Bänz Oester And The Rainmakers

Bänz Oester And The Rainmakers  

Kreuzstraße 0
33602 Bielefeld

Tickets ab 14,20 €

Veranstalter: Bunker Ulmenwall e.V., Kreuzstraße 0, 33602 Bielefeld, Deutschland

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Veranstaltungsinfos

Eine Hochspannungsleitung zwischen Nord und Süd
Dass man auf der Basis einer eingängigen Melodie besonders gut ins Jazz-Nirwana vorstossen kann, hat John Coltrane mit seinen magischen Metamorphosen des Musical-Songs «My Favorite Things» auf besonders eindrückliche Weise bewiesen (Coltrane nahm das Stück erstmals 1960 auf und behielt es danach fast bis zu seinem Tod sieben Jahre später in seinem Repertoire).
Die schweizerisch-südafrikanischen Rainmakers um den international renommierten Bassisten Bänz Oester treten auf ihrer zweiten Live-Aufnahme – das Debütalbum entstand 2012 bei der Feuertaufe im Jazzclub Bird’s Eye in Basel – in die Fussstapfen Coltranes: Wie sie mit dem legendären Jacques-Brel-Chanson «Amsterdam» und dem helvetischen Dauerbrenner-Hit «Dr Schacher Seppli» anstellen, ist absolut atemberaubend. Die fünf restlichen Nummern sind nur unwesentlich weniger spektakulär. Die Rainmakers sind also unzweifelhaft eine typische Live-Band. Und darum ist es nur logisch, dass sie sich nicht in ein Studio eingesperrt haben, um ihre zweite CD aufzunehmen: Ein Löwe in freier Wildbahn wirkt ja auch viel majestätischer als im Zoo.
Der fulminanten Band gelingt quasi die Quadratur des Kreises, nämlich die Symbiose von ekstatischer Ernsthaftigkeit und Feelgood-Fröhlichkeit. Kein Wunder, dass das Publikum in Willisau aus dem Häuschen geriet und mit Jubel reagierte (auch von der Kritik gab es Lobeshymnen à discrétion). Dass dieses denkwürdige Konzert nun unter dem Titel «Ukuzinikela» auf Tonträger vorliegt, ist also ein veritabler Glücksfall. Der Name des nostalgischen Schlagerstücks, mit dem das Konzert ausklingt, darf als eine Art Versprechen verstanden werden: «Nach em Räge schint Sunne» (Nach dem Regen scheint die Sonne). Oder anders gesagt: Diese Regenmacher zaubern die Sonne in unser Herz und in unsere Seele – dass sie dabei auf kopflastige Konzepte verzichten, ist Ehrensache.
Willisau ist gemäss Keith Jarrett «einer der besten Plätze für Musik auf der ganzen Welt». In Willisau traten nicht nur unzählige afro-amerikanische Jazzkoryphäen auf, sondern auch so gut wie alle legendären Persönlichkeiten des südafrikanischen Jazz, unter ihnen Abdullah Ibrahim, Dudu Pukwana, Johnny Dyani, Louis Moholo, Makaya Nthsoko und Chris McGregor. Früher flüchteten die meisten südafrikanischen Musiker vor der Apartheid ins Exil. Die neue Generation hat dagegen ihren Lebensmittelpunkt zumeist in ihrer angestammten Heimat, pflegt aber einen regen Austausch mit diversen Jazzszenen, die weiter nördlich angesiedelt sind.
Die Rainmakers sind ein Paradebeispiel für diesen fruchtbaren Austausch zwischen Nord und Süd: Der Bandleader Bänz Oester und Ganesh Geymeier (Tenorsax) kommen aus der Schweiz, der Pianist Afrika Mkhize und der Schlagzeuger Ayanda Sikade zählen zu den neuen Überfliegern aus Südafrika. Zu viert bilden sie eine verschworene Einheit, die sich durch nichts und niemanden auseinanderdividieren lässt. Mit anderen Worten: Wir haben es mit einer Formation zu tun, in der die individuelle Klasse aller Beteiligten nicht in egozentrischer Manier zur Schau gestellt wird, sondern in kollektive Energie umgewandelt wird.
Oester, der eine langjährige Faszination für die überaus reiche Musikkultur Afrikas hegt, sagt es so: «Ich will auf Augenhöhe mit den anderen Musikern kommunizieren. Dafür ist eine gewisse Haltung nötig, die kein Hierarchiedenken verträgt. Mir geht es darum, Grenzen zu sprengen. Ich schreibe niemandem etwas vor – die Musik wird gemeinsam entwickelt.» Und zwar entlang einer Hochspannungsleitung zwischen Nord und Süd.

Ort der Veranstaltung

Bunker Ulmenwall
Kreuzstraße
33602 Bielefeld
Deutschland
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Im ehemaligen Sanitätsbunker haben sich nach den 50er-Jahren Jugendgruppen eingerichtet. Mittlerweile geht hier bei Konzerten der Punk ab und Jugendliche werden im Bunker Ulmenwall an jede Art Kultur herangeführt.

Als Schutz vor drohenden Luftangriffen wurde der gepanzerte Bunker 1939 erbaut. Später hielten dann die Pfadfindern oder der CVJM hier Einzug, bis sich hier auch Jazzabende feiern ließen und der Bunker letztendlich als Studentenclub lief. Mit einem umfassenden musikpädagogischen Konzept und vielen Veranstaltungen und Konzerten wird der Bunker Ulmenwall heute als soziokulturelles Zentrum betrieben.

Mit seinem Schwerpunkt, der jazz- und popularmusikalischen Jugendarbeit, ist der Bunker Ulmenwall auch überregional anerkannt. Durch die verschiedensten Konzerte werden Kinder und Jugendliche mit allen möglichen Genres vertraut gemacht: Sogar Grace Kelly trat hier schon auf. 2013 wurde der Bunker mit dem deutschen Spielstättenpreis für seine Programmarbeit ausgezeichnet.