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g.rag / zelig implosion deluxxe

Holzstrasse 28
80469 München

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Event organiser: Missmilla GmbH, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland

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Wüsste es der Pressetexter selbst nicht besser, würde er verlauten, die neue Scheibe von g.rag / zelig implosion deluxxe entstand in Schichtarbeit auf dem Werksgelände einer Fabrikanlage. In Nacht- und Nebelschicht, Made in West Germany, Bavaro–Amerikanischer Sektor. Im Krautland. Im Präteritum.
Wie aus der Fernmeldeanlage einer non-stop durchgetaktet pulsierenden Produktionsstätte dringt eine megaphonisiert verhüllte Stimme durch die verzahnt laufende Betriebsamkeit und verkündet Verse, die nach verwischten Spuren aus Moderne Zeiten oder kryptischen Prophezeiungen aus dem Grammophonzeitalter klingen:
»automation, kommunikation, television – kenn ich schon animation, korruption, faszination – kommt davon «
Kurz darauf schon gleicht die Stimme den Fetzen einer letzten Warnung aus einer geborgenen Blackbox, während sich die Belegschaft weiter durch den Rhythmus der Stechuhr schiebt – nicht gewahr werdend, dass der Kollaps längst bevorsteht:
»life ain’t easy / if you’re living in the past / if your talk’s input–output / we call it boring boring – that’s da look of da world«
Aber der Pressetexter weiß nichts besser! Weil es nichts besser zu wissen gibt. Vorbei sind die Zeiten, da sich eine Publikation selbsterklärend bis zum Offenbahrungseid mitteilte, um dem freilaufenden Denken der Zuhörer vorauszugreifen: Mit einem Transfix ändern sich Vorzeichen, und alte Information verschwindet! Egal ob feindliche oder arrangierte Übernahme – es kommt die große Baulücke und es gibt keine sichere Bahnhofshalle mehr …
Das ist das Grundrauschen und subtiles Narrativ dieses Albums. Und trotzdem, oder gerade deswegen, haken g.rag/ zelig implosion deluxxe nach, track by track, und eröffnen genau wie auf dem letzten Album Schöner Warten erneut mit einer Begrüßungsfahrt. Und – bei aller Implosion – Wind und Schwung hat diese Fahrt! Der Moog von Prof. Deluxxe gleitet gespentisch leicht auf Zeligs schaukelnden Schienen dahin, die Leinen sind los, g.rag stellt die Weichen, und das Trio ist ein organisches Ganzes.
Und natürlich klingt Laut Los nach der Ästhetik einer versunkenen Moderne, die hierzulande längst abgewrackt und schrottgepresst ist. Schließlich gibt es noch Regionen auf dieser Welt, auf deren Straßen die alten Automobilfabrikate Made in West Germany state of the standard sind. Geht’s Noch? Ja, wenn man will, dann geht’s eben doch! Und Geht’s Noch ist klares Statement gegen jegliche Abschottung, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit …
Schlussendlich weiß jeder Akkord und jeder Schlag auf Laut Los, dass die Welt auf Prekariat gebaut ist, jeder Akkord und jeder Schlag auf Laut Los sucht die Anbindung an sog. Parallel- und Subwelten. Selbst wenn die Musik zu dieser Platte aus keinem halligen Fabrikszenario kommt, vielmehr in einer räumlich eng begrenzten DIY–Werkstatt eingespielt wurde – gefertigt wurde die Platte ja dennoch und tatsächlich in einer Fabrikanlage, deren Maschinen laufen day in day out.
Am Ende implodiert die Platte: Das Stück Laut Los selbst ist natürlich das „leiseste“, verträumt vernebelt verschwindend …
Legende: Laut Los ist die Erweitung von Schöner Warten (2018) und gleichzeitig auch Antithese zu Neue Stadt (2018), dem aktuellen Album von G.Rag & Die Landlergschwister. Wie schon auf dem Debut-Album Tanz No Wave(2016) mit einem Stück von Wire und einem von Palais Schaumburg auf Schöner Warten, enthält Laut Los neben den Eigenkompositionen eine Coverversion aus Postpunk-NoWave-Zeiten: Mit Viel zu Viel von F.S.K. hören wir g.rag nun den jungen Thomas Meinecke interpretieren, und es ist, als würde uns ein Implosionsmotor nach tausenden von Kilometern Laufzeit mit Kolbenfraß wütend anschnauben. g.rag hat sich diese Stücke nicht nur völlig zu eigen gemacht – er lebt in ihnen, verkörpert sie. (Pico Be)

Location

Milla Club
Holzstraße 28
80469 München
Germany
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Klein hat sie angefangen, die Milla in München. Mittlerweile stehen aber so gut wie jeden Abend Künstler der verschiedensten Genres auf der Bühne des kleinen Lokals, gelegen im angesagtesten Viertel Münchens, das Glockenbachviertel. Das Ambiente des Live-Clubs ist einzigartig. Ein langer schmaler Raum (früher lief hier ein Bach entlang) ist ausgestattet mit alten Polstersofas und rustikalen Holzbänken und das Bier könnte auch mal kippen, denn alles ist leicht schräg.

Schräg. Das beschreibt die Milla eigentlich perfekt und das ist, was die Gäste an dieser Lokalität so lieben. Auf die Idee einer solchen Bar kommt auch nicht irgendwer. Nein, Gerd Baumann (Musiker und Komponist), Peter Brugger (Sportfreunde Stiller) und Till Hofmann (Betreiber des Münchner Lustspielhauses) sind die Initiatoren der Milla. Bei so viel Prominenz kann es dann schon mal vorkommen, dass die Schöpfer selber mal auf der Bühne stehen und ein bisschen rum experimentieren.

Die Milla hat Charakter und ist so ganz anders als die anderen Bars und Clubs in München. Und genau das macht sie so besonders und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie erreichen die Milla am besten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Von der Tram- und U-Bahnhaltestelle „Sendlinger Tor“ bzw. „Fraunhoferstraße“ sind es nur wenige Gehminuten in die Holzstraße.