HEIMAT – Eine Besichtigung des Grauens - Ein Anti-Heimatabend von und mit Thomas Ebermann und Thorsten Mense

Brückenstr. 23
90419 Nürnberg

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Event organiser: DESI Stadtteilzentrum e.V., Brückenstr. 23, 90419 Nürnberg, Deutschland

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Ein Anti-Heimatabend von und mit Thomas Ebermann und Thorsten Mense
Künstlerische Mitarbeit: Florian Thamer und Peter Bremme


Mit ihr wird für Zahnpasta und Banken geworben, der Trachtenhandel erzielt Umsatzrekorde und das provinzielle Kostüm enthemmt seine Träger/innen. Ein »Volks-Rock´n´Roller« füllt große Arenen mit jungem Publikum, die Bild-Zeitung ehrt sie mit einer kostenlosen Sonderausgabe, die Qualitätsmedien mit Features und Debatten-Serien. Zeitschriften, die das richtige Anlegen von Rosenbeeten lehren, sind der Renner auf dem Medienmarkt.
Grüne plakatieren ihr zur Ehre, Sozialdemokraten melden ältere Besitzansprüche an, und beneiden die Christdemokraten um die Idee mit dem Ministerium. Nazis verkünden, die Liebe zur ihr sei kein Verbrechen, und wer sie nicht liebe, sei aus ihr zu entfernen. Linke kontern knallhart: ihre Liebe zu Region und Gebietskörperschaft sei noch viel tiefer, echter und unverbrüchlicher.
Die staatlichen Programme zur Förderung solcher Gefühle sind satt budgetiert, und je trostloser das Kaff, desto hymnischer hat der Song zu sein, der seinen Liebreiz besingt. Der deutsche Pop folgt diesem Credo, unsubventioniert und in Privatinitiative. Hauptsache es wird gefühlt. Und das heißt immer: Allem zersetzenden Denken und kritischer Reflexion wird die Stirn geboten.
So fühlt man sich schonmal wie ein Baum, also tief verwurzelt und unumtopfbar, weil sonst Psyche und Identität Schaden erlitten. Manche schnuppern auch an Bratwürsten und behaupten, dann spürten sie Heimat. Vor allem rein und unbefleckt soll sie sein, von ihren Männern beschützt und verteidigt.

Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto ausgeprägter die rassistische Gesinnung.

Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft an ,alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden ist, über die Geschichte dieses rechten Kampfbegriffs, der oft nur ein anderes Wort für ,Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus »Prinzip Hoffnung« des marxistischen Philosophen Ernst Bloch: »Heimat« – und verschafft sich so gutes Gewissen.

Das und vieles mehr – das Absurde und das Gefährliche – wird an diesem Abend auf Bühne und Leinwand besichtigt und vorgeführt, nachgespielt und kommentiert, analysiert und in die Tonne getreten. Stets parteiisch auf der Seite der historischen und zukünftigen Opfer der Heimat.

FRANK SPILKER (Die Sterne) trägt eine brauchtumsfremde Komposition bei – sein Song möge Heimatfeinde in Bewegung und Heimatfreunde zum Erstarren bringen.

Wer das für Nestbeschmutzung hält, versteht uns richtig.
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Eine Kooperation von musikverein, Desi Programmgruppe und der Initiative „Das Schweigen durchbrechen“
In der musikverein-Reihe „Popgesellschaft“ und der Desi-Reihe „Haymatlos“

Location

Stadtteilzentrum Desi e.V.
Brückenstrasse 23
90419 Nürnberg
Germany
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Der Verein Desi e.V. wurde 1978 gegründet. Das Hauptaugenmerk liegt auf Programm-, Flüchtlings- und Jugendkulturarbeit. Als selbstverwaltetes Zentrum verfolgt die Desi das Ziel, für alle Gruppen, Mitarbeiter und Besucher ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung zu erreichen. Die Desi bietet verschiedenen Gruppen Raum, sich zu treffen und ihre eigenen Vorstellungen bezüglich Kultur und Politik umzusetzen.

Etliche Vereinigungen und Initiativen finden in der Desi ihr Zuhause. Die Interessengemeinschaft Freie Flüchtlingsstadt Nürnberg, die 1986 aufgrund der damaligen rassistischen Wahlkampagne gegen Flüchtlinge gegründet wurde, wird genauso in dem Zentrum beherbergt, wie auch die Stelle für Jugendkulturarbeit eine Fahrradwerkstatt, die Desi-Kneipe und die Karawane, die sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten einsetzt.

Im Rahmen des SommerNachtFilmFestivals flimmern außerdem jedes Jahr im August unter freiem Himmel Filme über die Leinwand. In der schönen Freiluftarena des Zentrums zeigt der Veranstalter des Festivals, das Mobile Kino e.V. an etwa zehn Terminen Filme, die abseits von Mainstream und Kommerz liegen. Dieses Kinoprogramm entwickelte sich über die Jahre von einem Geheimtipp zu einem beliebten Festival, das jährlich mehrere Tausend Zuschauer anlockt!