Laurent Leroi & Michael Herzer

„Deux Nous“  

Mittelgasse 16
69502 Hemsbach

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Event organiser: Stadtverwaltung Hemsbach, Schlossgasse 41, 69502 Hemsbach, Deutschland

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Die beiden Musiker verbindet nicht nur eine langjährige musikalische Zusammenarbeit und Freundschaft, sondern auch die Begeisterung für die Welt des Tangos. Was lag da näher, als das Duo Leroi-Herzer zu gründen und den Tango mit seinen musikalischen Verwandten Milonga und Vals zum Leben zu erwecken. Laurent Leroi am Akkordeon und Michael Herzer am Kontrabass haben mittlerweile drei CDs sowohl mit Klassikern als auch mit Eigenkompositionen eingespielt und präsentieren im Rahmen des städtischen Kulturprogramms am 18. Oktober in der Ehemaligen Synagoge ihr neuestes Werk „Deux nous“.

Dem Status der Folklore längst entwachsen, ist Tango zu einer universellen Sprache geworden: Kein einbalsamiertes Kulturerbe, sondern lebendige Weltkultur. Die Empfindung, die der Tango heute thematisiert, wohnt nicht mehr nur in den Auswandererquartieren der Metropole Buenos Aires, sondern überall. In einer allenthalben fröstelnden, auf Effizienz gebürsteten Welt ist der Tango zum globalen Idiom der Sehnsucht – wonach auch immer – gereift: die Heimat, die Liebe, die Träume, etwas, das man nicht genau benennen kann – wo ist da noch der Unterschied? Wir alle sind irgendwie in der Fremde.

Das zeigen nicht nur die, die ihn spielen, sondern Millionen von Hörern und vor allem die Tänzer, die rund um den Erdball in Tango-Schulen, -Clubs und -Bars die strenge und doch leidenschaftliche Choreografie der Klage zelebrieren: Statt Melancholie sehenden Auges ins Pathologische driften zu lassen, nimmt sie der Tango an die Hand, umarmt sie und tanzt mit ihr. Tango nimmt die Traurigkeit des Herzens an und feiert sie als lebendigen Bestandteil unseres Daseins.

Leroi und Herzer haben die Mission des Tangos verinnerlicht: In zahllosen Konzerten und auf inzwischen drei Silberlingen haben sie den Tango in seiner reinen und traditionellen Form gespielt, studiert, durchdrungen und geatmet. Und so sind sie von virtuosen Interpreten des Genres zu sensiblen Komponisten gereift, die jetzt mit ihrem dritten Album „ihre eigene Stimme erheben“ – mit elf Eigenkompositionen, die variantenreich, überraschend und oft auch augenzwinkernd die vielfältigen Abzweigungen des Tango-Stammbaums durchspielen: vom Tango Clásico bis zum als „Far West“ klassifizierten Tango, vom finnischen Tango bis zu den launischen Tango-Cousinen Vals und Milonga.

Auf der CD schon das reine Vergnügen und sicherlich bald fester Bestandteil der gepflegten Tango-Playlist von Fans, Schulen und Veranstaltungen, eröffnet sich live eine weitere Dimension: Mittlerweile gereifte Männer, die das Leben in all seinen Facetten kennen, präsentieren Leroi-Herzer mit ihren Konzerten eine wunderbare Mixtur aus Klassikern und Eigenkompositionen, aus Freude, Trost und Lebensklugheit in musikalischer Form – übrigens, wie gewohnt, auch begleitet von unübertroffen lakonischen Kommentaren zur Geschichte der einzelnen Stücke.

Ja, das Leben ist traurig, aber so traurig nun auch wieder nicht.

Location

Ehemalige Synagoge Hemsbach
Mittelgasse 16
69502 Hemsbach
Germany
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Die ehemalige Synagoge im baden-württembergischen Hemsbach ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung und wird für diverse Veranstaltungen genutzt. Des Weiteren ist das damalige Badhaus mittlerweile eine Erinnerungsstätte der ehemaligen jüdischen Gemeinde, unter anderem mit Gedenktafeln der in Vernichtungslagern umgekommenen Hemsbacher Juden.

Die Geschichte der profanierten Synagoge geht auf das Jahr 1843 zurück, als die örtliche jüdische Gemeinde das Haus im Ortskern kaufte. Fortan befanden sich in den Räumlichkeiten das Gemeindezentrum mit Synagoge, eine Schule, Lehrerwohnung und das Badhaus. SA-Männer zerstörten die Synagoge im Zuge der Novemberpogrome 1938, während Anwohner eine Brandstiftung verhindern konnten. Im Zweiten Weltkrieg nutzte man sie als Lagerraum, nach dem Krieg als Flüchtlingsunterkunft. Zwischen 1960 und 1984 waren Sozialwohnungen in der ehemaligen Synagoge eingerichtet. Carl Mayer von Rothschild stiftete einen großen Teil zum Bau der Synagoge, die 1985 durch ein Feuer im Nachbarhaus schwer beschädigt wurde.

Die restaurierte Synagoge wurde 1987 der Öffentlichkeit übergeben. Sie erreichen das Gebäude gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Bahnhof liegt kaum zehn Gehminuten entfernt. Autofahrer finden in der Umgebung, z. B. am Rathausplatz, ausreichend Parkmöglichkeiten.