Exploding the Box - Der Maulwurf macht weiter

Felix Stalder  

Hallesches Ufer 32
10963 Berlin

Tickets ab 8,80 €
Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Hebbel am Ufer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin, Deutschland

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1. Kategorie

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je 8,80 €

ermäßigt

je 5,50 €

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Ermäßigungsinformationen

- Ermäßigte Karten gelten für Schüler*innen, Studierende, Jugendliche im Freiwilligendienst, Sozialhilfe- oder Arbeitslosengeld-Empfänger*innen, Inhaber*innen eines Schwerbehindertenausweises, Grundwehrdienstleistende, Auszubildende sowie Empfänger*innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und sind nur mit einem Nachweis gültig. Bitte halten Sie diesen am Einlass bereit.
- Karten mit Tanzcard-Ermäßigung gelten nur in Verbindung mit einer gültigen Tanzcard.

- Discount tickets are available for students, young people doing voluntary civil or military service, welfare recipients, recipients of unemployment services, disabled persons with identification, work trainees, those receiving assistance in the context of asylum. Discounts available only with a valid ID and corresponding proof.
- Tickets with a Tanzcard discount are available only on presentation of a valid Tanzcard.
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Veranstaltungsinfos

Die Enthüllung des Whistleblowers (die sich von der Durchlässigkeit eines „Leaks“ unterscheiden) ist eine Maßnahmen, die in Ausnahmesituationen von Menschen ergriffen wird, die noch daran glauben, dass Macht an Verantwortung geknüpft ist und dass ihr Handlungsspielraum für jeden einsehbar sein sollte, der von ihr betroffen ist und so das Recht hat, ihre Gültigkeit in Frage zu stellen. So erklärt sich auch, warum Staatsgeheimnisse in nicht-demokratischen Gesellschaften so selten gelüftet werden, denn hier fehlt genau dieses Grundrecht auf Transparenz. Die vom Whistleblower gelieferten Informationen können also als äußerster Versuch zur Rettung der Demokratie angesehen werden. Manchmal muss man die Blackbox eben explodieren lassen, um den Menschen einen Einblick zu gewähren.

Und doch haben solche „Leaks“ nur begrenzt gravierende Konsequenzen. Chelsea Manning saß jahrelang in Einzelhaft, Assange und Snowden mussten ins Exil fliehen. Und Antoine Deltour, der in Luxemburg dafür sorgte, dass massive Steuerhinziehungen innerhalb der EU ans Licht kamen, ist bis heute die einzige Person, die aufgrund dieser Enthüllungen verurteilt wurde. Kaum ein*e Politiker*in musste das Amt niederlegen. Stattdessen ist einer derjenigen, die das ganze System mit aufgebaut haben, weiterhin Präsident der Europäischen Kommission.

Das Problem besteht darin, dass es heute kein Volk im Sinne des griechischen Wort „Demos“ – so wie in Demokratie – mehr gibt, sondern lediglich Menschenmengen, die hinterrücks in irgendwelche Gruppierungen aufgeteilt werden, während sie gleichzeitig versuchen, innerhalb dieser sich ständig verschiebenden Geflechte ihre Identität zu bewahren.

Wir müssen deshalb darüber nachdenken, wie wir neue Mechanismen schaffen können, die gemeinschaftlich wirkende Akteure am Leben erhalten und neue Institutionen schaffen, die sich die Arbeit des Whistleblowers zunutze machen.

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Whistle-blowing (which is different from leaking) is an emergency measure for those who still believe that power should be accountable and its agency transparent to those affected by it and have the power to chance it. This might also explain why there are so few leaks in undemocratic societies as such an assumption makes no sense there. Thus, whistle-blowing is a last-stop attempt to save democracy, to explode the black box for the people to peer into it.

But the effects of the leaks have been limited. Chelsea Manning served years in solitary confinement, Assange and Snowden are forced into exile, and Antoine Deltour, the source of the Luxembourg Leaks that detailed massive tax evasion inside the EU, is to this day the only person who was sentenced because of these leaks. Few politicians had to resign, but one of the architects of this system remains the president of the European Commission.

The problem is, there is no ‘people’ in the sense of the Greek word ‘demos’, as in democracy, anymore. There are only people left, atomized human beings who are, behind their back, sorted into all kinds of groups while trying to maintain some kind of identity within ever shifting networks.

We therefore have to think about creating new mechanisms that sustain collective actors and new institutions that make use of the work of the whistle-blower.

Ort der Veranstaltung

HAU2
Hallesches Ufer 32
10963 Berlin
Deutschland
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In der Spielzeit 2003/2004 haben sich drei selbstständige Bühnen zu einer neuen, einzigartigen Theaterinstitution zusammengefügt. Das Hebbel-Theater, das Theater am Halleschen Ufer und das Theater am Ufer bilden nun das „Hebbel am Ufer“, kurz „HAU“.

Hier weht ein frischer Wind, besonders in Person von Annemie Vanackere. Die Belgierin ist seit 2012 Intendantin des Hauses und hat sich voll und ganz der Kunst verschrieben. Sie steht für das Unkonventionelle und sammelte bereits in Gent sowie an der Schouwburg in Rotterdam Erfahrungen in der freien Theaterszene. Sie versteht das Theater als Freiraum, in dem Kunst und Ästhetik jegliche Form der Funktionalität überwinden, wodurch festgefahrene Strukturen und Denkmuster aufgebrochen werden können.

Innovation ist der kreative Motor des Theaters. Das HAU steht allerdings ebenso für Tradition: Sowie das Hebbel-Theater für internationale Gastspiele bekannt war, soll auch das Hebbel am Ufer eine Spielstätte für Künstler aus der ganzen Welt sein. So vielfältig und verschieden wie die beteiligten Akteure, ist daher auch das Programm, welches aus Theater, Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst besteht.