GRAND TOUR: Ensemble Voyage

Tabea Debus (Blockflöte), Theo Plath (Fagott), Johannes Lang (Cembalo)  

Salzstraße 38
48143 Münster

Event organiser: GWK e.V., Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster, Deutschland

Tickets

Warteliste: karina.leckelt@lwl.org oder 0251-5913041

Event info

Wer im 18. Jh. „etwas“ war und werden wollte, spielte ein Instrument und machte die Grand Tour, eine mehrmonatige Bildungsreise zu wichtigen Kulturstätten und Zentren der Gegenwartskunst Europas. Auch Joh. Friedr. Armand von Uffenbach (1687–1769), später Bürgermeister von Frankfurt a. M., begeisterter Amateurmusiker, Mäzen und Freund Telemanns, ging auf Große Reise durch England, Italien und Frankreich – um zuvorderst die berühmten Komponisten und Virtuosen seiner Zeit zu erleben. „Gegen das Ende spielte der Vivaldi“, schreibt er über ein Konzert in Venedig, „ein Accompagnement solo, admirabel, woran er zuletzt eine Fantasie anhing, die mich recht erschrecket, denn dergleichen ohnmöglich so jemals ist gespielt worden noch kann gespielet werden“.

Das Ensemble um Tabea Debus, die in Münster aufwuchs, heute in London lebt und unterrichtet, vielfach ausgezeichnet und international anerkannt ist, trifft in seiner „Grand Tour“ auf den Spuren Uffenbachs neben den Großen der Vergangenheit – Hotteterre, Pepusch, Vivaldi, Telemann, Händel – auch zeitgenössische Komponisten. So begegnet Theo Plath, einer der durch zahlreiche Preise ausgewiesen besten jungen Fagottisten, Vivaldis (vermeintlicher) Unspielbarkeit mit einem aberwitzigen Fagottsolo, das ihm höchste Musikalität und extreme technische Fähigkeiten abverlangt. In einem Auftragswerk des Ensembles an den jungen deutschen Komponisten Tamon Yashima kommt wie damals das Cembalo zum Einsatz, gespielt von Johannes Lang, Preisträger internationaler Wettbewerbe und Organist und Kantor an der Friedenskirche in Potsdam-Sanssouci. Yachimas „Tarantula“ ist eine Uraufführung. Der merkwürdige Tanz, so wusste Uffenberg, sollte nach einem Tarantelstich das Gift der Spinne austreiben. Mit Blick auf Telemanns gärtnerische Leidenschaft schrieb Chadburn ein Präludium für seine Solofantasie für Flöte Nr. 4, in der er Händels Versprechen vertont, seinem Kollegen „eine Kiste mit Blumen von entzückender Seltenheit“, „die feinsten Blumen ganz Englands“ zu schicken.


Programm:
GRAND TOUR
Nach den Reisetagebüchern des Joh. Friedr. Armand von Uffenbach

Georg Philipp Telemann (1681–1767): Sonata A-Dur, TWV41:B3
Johann Christoph Pepusch (1667–1752): Triosonate e-Moll
Nach Georg Friedrich Händel (1685–1759): Senesino-Sonate nach Arien aus „Rodelinda“, „Flavio“ und „Ottono“, arr. Tabea Debus
Antonio Vivaldi (1687–1741): Sonate a due a-Moll für Altblockflöte, Fagott und b.c. (RV 86)
Heinz Holliger (*1939): Klaus-ur (2000/01)
Georg Friedrich Händel (1685–1759): Happy we, O Ruddier than the Cherry, aus „Acis und Galatea“
Leo Chadburn (*1978): Si la passion pour les plantes exotiques. (Auftragskomposition der Londoner City Music Foundation für Tabea Debus, 2017)
Georg Philipp Telemann: Fantasia per il Flauto senza Basso No. 4, TWV 40:5
Tamon Yashima: Tarantula für Blockflöte, Fagott und Cembalo (2019) (Auftragskomposition des Trios) Uraufführung
Jacques Hotteterre (1673–1763): Deuxième Suitte de Pieces a Deux Dessus op. 6 in G-Dur
Georg Philipp Telemann: Concerto F-Dur für Blockflöte, Fagott, Streicher und b.c., TWV 51:F1

Location

Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48143 Münster
Germany
Plan route

Er ist ein echtes Juwel im Stadtbild von Münster. Der Erbdrostenhof ist ein dreiflügeliges, barockes Adelspalais, das jedoch nicht nur eine beliebte Sehenswürdigkeit, sondern auch einen Veranstaltungsort für klassische Konzerte in historischem Ambiente darstellt.

Erbaut wurde das architektonische Meisterwerk von 1753 bis 1757 nach den Plänen von Johann Conrad Schlaun für den Erbdrosten der Stadt Adolf Heidenreich Freiherr von Droste zu Vischering. Heute wird das Gebäude vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe gepachtet, der hier außerdem eine Kollektion wertvoller historischer Tasteninstrumente ausstellt. Herzstück des Prachtbaus ist der prunkvolle Festsaal, der sich durch den gesamten Mittelbau über die beiden Obergeschosse erstreckt. Hier herrschen auch dank einer hervorragenden Akustik die perfekten Bedingungen für erstklassige Konzerte renommierter Ensembles.

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