Matthews Southern Comfort

Mainzer Str. 30
63897 Miltenberg

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Veranstalter: Music & Event GmbH, Mainzer Straße 30, 63897 Miltenberg, Deutschland

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Iain Mathews über sein Rockpalast Konzert

WENN DIE GEBIRGSBÄCHE NICHT STEIGEN

Während ich unbefangen diese 33 Jahre alte Darbietung eines recht jungenhaft aussehenden 37-Jährigen aus dem letzten Monat des Jahres 1983 verfolge, ertappe ich mich dabei, wie ich versuche, mich an seine Ängste und sein Streben erinnern zu wollen. Seine Einflüsse und seine Richtung und auf was seine Laufbahn zusteuert. Letzten Endes habe ich kaum Antworten, außer zu sagen, dass er fokussiert und den Moment zu genießen scheint.

Künstlerisch war es eine Zeit der Herausforderung für mich. Mir war nur allzu bewusst, dass die Zeit voranmarschierte, sich die Geschmäcker rapide änderten und dass New Wave die Szene im Würgegriff hatte. Ich war in einem Dilemma, wo ich mich mit meiner eigenen musikalischen Identität irgendwie hineinpassen könnte.

Ich lebte in den Vereinigten Staaten, an der Westküste, wo ich im Frühjahr 1973 hin gejettet war, um ein stabiles Puzzleteilchen in der aufkeimenden Singer/ Songschreiber-Gemeinde von Los Angeles zu werden.

Meine Solokarriere dort war allerdings in den späten 70ern ins Stocken geraten und ich düste nach Seattle im pazifischen Nordwesten, um eine fieberhafte Partnerschaft mit David Surkamp einzugehen, zuletzt durch Pavlov’s Dog in Verruf geraten. Eine Band mit drei Gitarren, die für Achtelnoten lebte.

Das ging allerdings schief als David weiterzog und mir musikalisch nichts übrig blieb als Daumen zu drehen, bis ich zur rechten Zeit noch einen Telefonanruf von der britischen Insel erhielt.

An diesem Punkt klinkte ich mich zum zweiten Mal bei meinem alten Plainsong-Produzenten Sandy Roberton ein.
Ein paar Jährchen vorgespult, und vor dem Hintergrund einiger recht unerwarteter internationaler Erfolge, mit einer Top-10-Single sowie Welttourneen mit den Beach Boys, David Gates und Jojo Gunn, war soeben mein neues Album „Spot Of Interference“ veröffentlicht worden.

Angestachelt von Sandy überredete ich mich selbst, wesentlich „energiegeladenere“ Aufnahmen zu machen als ich ursprünglich vorhatte. Als das Album fertiggestellt war, hatte Sandy den Plan, dass er der europäischen Presse Promo-Exemplare fast jede Künstlerinfo schicken und sehen wollte, was sie daraus machen würden. Das Feedback war extrem positiv – bis er meine Identität aufdeckte.

Woraufhin ich auf einmal von denselben Leuten, die zuvor behauptet hatten, dass sie mein Album so mögen, angeklagt wurde, mich bloß an einen Trend anzuhängen, was die ganze Kampagne sofort zum Stoppen brachte.

Aber als der sture Typ, der ich nun mal war, machte ich Pläne, allen Widrigkeiten zu trotzen, eine großartige Band zusammenzustellen und das Album solange live zu spielen, bis die Socken qualmen. Und genauso machten wir es auch, immer mit dem Mittelfinger fest ausgestreckt in Richtung der Kritiker.

Dieser Auftritt, bei der europaweit beliebten Konzertreihe des deutschen Fernsehens, Rockpalast, ist am Anfang unserer zweiten Tournee gefilmt worden. Die Band umfasste meine alten Hi-Fi-Kumpel Bruce Hazen an der Gitarre (wo hat er bloß dieses Jackett her?), Robert (Bob) Henrit, ehemals Unit 4 + 2 und später Kinks-Drummer, sowie Bob Metzger ebenfalls Leadgitarre, gebürtiger Milwaukee und nun Einwohner von Los Angeles. Bob hatte vor vier Jahren bei uns vorgespielt und war inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil der Besetzung. Zu guter Letzt Dave Wintor, der auf ausdrückliche Empfehlung von Sandy kam und sich von jetzt auf gleich als Ersatz für unseren regulären Bassisten Mark Griffiths ins Getümmel stürzte, während er selbst in Sachen Cliff und Shadows unterwegs war.

