Eröffnungskonzert - Martin Stadtfeld “Händel-Brahms-Schubert“ - Bühnengespräch mit Martin Stadtfeld um 18:30 Uhr

Kulturkrafttage  

Tiedexer Tor 3
37574 Einbeck

Event organiser: Kulturstiftung Kornhaus - PS.SPEICHER, Tiedexer Tor 3, 37574 Einbeck, Deutschland
* Preise inkl. MwSt., zzgl. €2.00 Servicegebühr und Versandkosten pro Bestellung

Tickets

Der Kartenverkauf wurde vorübergehend gestoppt. Er beginnt in dem Moment wieder, wenn wir genauere Vorgaben haben.

Event info

MARTIN STADTFELD ÜBER DAS PROGRAMM DES ABENDS:

“Kann man nach Händel und Beethoven überhaupt noch Musik schreiben? Diese Frage stellte sich Johannes Brahms zeitlebens immer wieder. Und immer wieder gelang es ihm, Antworten zu finden auf das tönende Erbe der Vergangenheit. So auch in seinen herrlichen Variationen über ein Thema seines Heroen Georg Friedrich Händel. Für mich in seiner Vielschichtigkeit, im spielerischen und kreativen Umgang mit der Alten Musik, eines der großen Werke für das Klavier. Vielleicht immer noch etwas unterschätzt, weil nicht monumental. Man muss hineinhören, alles ist Spiel, Geist, Antwort und Experiment. So macht Musik Spaß.

Schuberts letzte Klaviersonate, geschrieben im Todesjahr des gerade 31jährigen ist eine Antwort der Herrlichkeit auf eine bleierne Zeit. In Metternichs Spitzelstaat war es mit Meinungsfreiheit und lebhafter Debatte nicht weit her. Da blieb nur der Weg ins Innere, die Sehnsucht nach einer besseren Welt und der Traum. Schubert entwirft Traumbilder, die uns zu uns selbst führen und die Auseinandersetzung mit unserem Innern ermöglichen. Es sind keine prozesshaften Werke wie bei Beethoven, sondern das Kreisen um einen Zustand. Der langsame Satz ist vielleicht das Schönste was je für Klavier geschrieben wurde. Nur Brahms langsamer Satz aus dem zweiten Klavierkonzert treibt mir beim Spielen ähnlich die Tränen in die Augen... Nach dem Spielen dieser Schubert Sonate fült man sich gereinigt, hoffnungsvoll, von neuer Kraft erfüllt. Um vielleicht an einer besseren Zukunft zu arbeiten.”


Die KULTURKRAFTTAGE zeigen eine begleitende Ausstellung von Frank Stefan Kimmel mit Fotos und Interviewtexten prominenter Künstlerinnen und Künstler im PS.SPEICHER.

“Handgemachte Kultur, nicht künstlich oder synthetisch hergestellte, ist nur am Mann und der Frau und damit nur im Rahmen eines Liveauftritts überprüfbar. Die einzige Echtzeit, die einzige echte Verdichtung innerhalb einer bestimmten Zeit, ungeschnitten, ungeschönt, ist das Bühnenerlebnis. Es ist nicht nur dreidimensional, sondern vier-, fünf-dimensional: Es riecht, es hat eine andere Form von Gemeinschaftserlebnis, von Verbindlichkeit, von Sinnlichkeit, auch von Bedrohung und Zudringlichkeit. Die Bühne kann dreist sein, aggressiv werden, Unfassliches tun und rührend werden - und keine Konserve gibt das wieder preis.”
— Roger Willemsen

Ob Konzert, Theater, Tanz oder Lesung: Live-Auftritte gehören eigentlich zu den Selbstverständlichkeiten unseres kulturellen Erlebens. Erfahrungen, die uns in Echtzeit, ohne Bildschirm oder Pausentaste, in ihrer Direktheit ansprechen und bereichern. Doch wie sieht diese Form des öffentlichen Auftretens aus Sicht der Auftretenden aus? Was geschieht zwischen Auftritts- und Schlussapplaus aus Sicht einer Schauspielerin und Schauspielers, Musikerin und Musiker, Autor und Autorin oder einer Primadonna? Wie erleben sie sich und andere in dieser speziellen und für ihn gewissermaßen doch gewohnten Situation zwischen Anspannung und Flow, Glück und Selbstkritik, Authentizität und Inszenierung? Was bedeuteten diese Bühnenmomente für sie als Menschen?

