Doppelkonzert: MUSIGHISTAN & KAYAN | International

»Ayo Halsaki« Arabische und häbräische Folksongs. Lieder der Welt.  

Hauptstraße 23
01097 Dresden

Tickets ab 11,00 €
Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse, Am Dölzschgraben 10, 01187 Dresden, Deutschland

Tickets


Veranstaltungsinfos

1. Konzertteil:
»Ayo Halsaki«
Arabische und häbräische Folksongs
KAYAN Palästina | Israel | Deutschland

Die Musiker:
EDEN CAMI Gesang
WASSIM MUKDAD Oud
OR ROZENFELD Bass
YATZIV CASPI Percussion

Das in kulturell und politischer Hinsicht gesehen mutig besetzte Ensemble KAYAN spielt arabische, hebräische und auch englische Folk Songs neben eigenen Liedern, die sie mit wunderbaren und fantasievollen Improvisationen verzieren. In ihren Konzerten wechseln Tempi und Emotionen, Genres und Sprachen; die Musiker kombinieren Klänge und Rhythmen aus dem Nahen Osten, aus dem Jüdischen und dem Arabischen mit Spielweisen und Techniken des westlichen Europas.
Gesungen wird in zwei Sprachen, die viel zu selten in einem positiven Kontext zusammengebracht werden: In Arabisch und Hebräisch.

Durch den fein ziselierten Sound sowohl orientalischer als auch europäischer Instrumente entwickelt sich ein dichtes und sehr emotionales musikalisches Klangbild. Traditionelle Melodien verschmelzen mit eigenen Kompositionen und öffnen so ein lichtes Fenster zu den inneren Welten der Musiker, die geografisch betrachtet aus der gleichen Gegend stammen, in kultureller und politischer Hinsicht jedoch mit sehr unterschiedlichen Prägungen aufgewachsen sind.

Wenn sie heute gemeinsam auf der Bühne stehen, dann, um ihre unterschiedlichen Geschichten durch eine gemeinsame Musik auszudrücken, in der sich ihre Emotionen spielgeln.
So beginnen die Musiker eine Reise aus der Vergangenheit in die Gegenwart, aus dem Ich in das Wir, gemeinsam und mit ihrem Publikum.

Leadsängerin Eden Cami, aus Israel und Palästina, ist eine Liedermacherin, die inmitten eines seit Jahrzehnten den Nahen Osten beherrschenden Konfliktgebietes geboren wurde. Sie wuchs zwischen zwei Kulturen und Sprachen auf, die sie beide gleichermaßen als ihre Muttersprachen betrachtet. Indem sie die Enden beider Stränge miteinander verbindet, feiert sie diesen großen kulturellen Reichtum, auch wenn der oft als Identitätskrise missverstanden wird.

Dem KAYAN PROJECT geht es nicht nur darum, Grenzen zu durchbrechen, sondern Länder und Menschen durch Musik zu verbinden. Denn immer ist das Gemeinsame zwischen den Menschen stärker als das Trennende, wenn man den Mut hat, offen zu sein und Verständnis zu entwickeln.


2. Konzertteil:
»Musighi«
Musik als Brücke zwischen den Welten
MUSIGHISTAN | Deutschland | Polen | Iran | Afghanistan

Die Musiker:
PAUL HOORN Gesang | Akkordeon | Chalumeau
KAROLINA TRYBALA Gesang
ALI PIRABI Santur | Setar | Tanbur | Oud | Kamanche | Gesang
MOJIB MAJIDI Gesang | Indisches Harmonium

Eine neue Besetzung ist für dieses Programm entstanden und hat es verändert. Für den nun auf anderen Wegen wandernden Bernd Sikora hinzugekommen ist Karolina Trybala (bekannt u.a. von "Karasol" mit Silvio Schneider) und mit ihr auch ihre polnische Muttersprache! Doch sie singt auch persisch, hebräisch, jiddisch, englisch und spanisch, solo und mit Paul Hoorn im Duo.

Musighi ist das persische Wort für Musik. Musighistan ist das Land der Musik.
Lieder aus dem Iran, Afghanistan ... Lieder, Chansons und Songs aus Europa, sogar Klezmermusik finden wir dort und vereinen es, indem wir Fremdes zu Vertrautem machen.
Sehnsucht nach Frieden, Verlust und Finden einer Heimat, Sich gegenseitig suchen und Finden - das klingt an, wenn zwei geflüchtete Musiker mit zwei schon länger in sächsischen Landen lebenden Menschen zusammen spielen.
Instrumente wie Santur, Akkordeon, Setar, indisches Harmonium, Oud, Chalumeau, Gitarre, verschiedene Trommeln ertönen nebst mehrstimmigem Gesang, um die Schönheit friedlichen Zusammenlebens und –spielens zu demonstrieren.
Möge das Land Musighistan ungestört blühen, unbehelligt von den Dämonen des Krieges und der Zwietracht!

