Masaa

Afkar  

Siemensstr. 11 Deutschland-70469 Stuttgart

Tickets ab 20,90 €

Veranstalter: Theaterhaus Stuttgart e.V., Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart, Deutschland


Veranstaltungsinfos

Vor 30 Jahren war es ein Libanese, der erstmals Maßstäbe in der Verbindung von arabischer Tradition und westlichem Jazz setzte. Eine Generation nach dem Durchstarten des Oudmeisters Rabih Abou-Khalil haben sich die Bedingungen für Teamworks zwischen Orient und Okzident geändert. Brückenschläge sind nichts Exotisches mehr. Sie stehen nun unter dem Vorzeichen eines selbstverständlichen Austauschs, der kreative Fluss fördert eine immense Palette von musikalischen Perspektiven zutage, schafft ganz neue Heimaten in und durch Musik. Die mutige Speerspitze dieser neuen Begegnungsqualitäten bildet das Quartett Masaa – und mit dem Poeten, Komponisten und Sänger Rabih Lahoud steht im Fokus wiederum ein Mann mit Wurzeln im Libanon.

Wie so oft in der Musikgeschichte entstehen kreative Höhenflüge durch ein zufälliges Aufeinandertreffen – so auch im Falle der deutsch-arabischen Konstellation von Masaa: Trompeter Marcus Rust spielt 2010 in Schwerin bei einem Bigband-Konzert und begegnet dort Rabih Lahoud. Dessen Name ist ihm schon durch seinen Lehrer Markus Stockhausen vertraut, der ihm von seinem neuen Projekt Eternal Voyage mit dem gebürtigen Libanesen erzählt hat. Rust ist so begeistert von Lahouds Vokalkünsten, dass er ihn seinen Kollegen Clemens Pötzsch (p) und Demian Kappenstein (perc) vorstellt.

Dabei ist für Lahoud die künstlerische Arbeit mit seiner Muttersprache noch frisch: Nach langer Vorliebe für die Musik des Westens und ein klassisches Pianostudium tastet er sich erst in der deutschen Ferne neugierig und behutsam an seine Wurzeln heran. Findet einen Ort des Wohlfühlens und Schönheit im Klang des Arabischen, das er von seinen Regeln befreit, jedem Wort eigene Kraft zuspricht. Es ist förderlich für die Chemie der frischgebackenen Band, dass auch die anderen Drei Suchende sind: Durch einen Indienaufenthalt geprägt, begeistert sich Rust für die direkte Emotionalität traditioneller Musik, bringt sie mit Jazz und Improvisation zusammen. Mit den gleichen Verbindungen arbeitet Pötzsch, der durch sein sorbisches Erbe die Töne des Ostens in seinem melodischen Spiel aufblitzen lässt. Und auch Kappenstein ist ein Reisender, der auf dem Schlagwerk seine Erfahrungen zwischen Taiwan und Türkei, Israel und Deutschland einfängt.

„Improesie“ nennt die Band liebevoll das, was sich im Studio ereignet, wenn der schöpferische Akt in Gang kommt: Zuweilen improvisiert Lahoud seine Texte über den Kompositionen seiner Kollegen, umgekehrt wird durch die poetischen Bilder der Verse oder rein durch den Klang der fremden Sprache die Improvisation der Instrumentalteile angeregt. Aus diesem „Schneeball“-Verfahren heraus erwächst das hochgelobte erste Album „Freedom Dance“. Da sind die vier Musiker für ihren unorthodoxen Umgang mit Orient Jazz schon mit dem Bremer Jazzpreis ausgezeichnet, überzeugen auf europäischen, libanesischen, schließlich sogar auf afrikanischen Bühnen.

Auf ihrem neuen Werk „Afkar“ loten Masaa noch mehr Freiheiten aus: Ihre Klangsprache hat sich ein Stück weiter vom Jazz emanzipiert, gibt sich sinnlicher, herzblutender, die Verschmelzung von Tänzerischem und Ungebundenem, von Tradition und Experiment hat eine neue organische Stufe erreicht. Lahouds Stimme mutet noch voluminöser und expressiver an, der Fluss der improvisatorischen Ideen und Gedanken - so die Bedeutung des arabischen Wortes „Afkar“ - führt im Zusammenspiel der Vier zu bislang unbekannten Ufern.

Mit ihrem zweiten Wurf zelebrieren Masaa die Selbstverständlichkeit von Interkultur mitten in Europa – und beschwören sie mit der beseelenden, ergreifenden Schöpferkraft von Poesie und Improvisation.

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Ort der Veranstaltung

Theaterhaus
Siemensstr. 11
70469 Stuttgart
Deutschland
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Ein Ort, der Kunst und Sport, Kongresse und Musik verbindet. So etwas gibt es nicht? Doch, in Stuttgart ist mit der Eröffnung des Theaterhauses 2003 dieser Traum wahr geworden. Die Räume bieten Platz für jedermann. So sucht diese ganz besondere Nutzung des Ortes europaweit nach ihresgleichen.

Im Norden Stuttgarts, genauer im Stadtbezirk Feuerbach nahe dem Pragsattel, wurde Anfang des Jahrtausends ein Kulturzentrum geschaffen. Nachdem stetig wachsende Zuschauerzahlen die Glasfabrik aus allen Nähten platzen ließen, zog das Theater in die Rheinstadthallen. Das Gebäude, das zuletzt der Firma Thyssen als Endfertigungshalle für Baustahl diente, wurde zu einer Kultur- und Sportmetropole umgebaut. Und es hat sich gelohnt. Mehr als 300.000 Besucher kommen jährlich zu den Veranstaltungen. Grund dafür ist auch das vielfältige Programm: Neben großartigen Theaterinszenierungen gibt es auch Pop- und Rockgrößen, sowie die Elite des deutschen Kabaretts zu sehen.

Das besondere Ambiente dieses Veranstaltungsorts lässt das Herz jedes Kulturliebhabers höher schlagen. Das Theaterhaus Stuttgart ist eines der bedeutendsten seiner Art.