Die Alleinseglerin segelt allein - Premiere

Hannah Dörr und Jan Koslowski  

Pappelallee 15
10437 Berlin

Event organiser: Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin, Deutschland

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Beim Segeln gibt es eine Lage, die man die aussichtslose Position nennt. Also: Vor Dir ist ein Boot, das nimmt Dir den Wind. Du kannst aber auch nicht zurück, weil hinter Dir auch eins ist. Neben Dir ist noch eins, dem nimmst du den Wind. Zwei Boote segeln also schnurgerade aufeinander zu, sehen sich und wissen sofort, sie sind verloren. Die Segelerfahrung rät, ganz einfach überhaupt nichts unternehmen! Die Sache löst sich von selbst. Und das ist kein Schicksal, das ist eine Regel. Segelst Du jetzt auch noch ganz allein, ist das nicht nur ein Sieg über das Boot, es ist auch ein Sieg über Dich selbst.
Christine ist eine Alleinseglerin. Doch zum Segeln selbst kommt sie kaum und Siege fährt sie auch keine ein. Im gleichnamigen DEFA-Film von 1987 erbt sie aber zumindest schon einmal ein marodes Segelboot. Sie will es wieder instand setzen und verrennt sich dabei vollends. Jede freie Minute schmirgelt und schrubbt sie sich die Finger wund, vernachlässigt ihre Forschungsarbeit am Literaturinstitut und setzt ihre Beziehung aufs Spiel. Obendrauf ist sie Alleinerzieherin einer kleinen Tochter. Am Ende segelt sie dann doch noch… gegen eine Sandbank. Das gibt’s doch nicht!
Mehr als 30 Jahre ist das nun her. Soweit so deprimierend. Doch nicht mehr lange und sie soll es noch einmal versuchen! Das große Remake kündigt sich an: »Die Alleinseglerin segelt allein«! Und was wie ein schlechter Witz klingt, wäre dann nicht mehr und nicht weniger als der allerletzte DEFA-Film. Man verspricht sich einen schonungslosen Enthüllungsbericht, gespickt mit allem was die SED niemals erlaubt hätte. Prädikat besonders schädlich und super gesellschaftsspaltend! Vor dem ganz großen Zapfenstreich (dann aber wirklich) scheint man jetzt noch einmal richtig Hand anzulegen. Diesmal soll es wirklich ums Segeln gehen. Und um Frauen. Ostfrauen. Ostfrauen im DEFA-Film. Denn die waren anders. Um Macht, Geld und Karriere ging es ihnen schon mal nicht. Und von Liebe und Partnerschaft versprachen sie sich weit mehr als Gleichberechtigung. Und ihre Wege zum Glück? Ergründlich!
Also: Bleib hart am Wind und such Dir nen festen Punkt am Ufer. Nicht abfallen. Das Boot ist lufgierig? Dagegenhalten! Na geht doch. Klar zur Wende?

In deutscher Sprache.

mit: Brigitte Cuvelier, Murat Dikenci, Giannina Erfany-Far, Kerstin Grassmann, Milan Herms, Leonie Jenning, Mara Moya, Malik Adan, Luna Zschnart
Künstlerische Leitung, Regie: Hannah Dörr, Jan Koslowski
Text: Jan Koslowski, Thilo Fischer
Bühne, Kostüme: Wieland Schönfelder
Musik: Danny Goodman
Dramaturgie: Thilo Fischer
Technische Leitung, Lichtdesign: Fabian Eichner
Bildgestaltung: Luna Zschnart
Ausstattungsassistenz: Lukas Kesler
Regieassistenz: Danny Goodman

Eine Produktion von Hannah Dörr und Jan Koslowski in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Location

Ballhaus Ost
Pappelallee 15
10437 Berlin
Germany
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Im Berliner Szene-Viertel Prenzlauer Berg besteht seit 2006 eine Produktions- und Spielstätte der besonderen Art. Im Ballhaus Ost basteln Künstler/innen der Genres bildende Kunst, Gesang, Schauspiel, Tanz, Bühnenbild und Wissenschaft gemeinsam an dem bunt gemischten Programm des Hauses und begeistern das Publikum mit außergewöhnlichen Inszenierungen.

Die Gründer des Ballhauses sind die Performancekünstlerin Anne Tismer, Uwe Moritz Eichler und Philipp Reuter. Die künstlerische Leitung haben seit dem Jahr 2011 die Produzentin und Performerin Tina Pfurr sowie der Dramaturg und Regisseur Daniel Schrader inne. Das Ballhaus legt besonderen Wert auf eine Ausgeglichenheit von und Offenheit für aller Kunstformen und –disziplinen. Das Projektangebot ist dementsprechend gemischter und vielfältiger als in Spielstätten, die sich hauptsächlich einem bestimmten Genre verschrieben haben. Über hundert Veranstaltungen kommen so im Jahr zusammen, die Bandbreite reicht von Ausstellungen über Theaterperformances bis hin zu Festivals. Das Ballhaus Ost bietet auch unbekannteren und jungen Akteuren einen Raum zum Ausprobieren, Produzieren und Performen. Aufgeführt werden viele Eigenproduktionen des Hauses, aber auch Gastspiele namhafter nationaler und internationaler Künstler/innen sind keine Seltenheit.

Ganz nach dem Motto „Die Mischung macht’s“ erlebt man in dem ungewöhnlichen Haus der Künste in der Pappelallee 15 spannende, kurzweilige und vielseitige Unterhaltung vom Feinsten. Auch das „New York Magazine“ war begeistert. Das Ballhaus Ost ist ein echter Geheimtipp für alle Kulturinteressierten.