Le Millipede - „The Sun Has No Money“ Releasekonzert

Holzstraße 28
80469 München

Tickets ab 15,30 €

Veranstalter: Missmilla GmbH, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland

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„The Sun Has No Money“ - Releasekonzert

Mit seinem Solo–Debüt unter dem artistname Le Millipede hatte der Alien Ensemble, Hochzeitskapelle und Lovebrain and Diskotäschchen Posaunist Mathias Götz vor zwei Jahren schon für Aufhorchen gesorgt: Ein kaum kategorisierbares, raumzeitloses Musikschiff war gelandet – an Bord eine kosmische Musik, die entgegen jeglicher Heimatverortung schwingt, und dennoch klar nach der Münchner Alien–Transistor–Schule klingt. Vor Kurzem erst erschien dann die Remix–Compilation Mirror Mirror, mit Arbeiten von 1115, Protein, LeRoy, Olaf Opal, Saroos und anderen. The Sun Has No Money ist nun das zweite Le Millipede–Album.

Live wird Le Millipede ergänzt durch Markus & Micha Acher (The Notwist u.v.a.), Nico Sierig (Joasihno), und Manuela Rzytki (G. Rag & die Landlergschwister, Kamerakino u.a.).



Pico Be beschreibt das Album folgendermaßen:

Die Sonne ist das größte Ding auf Erden. Sollte ihr eines Tages der Saft ausgehen, dann war´s das. Dann ist Over, Ende, Licht aus, für den Millionär wie für den Bettler. Im Angesicht der Sonne werden alle gleich. Ok, das ist jetzt nicht die Top–News. Aber hören Sie mal... The Sun...The Sun... sie hat es wohl verdient, ihrer Wichtigkeit mal wieder so richtig gewahr zu werden, nicht wahr? Man merkt das zum Beispiel ganz gut beim Radfahren, was es bedeutet, wenn sie fehlt, nachts, und auch was sie leistet, beim Abstrampeln, wenn der Dynamo seinen Schein ins Dunkel wirft. Am Ende steigt man voller Elan und pfeifend vor Energie vom Rad, die innere Batterie hat man aufgeladen – und kommt sich vor wie eine kleine Sonne. Dann ist Zeit für die Melodica.

Ein warm-up ohne Strom, danach fängt die Platte zu Leuchten an. Mathias Götz alias Le Millipede braucht keine Pedale, den Kreislauf kurbelt er mit Instrumenten an, alle selbst* gespielt, gefühlt an die tausend. Ein Spiel auf mehreren Ebenen nimmt seinen Lauf: Illusionen werden erzeugt, während der Aufnahmeprozess mit eingeblendet und erfahrbar bleibt. Das Schaffen von Musik wird selber Thema dieser Platte. Denn, ja: warum nicht mit den Mitteln von Schönmalerei auch mal über Geld sprechen? Die Sonne wirft keinen Schatten, sie lässt nur wachsen und gedeihen. Und es kam wer, dir die Früchte aus dem Garten zu klauen, um sie dir zurückzugeben gegen Geld. Ganz fern hören wir die Schreie der Möwen im Wind, in den jemand Brotkrumen wirft.

Die Sonne gibt keinen Schatten, sie gibt nur Licht. Und es kam wer und verstellte die Sicht. Bist du Diogenes, dann kommst du aus deinem Tönnchen und sprichst "Geh mir aus der Sonne". Bist du Oberstudienrat, dann rauchst du Pfeife oder pfeifst drauf. So oder so wird die Perkussion hier zur musique concréte. Die Sonne kennt keinen Schatten, sie kennt nur sich selbst. Und es kam wer und baute eine Stadt. Mit Straßen, damit Häuser Schatten in sie werfen. Und auf die Straße tönt Musik, die in den Häusern geschrieben wurde.