Vor einem Jahr schrieb Paul Hoorn jenen folgenden Text, der auch heute noch aktuell ist:

"Das alte orientalische Wort „Paradies“ steht für einen geschützten Ort, einen Garten, in dem es nicht an Wasser mangelt und wo Pflanzen, Tiere und Menschen ungehindert ihr Lebendigsein genießen können.
Es ist ein Ort, wo auch bedrohte und Entbehrung leidende Lebewesen ihren Frieden finden. So einen Ort wollen wir schaffen mit einer Gemeinschaft von Menschen, geflüchteten und hier ansässigen Menschen, die zusammen musizieren, die gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt miteinander kommunizieren in einer Sprache, die über Grenzen geht, weil sie universell ist:
Musik als Brücke zwischen den Welten.
Musik als heilendes Element in einer zerissenen Welt.«
Paul Hoorn

Die Musiker:
ALI PIRABI, geboren 1978 in Shiraz, Iran;
seit 1985 Santur-Unterricht und Musiktheorie-Unterricht bei mehreren privaten Lehrern;
seit 1986 Violinen-Unterricht und Unterricht in klassischer iranischer Musik sowie in den Grundlagen europäischer Musik bei mehreren privaten Lehrern;
1994 erster Preis beim iranischen Musikfestival, Shiraz;
1994, 1996, 1997 und 1999 jeweils erster Preis beim iranischen und europäischen Provinzfestival, Teheran;
1994 Leiter der Band SAMA;
1997 – 2000 Zusammenarbeit mit Hayran-Band als Gheychakspieler und Zusammenarbeit mit vielen weiteren Formationen, verschiedene Auftritte an der Hochschule für Musik Teheran, am Konservatorium, bei Stadtfesten und Musikfestival, bei den Gedenkfeiern für den Poeten Hafez´ in Shiraz 1998, 2001, 2004 und 2007, Fernseh- und Radioauftritte für Erwachsene und Kinder im Iran;
1999 Verantwortlich für das Jugendmusik-Forum Shiraz;
2004/2006 Autor einer Musikgeschichte des Iran und eines Santur-Lehrbuches, Verfasser von Artikeln und Essays für verschiedene Musikzeitschriften (z.B. für Mahur im Iran);
2009 – 2010 diverse Auftritte in Paris, Madrid und Amsterdam;
seit 2013 Unterricht für Musikschüler im Iran via Skype und zu Hause;
2015 Auftritt im Grassi Museum anlässlich des Nouruz-Festes in Leipzig, Konzert mit SAMA bei „Musik zwischen den Welten“ in der Dreikönigskirche Dresden, Goethe und Hafiz in Frankfurt am Main, Lutherkirche in Solingen, Notenspur in Leipzig, Iranische Filmtage in Leipzig, usw.;
2016 u.a.Benefiz-Konzert im Gymnasium Coswig, Zusammen mit „Paul Hoorn und Freunde“ Adventskonzerte im Societaetstheteater Dresden: „Wir Waisen aus dem Abendland“;
2017 Gegründet: INTERNATIONALE MUSIKSCHULE LEIPZIG;
2017 Auftritte: Neujahrskonzert in Gödelitz mit SAMA, Noroozfest in Berlin, Pünktlich zum Frühlingsanfang in Leipzig, Konzert Avaye Santur in Hamboorg, Harmonie Festival in Limburg;
andauernd seit 1992 Kompositionen für diverse Theater (z.B. für Ghoghnoos in Shiraz), für iranische Filme (z.B. für Parish) für Soloinstrumente und Orchester, Unterrichtet für „Paradiesisch Musizieren“ den jungen Musiker Mojib Majidi aus Afghanistan, mit dem er den orientalischen Part des Projekts „MUSIGHISTAN“ von „Paul Hoorn und Freunde“ übernehmen wird.

MOJIB MAJIDI, am 31.12.1995 in Afghanistan bei Kabul während der Kriegszeit geboren.
Mit meinen Eltern und Geschwistern verließ ich unser Land im 2. Lebensjahr.
Unser Weg führte nach Iran. Ich bin dort in Shiraz aufgewachsen. Leider konnte ich im Iran nicht die Schule besuchen, da unser Aufenthalt dies nicht erlaubte.
Ich arbeitete ab meinem 8. Lebensjahr in verschiedenen handwerklichen Bereichen. Die Liebe zur Musik entdeckte ich als Kind bei afghanischen Hochzeiten, bei denen mein großer Bruder sang.
Seit 2011 bin ich in Deutschland.
2013 begann ich, während ich noch als unbegleiteter Jugendlicher in einem Wohnprojekt wohnte und die Schule besuchte, mit der Suche nach meiner musikalischen Heimat. Ich begann mir nach Gehör das Spielen des indischen Harmoniums beizubringen.
Ich entdeckte meine tiefe Zugehörigkeit zur afghanischen Musik. Durch die Musik gelang es mir nach der langen Einsamkeit, die Erlebnisse in Iran und die Flucht, wieder Freude und Ruhe zu erlangen. Ich musizierte bei einer Produktion im Staatsschauspiel Dresden bei dem Stück „Maß für Maß“ (Shakespeare) im Jahre 2015/2016. Außerdem spielte und sang ich bei mehreren kulturellen Festen, bei Lesungen in Museen und afghanischen Hochzeiten und Neujahrsfesten. Seit 2016 arbeite ich als Betreuer bei Jugendhilfe „Natürliches Erleben“.
Auch hier kann ich durch die Musik einige Jugendliche emotional durch das gemeinsame Singen erreichen. Ich nahm Unterricht bei einem afghanischen Musiklehrer in Berlin und zur Zeit bei meinem iranischen Lehrer: Ali Pirabi.

