"Beethoven: Erzählt." - Über Napoleon und andere Idole: Beethovens "Eroica"

Josephine Mücksch, Anna Kiest, Rüdiger Nolte  

Am Schloßpark 7
79189 Bad Krozingen

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Event organiser: Kulturamt Bad Krozingen, Basler Str. 10, 79189 Bad Krozingen, Deutschland

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"Sinfonia eroica, composta per festeggiare il sovvenire di un grand´uomo" (Heroische Sinfonie, komponiert, um die Erinnerungen an einen großen Mann zu feiern.)

Ob Beethoven in seiner Widmung den Namen Napoleon Bonaparte in republikanischer Wut ausradiert hat oder weil er es doch für angebrachter hielt, seine "Eroica" dem Fürsten Lobkowitz zu widmen, denn der hatte für die Fertigstellung immerhin 700 Gulden in Aussicht gestellt, das soll die Wiedergabe in Bad Krozingen nicht wesentlich beeinflussen. Das musikpraktische Ereignis dieses Konzerts ist die Transkription des sinfonischen Werks für Klavier zu vier Händen, notiert von Franz Schuberts Bruder Ferdinand Lukas. Und damit im besten Sinne Haus-bzw. Salonmusik. Dass darüber hinaus gerade diese Sinfonie auf den Geist ihrer Zeit verweist, darüber wird im begleitenden Vortrag nachgedacht. Unsere Vorstellungen von Heroik und Titanenkult haben sich seit Beethovens Zeit verändert. So wurde seine 3. Sinfonie "Eroica" im Wiener Palais Lobkowitz in einem Saal uraufgeführt, der ca. 18 x 8 Meter misst, nicht sehr viel größer als der Saal im Schloss Bad Krozingen. Die Berliner Philharmoniker würden dort nicht hineinpassen. Also anders als das, was wir heute mit der Musik Ludwig van Beethovens so oft verbinden. War es damals eine andere Art von Heroik? Mit solchen Fragen soll im engen Austausch mit der gespielten Musik über jenen Mann nachgedacht werden, der sich auf Gegenwart und Utopie so einließ wie kaum ein anderer. Und damit wären wir auch wieder bei Napoleon, ohne den damals sowieso kaum etwas zu verstehen war.

Auf dem Programm stehen folgende Werke:
Ludwig van Beethoven:
- 3. Sinfonie Es-Dur, op. 55 "Eroica" (1803)
Allegro con brio
Marcia funebre (Adagio assai)
Scherzo (Allegro vivace)
Finale (Allegro molto - Poco andante - Presto)

Vortrag mit Rüdiger Nolte: Über Napoleon und andere Idole: Beethovens "Eroica"

Location

Schloss
Am Schloßpark 7
79189 Bad Krozingen
Germany
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Im Süden von Bad Krozingen erhebt sich in einer malerischen Parkanlage das Schloss der Freiherren von Bleichenstein. Als wunderschönes Renaissancegebäude bildet es den stilvollen Rahmen für die einmaligen Schlosskonzerte, bei denen ausschließlich auf historischen Instrumenten gespielt wird. Diese stammen aus dem Bestand der im Schloss untergebrachten Sammlung historischer Tasteninstrumente.

Als ehemalige Propstei des Klosters St. Blasien wurde das Gebäude 1579 durch den Benediktinerabt Caspar II. errichtet. Durch den neuen Besitzer erhielt es im Zuge eines Umbaus im 18. Jahrhundert sein heutiges Aussehen: Reiche Stuckarbeiten und die wertvolle Ausstattung des Festsaals stammen aus dieser Zeit. Im Gegensatz zum Interieur, das im Stil des Rokoko gehalten war, wurde das äußere Erscheinungsbild barock gestaltet und entsprach so dem Repräsentationsbedürfnis der damaligen Zeit. Auch die Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert erhielt zu jener Zeit ein neues Gesicht und beherbergt seitdem neben dem Marienaltar auch ein kunstvolles Rokoko-Interieur.

Die seit 1974 im Schloss befindliche Sammlung, zusammengestellt vom Cembalisten Fritz Neumeyer, umfasst rund 50 historische Tasteninstrumente. Dazu gehören mit Spinett, Regal, Virginale, Cembali und Hammerflügel die wichtigsten Typen ihrer Zeit, die teilweise noch von 1600 stammen. Die sehr gut erhaltenen Instrumente machen es möglich, Musik vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in ihrem ursprünglichen Klangbild aufzuführen. So erhält jedes der Schlosskonzerte in Bad Krozingen einen einzigartigen Klang und Charakter, den man so nur selten zu hören bekommt.