MARTIN KOHLSTEDT - „Ströme“

Hechinger Str. 203
72072 Tübingen

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Event organiser: Sudhaus e.V., Hechinger Straße 203, 72072 Tübingen, Deutschland

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Nicht bei allen Veranstaltungen werden ermäßgte Tickets angeboten!
Wenn für eine Veranstaltung ermäßigte Tickets angeboten werden, so gewähren wir diese Ermäßigung gegen Vorlage eines gültigen Ausweises. Liegt eine gültige Berechtigung für die Ermäßigung nicht vor, erheben wir den Differenzbetrag. Die Ermäßigungen gelten für folgende Personengruppen:
SchülerInnen, StudentInnen
Jugendliche bis 18 Jahren
Zivil- und Wehrdienstleistende
FSJ`ler
Inhaber der KreisBonusCard Tübingen
Schwerbehinderte (ab 50% GdB)
Begleitpersonen von Behinderten haben freien Eintritt. (Vermerk B im Ausweis)
Hinweis: Wir haben im großen Saal und im Theatersaal keinen behindertengerechten Zugang. Wir bemühen uns aber, Ihnen den Zugang zu allen unseren Veranstaltungen zu ermöglichen. Bei rechtzeitiger Anmeldung steht hierfür genügend Sudhauspersonal zur Verfügung.
Wir bitten Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen deshalb um rechtzeitige Voranmeldung im Sudhaus unter: 07071-74696 oder per Mail: mail@sudhaus-tuebingen.de. Begleitpersonen von Behinderten müssen ihre Freikarte telefonisch reservieren.
Diese Freikarten werden nicht im Vorverkauf angeboten.
Familienermäßigung
Werden für eine Veranstaltung ermäßigte Tickets angeboten, erhalten diese ebenso Familien mit mindestens einem Elternteil und einem Kind unter 18 Jahren. Dann erhalten alle Familienmitglieder ermäßigte Tickets. Zusätzlich haben Kinder bis 6 Jahre freien Eintritt (außer bei Kinderveranstaltungen!) und für Kinder von 7 bis 12 Jahren berechnen wir die Hälfte des ermäßigten Abendkassenpreises. Dies gilt nicht für Kinderveranstaltungen, denn hier gelten bereits ermäßigte Preise. Freikarten und Sonderermäßigungen sind im Vorverkauf nicht erhältlich. Wollen Sie also bei der Familienermäßigung neben den ermäßigten Vorverkaufstickets auch die günstigen Ermäßigungen an der Abendkasse in Anspruch nehmen, empfehlen wir DRINGEND die telefonische Reservierung. Denn auch hier gilt: Nur solange der Vorrat reicht.
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Der Konflikt steht Martin Kohlstedt ins Gesicht geschrieben. Dabei ist es egal, ob sich der Komponist und Pianist für einen Moment mit dem Publikum verbindet oder wieder in sein Refugium aus Klaviaturen für Stahlsaiten und Synthesizer versinkt. Unnachgiebig sucht sein Blick, fühlt sich durch irgendeinen Raum und ist damit dem Kopf meist um herzzerreißende Augenblicke voraus. Als Musiker ist das ein Wagnis, ein provoziertes wie provozierendes Spiel am Rand der eigenen Kontrolle – als Komponist dagegen hat das Konzept. Denn für die Energie und Unberechenbarkeit seiner Konzerte ist Kohlstedt, unübersehbar Bursche vom Thüringer Land, durchaus berüchtigt und hat es damit von der Russischen Staatsbibliothek über die iranische Talar-e Rudaki bis in den ausverkauften großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie gebracht. Doch man findet bei all dem keine Attitüde der großen Inszenierung wegen, nur eine andere Art, Musik zu denken und mit ihr zu kommunizieren: Es gibt keine Werke, dafür kompositorische Versatzstücke, deren Kraft in dem Potenzial ihrer Kombinierbarkeit und Variationen liegt. Diese Module, wie Kohlstedt sie nennt, ergeben gerade in ihrer Verbindung unvorhersehbare Pointen und Konflikte.

