Inquisitio – Wahrheitsfindung?

Hille Perl, Julia Böhme  

Heinrich-Schütz-Str. 1 Deu-07586 Bad Köstritz

Tickets ab 13,20 € Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt u. Thüringen e. V., Michaelstein 15, 38889 Blankenburg, Deutschland

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Ermäßigungsinformationen

Die angegebenen Preise (gedruckte Programme, Webshop etc.) sind Normalpreise; ca. 25 % Ermäßigungen für Schüler, Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte und Empfänger laufender Leistungen nach SGB II und SGB XII bei Vorlage eines gültigen Nachweises. Für anspruchsberechtigte Schwerstbehinderte erhält die Begleitperson freien Eintritt; diese Karten sind nur über die Geschäftsstelle der MBM zu buchen.
Vorverkaufsgebühren und Versandkosten sind zudem abhängig von den AGB der jeweiligen Vorverkaufsstellen.

Ermäßigungsnachweise sind auch beim Einlass zu den Veranstaltungen unaufgefordert vorzuweisen. Mangels eines solchen Nachweises ist der Unterschied zum normalen Kaufpreis umgehend zu entrichten, andernfalls kann der Einlass verweigert werden. Im letzteren Falle hat der Kunde keinen Anspruch auf Rückerstattung des gezahlten Kaufpreises. Karten, die zu einem vollen Preis erworben wurden, können nicht nachträglich ermäßigt werden.
Auf den Plätzen der niedrigeren Preiskategorien muss mit teilweise erheblichen Sichtbehinderungen gerechnet werden. Rücktritt, Minderung des Kaufpreises und Schadensersatz aus diesen Gründen sind ausgeschlossen.

Eigentumsvorbehalt: Die Karten bleiben bis zur endgültigen und vollständigen Bezahlung durch den Kunden Eigentum des HSM. Sollte eine Zahlung rückbelastet werden, ist der Kunde zur unverzüglichen Rücksendung der Karten und zur Erstattung der den Festspielen durch die Rückbelastung entstandenen Kosten verpflichtet. Sollte ein Weiterverkauf der Karte trotz angemessener Bemühungen des HSM nicht mehr möglich sein, so hat der Kunde den vereinbarten Kaufpreis binnen 10 Tagen nach Aufforderung seitens des HSM zu leisten.

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Veranstaltungsinfos

Eine musikalische Lesung aus Gerichtsprotokollen und originalen Zeugnissen
von Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts in Mitteldeutschland

Auch ein Martin Luther war überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft und des Schadenzaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen. So sagte er: „Der Volksmund nennt sie die Weisen Frauen. ...Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen … Sie können ein Kind verzaubern … Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird … Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“ (Predigt vom 6. Mai 1526)

Das lateinische „inquisitio“ bedeutet Nachforschung oder Untersuchung. Was hinter diesem so harmlos scheinenden Begriff aber steht, ist eine dunkle, qualvolle und menschenverachtende Geschichte der 'Wahrheitssuche', die das Aufspüren, Festnehmen, Foltern und Bestrafen von Personen meinte, von denen man glaubte, sie praktizierten Zauberei oder stünden mit dem Teufel im Bunde. Bis heute dominieren Legenden und falsche Darstellung, die insbesondere aus dem 19. Jahrhundert und dessen Blick auf das Mittelalter resultieren, das Bild dieses dunklen Kapitels auch mitteldeutscher Geschichte.
Die Historikerin Dr. Monika Lücke hat sich über zwei Jahrzehnte mit dem Thema beschäftigt und zahllose Originalquellen ausgewertet. Ihre Einführung zeichnet den historischen Kontext nach für eine Lesung aus originalen Prozessakten, Briefen und Dokumenten rund um die Hexenverfolgung in Mitteldeutschland im 17. Jahrhundert.
Die charismatische Schauspielerin und Sängerin Julia Böhme liest aus den aufwühlend und beklemmend realistischen Protokollen und originalen Berichten. Zur Seite tritt ihr musikalisch Hille Perl, die mit Kompositionen für Viola da Gamba und E-Gambe solo die Texte kommentieren wird.

Dr. Monika Lücke, Einführung

Julia Böhme, Lesung

Hille Perl, Viola da gamba und E-Gambe
artist in residence 2017

Ort der Veranstaltung

Heinrich-Schütz-Haus
Heinrich-Schütz-Straße 1
07586 Bad Köstritz
Deutschland
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Als Heinrich Schütz 1585 in Bad Köstritz geboren wurde, ahnte noch niemand, dass er einmal einer der größten Komponisten des Barock werden sollte. Zum 400. Geburtstag des Musikers ist 1985 im Geburtstaghaus dieses berühmten Sohnes der Stadt ein Museum entstanden, in dem man das Leben und das musikalische Werk Heinrich Schütz hautnah erleben kann. Daneben gibt es ein umfangreiches Programm aus Konzerten, Weiterbildungen und zahlreichen Möglichkeiten selbst zu musizieren.

Im Gasthof „Zum goldenen Kranich“, den die Eltern von Heinrich Schütz bewirtschafteten, erblickte er 1585 das Licht der Welt. Wo könnte man diesem großen Musiker näher sein als dort, wo er seine ersten Schritte tat und wohl auch erste musikalische Gehversuche unternahm? Zu diesem Zweck entstand 1985 die „Forschungs- und Gedenkstätte Heinrich Schütz Bad Köstritz“. In insgesamt sechs Räumen kann man heute auf den Spuren des Musikers wandeln: Von Instrumenten der damaligen Zeit, Porträts und dem nachgezeichneten Lebensweg Schütz´, der Dresdner Schlosskapelle und den Schülern des Großmeisters erzählen zahlreiche Exponate.

Mit der Eröffnung des Museums begann auch die Tradition der jährlichen Köstritzer-Schütz-Tage, die heute unter dem Namen Heinrich Schütz Musikfest zahlreiche interessierte Musikfreunde anlocken. Neben dem Musikfest zählen natürlich auch zahlreiche andere Konzerten und Hausmusiken zum facettenreichen Programm des Heinrich-Schütz-Hauses. Gemeinsames Musizieren, Kurse für Alte Musik und verschiedenste Wechselausstellungen runden das Angebot ab.