Gerade in dieser durch Corona geprägten Zeit, werden wir zunehmend und notgedrungen mit kulturellen Streaming-Angeboten konfrontiert. Doch die Qualitäten und Unmittelbarkeiten des Live-Erlebens, auch und gerade in Gemeinschaft mit anderen, ist dadurch nicht zu ersetzen. Die Diskussion über den Wert von Live-Auftritten im kulturellen Kontext ist daher aktueller den je und gewinnt unerwartet schlagartig an Bedeutung und Brisanz.

Die großformatig angelegte Ausstellung „AUFTRITT“ des in Göttingen lebenden Photographen Frank Stefan Kimmel beleuchtet anhand von Aufnahmen von 25 Künstlerinnen und Künstler unmittelbar vor und nach deren Auftritt sowie von Texten aus Gesprächen mit den Beteiligten die Bandbreite dessen, was Auftreten vor Publikum so besonders und erlebenswert macht. Ergänzt wird dies durch nahe, zugewandte Portraitaufnahmen.

Einige der bei den Kulturkrafttagen Auftretenden sind auch unter denen am Ausstellungsprojekt Beteiligten, was den Ort der Ausstellungspremiere noch darüber hinaus als besonders geeignet erscheinen lässt (Martin Stadtfeld, Charles Brauer, Rhani Krija).

Zu dem an dem Projekt Beteiligten zählen u. a. Daniel Hope, Roger Cicero, Dominic Miller (Sting), Götz Alsmann, Manu Katche (Peter Gabriel), Ulrich Matthes, Roger Willemsen, John Scofield. Mit Charles Brauer, Martin Stadtfeld und Rhani Krija sind auch einige bei den KULTURKRAFTTAGEN auftretende Künstler hier näher kennen zu lernen.

Location

PS - Speicher Einbeck
Tiedexer Tor 3
37574 Einbeck
Germany
Plan route

Der PS.Speicher im niedersächsischen Einbeck vereint Veranstaltungsstätte, Verkehrsmuseum und Restaurant unter einem Dach. Über 100 Jahre lang ist in dem sechsstöckigen Kornhaus Getreide zur Bierbrauerei verarbeitet worden. Seine rote Backsteinfassade ist ein echter Hingucker in der hanseatischen Innenstadt. Das beschauliche Einbeck im Süden Niedersachsens liegt knapp 40 km von Göttingen entfernt. Auf einem Spaziergang in die Altstadt begegnen dem Besucher Fachwerk- und Zunfthäuser, welche von der 600 Jahre alten Handelsgeschichte des Örtchens erzählen. Der Marktplatz ist bis heute Mittelpunkt des Stadtgeschehens. Besinnlich wird es auf dem alljährlichen Weihnachtsmarkt, über den es sich im Schatten des historischen Rathauses und der Pfarrkirche St. Jacobi herrlich flanieren lässt.

Am 23. Juli 2014 eröffnete das Motorrad- und Automobil Museum im PS.Speicher. Die Betreiber verstehen sich selbst nicht als klassisches Museum, sondern als Erlebnisausstellung der besonderen Art. Mehr als 300 Fahrräder, Motorräder und Automobile auf einer 4.000 m² Fläche sind ausgestellt. Sogenannte Aktivstationen lassen den Besucher mit allen Sinnen die Industriegeschichte des Verkehrswesens entdecken. Wechselnde Sonderausstellungen sorgen für neue Impulse. Wer eine kleine Auszeit braucht, gönnt sich ein Schaumsüppchen oder geschmorte Kalbsbrust in der Gourmetwerkstatt, dem gastronomischen i-Tüpfelchen des Museums.

Der PS.Speicher ist komfortabel über den Fuß- oder Radweg zu erreichen und befindet sich 15 Gehminuten von der Stadtmitte entfernt. Die nächstgelegene Haltestelle für öffentliche Verkehrsmittel ist der „Einbeck Neustädter Kirchplatz“.