theater am Ufer bilden nun das „Hebbel am Ufer“, kurz „HAU“.

Hier weht ein frischer Wind, besonders in Person von Annemie Vanackere. Die Belgierin ist seit 2012 Intendantin des Hauses und hat sich voll und ganz der Kunst verschrieben. Sie steht für das Unkonventionelle und sammelte bereits in Gent sowie an der Schouwburg in Rotterdam Erfahrungen in der freien Theaterszene. Sie versteht das Theater als Freiraum, in dem Kunst und Ästhetik jegliche Form der Funktionalität überwinden, wodurch festgefahrene Strukturen und Denkmuster aufgebrochen werden können.

Innovation ist der kreative Motor des Theaters. Das HAU steht allerdings ebenso für Tradition: Sowie das Hebbel-Theater für internationale Gastspiele bekannt war, soll auch das Hebbel am Ufer eine Spielstätte für Künstler aus der ganzen Welt sein. So vielfältig und verschieden wie die beteiligten Akteure, ist daher auch das Programm, welches aus Theater, Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst besteht.

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