HeimatLos - Literatur unter Verdacht

Mittelbadgasse 7
69117 Heidelberg

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Veranstalter: Arbeitskreis Theater - [Ak.T] e.V., Carl-Beck-Straße 45/1, 69151 Neckargemünd, Deutschland

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Veranstaltungsinfos

Exil-Literatur: Dieser Abend widmet sich Schriftstellern unterschiedlicher Epochen, die aus politischen Gründen heimatlos geworden sind. „Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner…“ Mit sogenannten Feuersprüchen werfen die Studenten die Bücher in das Feuer. 20.000 Exkremente überhitzter Phantasten verbrennen allein in Berlin. Es ist der 10. Mai 1933, als in 22 deutschen Universitätsstädten groß inszenierte öffentliche Bücherverbrennungen stattfinden. Die NSDAP mit ihrem Vorsitzenden Adolf Hitler will die deutschen Büchereien “säubern”. Sie haben schwarzen Listen von 250 Schriftstellern erstellt. Darunter unter anderen Alfred Döblin, Robert Musil, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud etc. Und heute? Deniz Yücel steht stellvertretend für all jene Schriftsteller, die heimatlos geworden sind, weil sie in ihrem Land nicht mehr publizieren können, im schlimmsten Fall verfolgt, eingesperrt und ermordet werden. Und diese Art Verbannung und Verfolgung gab es zu allen Zeiten, sie ist die Schattenseite jener kulturellen Errungenschaft, die wir Schrift nennen. Das geschriebene Wort birgt jene Sprengkraft, die Despoten zittern lässt. Deshalb ist die schreibende Zunft, wenn sie sich der Wahrheit verschreibt, der Stachel im Fleisch der Herrschenden.

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