Es ist eine sehr gute, leidenschaftliche und professionelle Show und abgesehen von den obligatorischen „Spot“-Stücken und ein paar Lieblings-Dauerbrennern, spielten wir auch Songs von meinem nächsten und letzten Album mit Sandy Roberton „Shook“. Und werft mal einen Blick auf das Publikum. Bis ich das Video gesehen hatte, war mir nicht mal aufgefallen, wie stark das Hippietum 1983 noch in Deutschland verbreitet war.

Wenn ich so darüber nachdenke, ob ich meine musikalische Zukunft irgendwie hätte verändern können, dann würde ich wohl sagen, dass ich diese Periode meiner Entwicklung lieber übersprungenund gleich das nächste Stadium angesteuert hätte, nämlich das eines Akustikgitarren schwingenden Singer/Songwriters, für das ich offensichtlich schon immer geschaffen war. Aber so läuft das im Leben nun mal nicht, nicht wahr? Und ich bin niemand, der einen Abschnitt seiner Karriere als „wegwerfbar“ verurteilt oder enttäuschend. Es war alles in allem eine sehr wertvolle Erfahrung und wenn die Zeit als „Prinz der Achtelnoten und Vibrato“ mir auch nichts weiter vermittelt hat als bloß ein klares Verständnis von dem, was ein Musiker braucht, um Selbstvertrauen und eine solide Bühnenpräsenz zu entwickeln, dann könnte ich dies für den Rest meiner Karriere mit mir tragen.

Also, schaut euch diese Show unvoreingenommen an, mit derselben Freude und Begeisterung, die wir für euch dort auf der Bühne in Hamburg entfalten, damals, als Elvis „King“ war (der andere Elvis) und schnelle Lieder die Hallen rockten von Hamburg nach L.A. und wieder zurück.

Alles Liebe und bis bald unterwegs, (in den unverwechselbaren Worten eines anderen meiner Helden, Hank Williams), wenn die Gebirgsbäche nicht steigen.

Iain Matthews
Horst. Niederlande
2016

Ort der Veranstaltung

Beavers
Mainzer Straße 30
63897 Miltenberg
Deutschland
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Das Beavers im bayerischen Miltenberg ist ein echter Alleskönner. In der modernen Lounge können Sie gemütlich sitzen und sich von erfrischenden Cocktails und Live-Musik animieren lassen. Für die Wissensdurstigen unter Ihnen ist das Beavers Museum ideal, um der Musikgeschichte näher auf den Grund zu gehen.

Die bunten Buchstaben über dem Haupteingang verkünden, wie es im Inneren des Beavers zugeht. Überall hängen Autogrammkarten, Platten und Fotografien großer Musiklegenden. So wachen unter anderem Elvis, die Beatles und Pink Floyd über die Bühne, auf der regelmäßig Live-Bands zu sehen sind. Dabei sind die Genres wild gemischt: Von Blues und Jazz über Rock ‘n‘ Roll und Metal bis hin zu intimer Akustik findet alles Einzug in die Kulturstätte, was gut und virtuos ist. Aufgrund von Miltenbergs abgeschiedener Lage war es in den ersten Jahren gar nicht so leicht, den Musiktempel zu halten. Mittlerweile hat sich das Beavers aber zu einem beliebten Treffpunkt etabliert, den auch Fans aus weit entfernten Gegenden aufsuchen. Außerdem lassen sich die Räume auch für private Feierlichkeiten mieten – gehen Sie bei Interesse auf die Betreiber zu, die stets mit Begeisterung bei der Sache sind.

Zu finden ist das Beavers abseits der Innenstadt, wo der Main und der Alte Bahnhof Miltenberg eine spektakuläre Außenkulisse formieren. Bei 2,2 Kilometern Entfernung zum städtischen Hauptbahnhof bietet es sich an, mit dem PKW anzureisen. Vor Ort stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.