Ensemble Deutsches Kabarettarchiv - Um Luthers Willen! – Jetzt auch noch Kabarett!?

Münsterstraße 7 Deutschland-55116 Mainz

Tickets ab 19,70 € Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Unterhaus Mainz, Münsterstr. 7, 55116 Mainz, Deutschland


Veranstaltungsinfos

"Mainz ist die Rache, sprach der Herr!" (Matthias Beltz). Ob er dabei den auf die Spitze getriebenen Ablaßhandel des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg im Sinn hatte, der Martin Luther zu seinen 95 Thesen anstachelte, oder doch das ZDF, bleibt im Dunkel der Geschichte. Mainz jedenfalls, wie auch Worms, also das heutige Rheinland-Pfalz, sind, wenn auch im Widerspruch, mit der Reformation untrennbar verbunden.
Die begann als Bewegung – 68er wissen, was das ist. Wie sie Menschen vorantreibt, nicht selten in Irrungen und Wirrungen, Mord und Totschlag. Viele hielten den "Arabischen Frühling" für eine Bewegung, für den Beginn von Reformen. So irrt man durch die Geschichte. Wäre die europäische Geschichte ein langer, ruhiger Fluß, wie man in China sie gerne sieht, könnte es ja zu langweilig werden.
Vor diesem Hintergrund blättern am Vortag des Thesenanschlags in Wittenberg im 1. Teil der Protestant Hanns Dieter Hüsch (1925-2005), wichtigster literarischer Kabarettist der Bundesrepublik, und sein Agent (aktiv von 1969-2002) und Schüler, der Katholik Jürgen Kessler, in den Jahrzehnten ihrer Zusammenarbeit. Dann verläßt Hüsch die Bühne, die sein Leben war.
Im 2. Teil wird geschildert, was seither geschah. Kessler bittet den Meister im Himmel, eine bittere Komödie zu schreiben. Rund um die "Frau des Igels", die seit Hüschs Tod die Geschicke des Landes bestimmt: "Ick bün all hier." Doch plötzlich wird er von einer Agentin des Wahrheitsministeriums abgeführt. Als dann die Hymne "für die Verrückten" erklingt, erscheint HDH, resümiert, und liest denen, die schon länger da sind, die Leviten.
Das kabarettistische Bühnenstück zum Lutherjahr 2017, Text und Musik vom Blatt, mit Holk Freytag (Hüsch, Regie), Jürgen Kessler (Agent, Autor), Irmgard Haub (Gesang, Rezitation), Nicole Meisenzahl und Markus Schönberg (Gesang, Piano).

Ort der Veranstaltung

unterhaus - Mainzer Forum-Theater gGmbH
Münsterstraße 7
55116 Mainz
Deutschland
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Bild des Veranstaltungsortes

Das Mainzer unterhaus ist einer der bedeutendsten Orte im Bereich der deutschen Kleinkunst. Beim Mainzer Forum Theater geben sich „alte Hasen“ der Kleinkunstszene und Newcomer gleichermaßen die Ehre.

Auf zwei Bühnen wird im unterhaus in Mainz ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm im Bereich Kabarett, Comedy sowie Lied und Chanson angeboten und zieht sein Publikum weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus an. Die eigene Theater-Kneipe „Entrée“ sorgt im unterhaus für das leibliche Wohl der Gäste. Seit der Eröffnung 1966 läutet zu Beginn einer Vorführung die bekannte unterhaus-Glocke. Hanns Dieter Hüsch, einer der ersten Gastspieler des unterhauses, läutete diese 1971 zum ersten Mal vor seiner Vorstellung der gekenterten „arche nova“. Gleichzeitig wurde die Glocke auch ein Symbol für den Deutschen Kleinkunstpreis, der 1972 zum ersten Mal vom Mainzer Forum Theater verliehen wurde und seither als die bedeutendste Auszeichnung im Bereich Kabarett, Chanson/Lied/Musik sowie Kleinkunst gilt. Gründer des unterhauses sind Artur Bergk, Tontechniker und erster hauptamtlicher Mitarbeiter des unterhauses, Renate Fritz-Schillo, Schauspielerin und Regisseurin sowie der ehemalige ZDF Redakteur Carl-Friedrich (Ce-eff) Krüger.

Das Mainzer unterhaus ist ein Urgestein der deutschen Kleinkunst und nicht nur aus diesem Grund einen Besuch wert. Es bietet Kabarett und Theater auf höchstem Niveau in unvergesslicher Atmosphäre.