Das gilt nicht nur für seine Konzerte. Schon auf den Schwester-Alben »Tag« und »Nacht« (2012 / 2014) wirkt die Format-bedingte Aufnahme wie das notwendige Übel, eine ihrer Ausformungen festzuhalten. Voyeuristisch wohnt man einer Begegnung Kohlstedts mit seinem heimischen Piano bei. Mit »Strom« (2017) lösen sich dann die Schablonen der Bühnenfigur und ihres Instrumentes endgültig auf, in einem berauschenden Wirbel aus Klaviermelodien und elektronischen Landschaften. Es ist keine Grenze mehr auszumachen zwischen Neu und Alt oder zwischen analoger und digitaler Instrumentierung. Sound und Struktur treten hinter den Wunsch, Momente einfach zuzulassen. Als Motiv sind sie für Kohlstedt so inspirierend wie die Sprache seiner Hände für uns – Musik als ein sozialer Zustand.

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Kollaborationen schon immer ein zentraler Bestandteil von Kohlstedts Schaffen waren. Um seine künstlerische Sicht einer starken Reibung auszusetzen, hat er auf zwei Rework-EPs genreübergreifend mit Elektro-, Hiphop und Pop-Künstlern zusammengearbeitet – darunter Christian Löffler, Douglas Dare, FM Belfast, Dwig und Hundreds. Das Interdisziplinäre liegt ihm, dem Getriebenen, der nie wirklich in der Klassik heimisch wurde. So studierte er Medienkunst an der Bauhaus Universität Weimar und bis heute komponiert Martin Kohlstedt regelmäßig für internationale Filmemacher oder wirkt an der Produktion von Hörspielen und Theaterstücken mit.

2019 wird dieser ‚Werk’-Körper nun weiter verhandelt und es wäre nicht Martin Kohlstedt, würde er dafür nicht zur gerade größtmöglichen Fallhöhe streben: Zusammen mit dem bis zu 70 Stimmen starken GewandhausChor zu Leipzig und dessen künstlerischen Leiter Gregor Meyer arrangiert, kuratiert und erforscht Kohlstedt die Interaktion des menschlichen Kollektivs mit der streitbaren Intuition des Musikers. »Ströme« (Edition Kohlstedt / Warner Classics) macht sich dabei seine Erfahrung zunutze, und die seiner langjährigen Wegbegleiter, das Aufeinandertreffen beider ganz für sich stehenzulassen und als Experiment die Möglichkeit des Scheiterns zu geben. Das Ergebnis ist pure Dynamik, voll von monumentalen Verwerfungen und zarten Annäherungen, aber befreit von jeder Angst vor dem, was Klassik sein darf.

Location

Sudhaus
Hechinger Str. 203
72072 Tübingen
Germany
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Ein wirklich geschichtsträchtiger Ort: Schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts gehört das Sudhaus Tübingen zu den bedeutendsten Lokalitäten Tübingens. Und seitdem lockt es mit zahlreichen Veranstaltungen und tollem Ambiente Kultur-Begeisterte aus ganz Deutschland an.

Angefangen hat alles mit einer Bierbrauerei und einer Gaststätte an einer Fernstraße. Ein Ochsenwirt errichtete eine Gastwirtschaft und die Dinge nahmen ihren Lauf. Nach 200 Jahren und wechselnder Nutzung der Räume, ist das Sudhaus heute ein Veranstaltungsort, der neben Theater und Konzerten Platz für wechselnde Kunstaustellungen und Partys bietet – Unterhaltungsmusik, Kleinkunst und Kabarett gehen hier Hand in Hand. Schon 1825 schrieb man über „einen von den am häufigsten besuchten Vergnügungs-Orten der Einwohner von Tübingen“ …und noch heute trifft diese Beurteilung zu.

Das Sudhaus ist mehr als nur eine Brauerei mit Biergarten. Es ist ein Zentrum aller Kulturen und bietet Platz für jedes Kunst-Genre.