Zum Beispiel in der Tin Pan Alley. Ihren Spitznamen erhielt diese durch einen New Yorker Musikjournalisten, der das ständige Klimpern der Probeklaviere mit dem Klappern von Zinnpfannen verglich. So klingt eine Straßenseite dieser Platte. Wir hören einerseits Melodien, die Schatten sein mögen von Melodien anno 1898 oder älter, und die dort, in den Verlagshäusern der Tin Pan Alley, ein paar Jahre später, vielleicht 1912 oder 1917 registriert wurden. Gleichzeitig sehen wir jene Alley, die Bedingungen, sehen das Schaffen selbst. Schatten hören!

Eine Straßenseite also Amerika. Die andere: Russland. Dazwischen Europa, ein Loch. Das hin und her rührt natürlich von der Sonnenbewegung. Tag und Nacht im Wechsel, im Pendelverkehr. Prokofjew und Skrjabin und andere Geister trifft man, wie von Le Millipede in der Tin Pan Alley verlegt. Und manchmal scheint es, als spielte dort Le Millipede Skrjabins Lichtklavier. Eine Synästhesie aus Farben und Tönen. In Amerika nennt sich Prokofjew übrigens Brian Wilson, Skrjabin wiederum heisst Sun Ra, der auch nie Geld hat, aber dafür Sonne satt. Gemeinsam leiht man sich von den Bewohnern der Antillen eine Tanzmarke für Mutabor und schickt Moondog eine Postkarte nach Deutschland, in die finstere Nacht. Auf der Karte tanzen sie ihn, den Beguine.

Brennelementsteuer voraus! Le Millipede ist zwischendrin – und nicht nur – mit diesem Stück Chopped and screwed Mischtechnik absolut im Zeitfenster der Stunde. Houston, bitte kommen, der Tausendfüßler is on the road! Noch ein Löffel lila Codeine und weiter geht es im Pullmannwagen. Immer mit der Sonne! Wir bleiben auf der motorischen Linie. Trans–Eureka–Express. So sind sie, die Wanderjahre. Als bohrende Rhapsodie werden sie im Gedächtnis bleiben.

So geht der Tag – auf und unter. Aufgang, Untergang, Sonnengang. Die Sonne ist der größte Loop! Und wie in der Spielwerkmaschine von hmmm, verdichtet sich hier die Zeit, wird mehr, als sie zunächst zu sein scheint. Denn Zeit ist mehr, viel viel mehr als Geld. Und die Sonne ist das größte Ding auf Erden.

Ort der Veranstaltung

Milla Club
Holzstraße 28
80469 München
Deutschland
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Bild des Veranstaltungsortes

Klein hat sie angefangen, die Milla in München. Mittlerweile stehen aber so gut wie jeden Abend Künstler der verschiedensten Genres auf der Bühne des kleinen Lokals, gelegen im angesagtesten Viertel Münchens, das Glockenbachviertel. Das Ambiente des Live-Clubs ist einzigartig. Ein langer schmaler Raum (früher lief hier ein Bach entlang) ist ausgestattet mit alten Polstersofas und rustikalen Holzbänken und das Bier könnte auch mal kippen, denn alles ist leicht schräg.

Schräg. Das beschreibt die Milla eigentlich perfekt und das ist, was die Gäste an dieser Lokalität so lieben. Auf die Idee einer solchen Bar kommt auch nicht irgendwer. Nein, Gerd Baumann (Musiker und Komponist), Peter Brugger (Sportfreunde Stiller) und Till Hofmann (Betreiber des Münchner Lustspielhauses) sind die Initiatoren der Milla. Bei so viel Prominenz kann es dann schon mal vorkommen, dass die Schöpfer selber mal auf der Bühne stehen und ein bisschen rum experimentieren.

Die Milla hat Charakter und ist so ganz anders als die anderen Bars und Clubs in München. Und genau das macht sie so besonders und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie erreichen die Milla am besten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Von der Tram- und U-Bahnhaltestelle „Sendlinger Tor“ bzw. „Fraunhoferstraße“ sind es nur wenige Gehminuten in die Holzstraße.