Congo - Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Faustin Linyekula / Studios Kabako / Éric Vuillard  

Stresemannstraße 29
10963 Berlin

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Event organiser: HAU - Hebbel am Ufer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin, Deutschland

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Faustin Linyekula, sonst eher für sein choreographisches Schaffen bekannt, bearbeitet mit “Congo” die Entstehungsgeschichte dieses Landes als Theaterstück. Er spürt dabei der Konstruktion des Kongos nach, die auf die sogenannte Westafrika-Konferenz zurückgeht. Auf Einladung Bismarcks beschlossen im Winter 1884 / 1885 in Berlin Delegierte der damaligen Weltgroßmächte die Aufteilung des afrikanischen Kontinents in Kolonien.

Linyekula hat für seine Arbeit einen Text des französischen Autors Éric Vuillard adaptiert, der in seinem Buch “Congo” (2012) schreibt: “Den Kongo, den gibt es nicht. Da ist nur ein Strom und ein großer Wald. Das macht achtzig Mal Belgien, und sogar achtzig Mal nichts ergibt irgendwann etwas. Heute heißen die Hafenstädte des Kongos Banana, Soyo, Matadi, Moanda – wer kennt diese Namen? In Banana gibt es keinen funktionierenden Kran. Es gibt dort weder eine Eisenbahnlinie noch eine befahrbare Straße. Banana ist schwer vorstellbar. Trotzdem gibt es Banana wirklich. Den Kongo seinerseits gibt es nicht, er ist nur ein Strom, aber Banana ist eine richtige Stadt.”

Neben Linyekula selbst agieren die Schauspieler*innen Daddy Moanda Kamono und Pasco Losanganya auf der Bühne. Songs aus der Region sowie auf Kautschukplantagen aufgezeichnete Field Recordings bilden ein wesentliches Element der Inszenierung. Linyekulas intensive, kraftvolle Arbeiten verhandeln Erinnerungen und bekämpfen ihre Auslöschung. Sie spüren die Folgen von Jahrzehnten der Kriege und der Gewalt auf.

With “Congo”, Faustin Linyekula, otherwise rather known for his choreographic work, reworks the history of the country´s origins as a piece for theatre. He looks into the construction of this country, which goes back to the so-called West Africa Conference. In the winter of 1884/1885, at the invitation of Bismarck, the great world powers of the day decided on how to divide the African continent into colonies. For his piece, Linyekula has worked on Éric Vuillard’s book “Congo” (2012) around the emergence of the Congolese state.

In the book one can read: “Congo does not exist. There is only a river and the large jungle.” Linyekula himself will be joined on stage by the actors Daddy Moanda Kamono and Pasco Losanganya. Songs from the region as well as field recordings made at rubber plantations form an essential element of the production. Linyekula’s powerful works channel memories and combat their extinction. They trace the consequences of decades of war and violence.

Location

HAU1
Stresemannstraße 29
10963 Berlin
Germany
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In der Spielzeit 2003/2004 haben sich drei selbstständige Bühnen zu einer neuen, einzigartigen Theaterinstitution zusammengefügt. Das Hebbel-Theater, das Theater am Halleschen Ufer und das Theater am Ufer bilden nun das „Hebbel am Ufer“, kurz „HAU“.

Hier weht ein frischer Wind, besonders in Person von Annemie Vanackere. Die Belgierin ist seit 2012 Intendantin des Hauses und hat sich voll und ganz der Kunst verschrieben. Sie steht für das Unkonventionelle und sammelte bereits in Gent sowie an der Schouwburg in Rotterdam Erfahrungen in der freien Theaterszene. Sie versteht das Theater als Freiraum, in dem Kunst und Ästhetik jegliche Form der Funktionalität überwinden, wodurch festgefahrene Strukturen und Denkmuster aufgebrochen werden können.

Innovation ist der kreative Motor des Theaters. Das HAU steht allerdings ebenso für Tradition: Sowie das Hebbel-Theater für internationale Gastspiele bekannt war, soll auch das Hebbel am Ufer eine Spielstätte für Künstler aus der ganzen Welt sein. So vielfältig und verschieden wie die beteiligten Akteure, ist daher auch das Programm, welches aus Theater, Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst besteht.

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