Eröffnungskonzert »Ein feste Burg ist unser Gott«

Wittenberger Hofkapelle  

Schlossplatz Deutschland-06886 Lutherstadt Wittenberg

Tickets ab 25,00 € Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Wittenberg-Kultur e.V., Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Deutschland

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Begleitpersonen von Schwerbeschädigten mit "B" im Ausweis frei
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Veranstaltungsinfos

Martin Luther wird 1482 in eine Zeit hineingeboren, in der ein reger musikalischer Austausch quer über alle europäischen Regionen stattfindet. Aus Frankreich und Italien werden Melodien importiert, musikalische Ideen aufgegriffen und von den Komponisten des deutschsprachigen Raums in neue Werke eingeflochten. Die Trennlinien zwischen weltlichem und geistlichem Werk verwischen, das eine wird zur Inspiration für das andere.

Mit der Reformation, die nördlich der Alpen schon bald machtvoll um sich greift, und mit der Einführung der deutschen Sprache in die Kirchenmusik eröffnet sich Musikern ein neues Feld. Die neuen Texte werden zur Grundlage einer völlig eigenen musikalischen Welt. Die Grenze zwischen protestantischem und katholischem Repertoire ist jedoch oft fließend. So vertonen protestantische Komponisten auch lateinische Texte. Umgekehrt bedienen sich katholische Komponisten durchaus deutscher Choralmelodien. So fruchtbar dieser Aufbruch sein mag – er bringt auch harte kriegerische Auseinandersetzungen mit sich, die keinen Stein auf dem anderen lassen werden.

Das festliche Eröffnungskonzert des zwölften Wittenberger Renaissance Musikfestivals spiegelt 150 Jahre europäische Musik wider, anderthalb Jahrhunderte voller Umwälzungen, menschlicher Tragödien, aber auch voller Erneuerungen und reformatorischem Aufbruch: von Luthers Geburt bis zum Ende des 30-jährigen Kriegs, wenn sich nach unendlich langen Kriegsjahren der Friede übers Land legt und Heinrich Schütz 1650 seine »Symphoniae Sacrae III» veröffentlicht. Hier vereint er, was er im katholischen Italien gelernt hat, mit den neuen Ideen seiner reformierten Heimat zu virtuosen Vokal-Concerti in deutscher Sprache.

Die Wittenberger Hofkapelle lädt ein auf eine Reise von Antoine Busnois bis Heinrich Schütz. Reich besetzte Vokal- und Instrumentalmusiken von Alexander Agricola, Ludwig Senfl, Caspar Othmayr, Leonhard Lechner sind weitere eindrückliche Stationen. In der Wittenberger Schlosskirche entsteht mit Orgel, Zinken, Posaunen, Violen, Flöten, Lauten und doppelchörigem Vokalensemble ein musikalisches 3D-Panorama einer vergangenen Epoche.

Ort der Veranstaltung

Schlosskirche Wittenberg
Schlossplatz
06886 Lutherstadt Wittenberg
Deutschland
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Die Schlosskirche Wittenberg hat sich einen ganz besonderen Platz innerhalb der Geschichte der Kirche, des Landes und sogar der ganzen Welt gesucht: Hier schlug Martin Luther 1517 seine 95 Thesen an die hölzerne Kirchentür und setzte damit die Reformation in Gang. Seit 1996 ist die Schlosskirche Wittenberg wegen ihrer herausragenden Bedeutung in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Eine Burg ist hier schon im 12. Jahrhundert belegt, doch erst 1340 wird hier die erste Kapelle errichtet. Im ausgehenden 15. Jahrhundert lässt Kurfürst Friedrich der Weise die Gebäude abreißen und ein Residenzschloss mitsamt Schlosskirche erbauen, keine zehn Jahre später veröffentlicht der Theologe Martin Luther an der Haupttür seine Thesen, die den Verlauf der Geschichte grundlegend ändern sollten. Nach seinem Tod wurde Luther, ebenso wie Reformator Philipp Melanchthon und der Erbauer Friedrich der Weise beigesetzt. Im Siebenjährigen Krieg brannte das Gotteshaus bis auf die Grundmauern ab, einzig das Grabmal des Kurfürsten blieb erhalten.

Ihre Innenausstattung verdankt die Wittenberger Schlosskirche einer Erneuerung Ende des 19. Jahrhunderts, bei das Interieur nach historischen Aufzeichnungen gestaltet wurde. 2013 hat offiziell die Sanierung des Komplexes aus Schloss und Kirche begonnen. Gottesdienste, Konzertreihen oder der Wittenberger Evensong finden aber dennoch weiterhin statt. Eine Kirche, in der die Welt verändert wurde, kann schließlich nicht einfach ihre Pforten schließen.