Die Kerzen - Tour d´Amour Tour

Holzstraße 28
80469 München

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Event organiser: Missmilla GmbH, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland

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ie Kerzen sind die neue Pop-Sensation aus deutschen Landen. Genauer gesagt, aus Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern. Nun, Pop ist ein weites Feld, daher lohnt die Präzisierung: Der Popentwurf der Kerzen kreist mindestens um die Pole Dream-Pop, Blue Eyed Soul und New Romantic. Alles Styles und Gattungen, die dank General Midi, MTV, VHS, Fanzines und Modezeitschiften bereits in den Achtziger Jahren populär wurden. 


Die Kerzen – namentlich Fizzy Blizz, Die Katze, Jelly Del Monaco und Super Luci - haben das goldene Popjahrzehnt aus Gründen später Geburt nicht miterlebt. Sie kennen die besagten Styles aus Second-Hand-Läden und dem Internet. 


Doch Die Kerzen sind beherzte Spürnasen und versierte Pop-Autodidakten. Sie kennen Bananarama eben nicht nur als Stock, Aitken & Waterman-Produkt, sondern bereits als Background-Sängerinnen aus Terry Halls Fun Boy Three. Sie haben die Popgeschichte von der Jukebox bis in die Cloud in sich aufgesogen in der Mecklenburgischen Diaspora, in der es über viele Jahre außer Kneipenabstürzen in Peters Pub und Filmen mit Al Pacino keine nennenswerten kulturellen Alternativen gab: Hits schreiben statt Abfrusten! 


Luci, Fizzy und die Katze machen schon seit Kindheitstagen gemeinsam Musik, doch erst der Einstieg von Jelly del Monaco und ihrer Querflöte markiert den Beginn der Kerzen als Die Kerzen.


„Blue Jeans“ heißt ihr lässig zurückgelehnter Album-Opener, der der Hose der Halbstarken ein slickes Ständchen widmet. Was Die Kerzen neben ihrem komplett selbst-produzierten, funky New-Wave-Pop-Update auszeichnet, sind ihre pointierten Texte zwischen coolem Wissen und deutschem Provinzpopvokabular, in dem wie im Song „Saigon“ der DJ im Berghain schon mal ganz selbstverständlich zum Tanz aufruft. Wie auf Tante Ernas 60. Geburtstag. Bei den Kerzen blenden Dorfdisco und urbane Clubkultur ineinander über in ein hochinteressantes Sittengemälde unserer Zeit (In the Mix!). Ja, all is here full of love. True Love. Und wenn die Hormone ausrasten, dann heißt es am Ende von „Saigon“ plötzlich „Japan Indonesien”. Nicht weil es zwingend einen Sinn ergibt, sondern weil es so gut klingt.
 

Die Kerzen bedienen sich im Popsupermarkt mit großer Leichtigkeit und durchmischen die Zutaten wie es ihnen gefällt. Eben weil sie sich mit alldem so gut auskennen. Und wenn es sich kurz mal komisch in der Magengrube anfühlt, dann ist es mindestens ein guilty pleasure. 
 

Also Fun, Fun, Fun und genau das, was coole Musique mit dem Haarbürsten-Mikro vor dem Schmink-Spiegel oder in der Toc-Toc-Gruppe mit den Friends immer schon war und sein sollte! Pop ist schließlich unser aller magischer wie mysteriöser Super-Ort, von dem niemand ausgeschlossen werden sollte. Everybody needs schließlich somebody: Bei den Kerzen ist Pop keine hyperironische Selbstvermarktungstechnik, sondern immer noch ein großes Versprechen.


Auf dem Covergemälde von Helmut Kraus, Freund*innen des Labels Staatsakt bekannt durch die Cover für Der Mann bis Andreas Dorau, sehen wir Die Kerzen als Binge-Watcher auf der Leder-Couch herumlungern. Als Vertreter*innen ihrer Generation, die der Autor Michele
Serra in seinem gleichnamigen Roman liebevoll „Die Liegenden“ genannt hat.
 

Aber diese extrem-smarten Mid-Twenties kriegen doch erstaunlich viel gebacken, wie man in den Achtziger Jahren noch zu sagen pflegte. Neben dem Musikgeschäft wird in Kürze tatsächlich eine eigene Modelinie folgen. Jelly Del Monaco ist schließlich nicht nur Musikerin, sondern auch Modedesignerin.


Vor Kurzem sind bis auf Super Luci alle Kerzen nach Berlin gezogen. Die Stadt, die sie im letzten Song „Solarium“ besingen. Die ganze Großstadt-Tristesse steckt in diesem Lied, die sich leider oft auch nicht besser anfühlt als die Kleinstadt-Wurstigkeit. Als hätten Die Kerzen bereits viele Berliner Winter durchlebt. Wie gut nur, dass sie immer wieder raus aus der Hauptstadt kommen. Ihr Studio befindet sich immer noch in Ludwigslust.

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Location

Milla Club
Holzstraße 28
80469 München
Germany
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Klein hat sie angefangen, die Milla in München. Mittlerweile stehen aber so gut wie jeden Abend Künstler der verschiedensten Genres auf der Bühne des kleinen Lokals, gelegen im angesagtesten Viertel Münchens, das Glockenbachviertel. Das Ambiente des Live-Clubs ist einzigartig. Ein langer schmaler Raum (früher lief hier ein Bach entlang) ist ausgestattet mit alten Polstersofas und rustikalen Holzbänken und das Bier könnte auch mal kippen, denn alles ist leicht schräg.

Schräg. Das beschreibt die Milla eigentlich perfekt und das ist, was die Gäste an dieser Lokalität so lieben. Auf die Idee einer solchen Bar kommt auch nicht irgendwer. Nein, Gerd Baumann (Musiker und Komponist), Peter Brugger (Sportfreunde Stiller) und Till Hofmann (Betreiber des Münchner Lustspielhauses) sind die Initiatoren der Milla. Bei so viel Prominenz kann es dann schon mal vorkommen, dass die Schöpfer selber mal auf der Bühne stehen und ein bisschen rum experimentieren.

Die Milla hat Charakter und ist so ganz anders als die anderen Bars und Clubs in München. Und genau das macht sie so besonders und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie erreichen die Milla am besten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Von der Tram- und U-Bahnhaltestelle „Sendlinger Tor“ bzw. „Fraunhoferstraße“ sind es nur wenige Gehminuten in die Holzstraße.