PAUL HOORN
wurde am 22.8.1960 als Christoph Müller in Dresden geboren. Studium der Musik: Waldhorn, Komposition und Kirchenmusik, 6 Jahre Theatermusiker, Gründer und 23 Jahre künstlerischer Leiter der 2012 aufgelösten Gruppe »Das Blaue Einhorn«, nebenher auch weiterhin Komponist von Theater- und Hörspielmusik, seit 2011 Musiker und Dozent für ästhetische Kommunikation an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden.
Seit September 2014 Wiederaufnahme der Konzerttätigkeit in Zusammenarbeit mit Karolina Petrova und Matthias Manz als „Paul Hoorn und Freunde“, später auch mit Bernd Sikora und Ali Pirabi.
Er ist Gründer des Projektes „Paradiesisch Musizieren“, das sich die Aufgabe stellt, geflüchtete Menschen und solche mit Migrationshintergrund und hier schon länger Ansässige zu gemeinsamem Musizieren zusammenzubringen.
„Musighistan“ ist das neueste Projekt, das in Teilen die Arbeit von „Paul Hoorn und Freunde“ und von „Paradiesisch Musizieren“ zusammenführt.

KATARINE TRYBALA
ist eine Sängerin mit Sinn für sprachliche Nuancen, mit einem feinen Gespür für kulturelle Facetten, mit Hingabe an die Poesie, Charme und einer funkelnden Stimme.
Mit verschiedenen Formationen und oftmals interkulturellen Projekten ist sie auf europäischen Bühnen unterwegs.
Sie gestaltet Konzerte, Salonabende, Workshops, Literaturprogramme und Ballnächte. Dabei sucht sie sich Perlen aus der osteuropäischen Folklore und Klezmer, Latin und Tangos, Chansons und Schlagern der 20er Jahre. Diese arrangiert und bearbeitet sie auf der Grundlage des Jazz, experimentiert mit Text, Rhythmus und Harmonie und verpackt Vertrautes neu.
Karolina lebt und vermittelt zwischen den Kulturen.
Sie wurde in Polen geboren und wuchs im Glatzer Bergland in Niederschlesien auf. Die Gegend war Anfang der 80er Jahre gleichermaßen vom Kommunismus und vom Katholizismus geprägt. Ihren Namen verdankt sie dem damals frisch gekürten Papst, dessen Wahl die Herzen der Polen mit der Hoffnung auf Freiheit erfüllte. Als Kind lernte sie Russisch, eine Menge polnischer Gebete und die hohe Kunst des Improvisierens.
Als 16jährige zog sie nach Deutschland. Damals sprach sie keine Silbe Deutsch. Sie machte aus der Not eine Tugend – und sang. Nach dem Abitur in Düsseldorf folgte sie zunächst der Liebe zur Literatur und ging nach Dresden, um dort Germanistik, Slawistik und Philosophie zu studieren. 2005 begann sie als staatlich geprüfte Dolmetscherin und literarische Übersetzerin zu arbeiten.
Karolinas eigentliche Berufung blieb jedoch die Musik: Ihre Ausbildung als Jazz-Sängerin und Musikpädagogin erfolgte an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, am Jazz Institut der Musikhochschule Katowice und an der Züricher Hochschule der Künste. Es folgen Fortbildungen und Workshops u.a. im Bereich der Atemtechnik und Körperarbeit, Studienreisen nach Kuba und Afrika sowie intensive Arbeit mit unterschiedlichen Percussionsinstrumenten.
Mittlerweile pendelt sie souverän zwischen den Welten, und aus der Fremdheit von früher ist eine schwärmerische Hingabe zur Eigenart des längst Vertrauten geworden. Karolina Trybala passt in keine Schablone und bewegt sich virtuos zwischen Avantgarde und Entertainment. Sie ist lieblich und rau, widersprüchlich und spannungsreich, voller Leidenschaft und Sehnsucht.
Hören Sie selbst!

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Ort der Veranstaltung

Dreikönigskirche
Hauptstraße 23
01097 Dresden
Deutschland
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Herzlich willkommen im Haus der Kirche – Dreikönigskirche Dresden!

Die Kirche in der Dresdner Neustadt ist als Konzertraum sehr beliebt. Die Verbindung von Kirche und Tagungszentrum macht die Besonderheit des Hauses aus. Mitten im Zentrum der Landeshauptstadt Dresden finden Sie einen Ort für Tagungen und Veranstaltungen. Ein umfangreiches Bildungsprogramm mit eigenen Angeboten lädt zur Teilnahme ein. Regelmäßig finden Gottesdienste, Orgelmusiken und Konzerte im Kirchraum statt.

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