4. AbteiKirchenKonzert: Si tres grant melodie: Machaut und die Könige von Zypern

Trio Mediaeval (Norwegen); John Potter (York/GB)  

Kirchplatz
67697 Otterberg

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Event organiser: Stadt Otterberg, Hauptstraße 27, 67697 Otterberg, Deutschland

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Die Konzerte mit Musik des Mittelalters sind immer ein ganz besonderer Höhepunkt der Otterberger AbteiKirchenKonzerte, die in diesem Jahr das Eröffnungskonzert zum 20. Jubiläum der Konzertreihe „Via Mediaeval“ präsentieren.

Das als Codex Turin J.II.9 bekannte Manuskript ist eine der bedeutendsten und zugleich mysteriösesten Quellen für Polyphonie und Choräle des späten 14. Jahrhunderts. Bekannt ist, dass das Manuskript für den Hof von König Janus von Zypern (1398 bis 1432) in Nikosia zusammengestellt wurde. Wer aber die Urheber waren und wie diese formvollendete französische Musik nach Zypern gelangen konnte, ist eines der großen Rätsel der Musikgeschichte. Erstaunlich sind an der Sammlung unter anderem einige Stücke, die von Guillaume de Machaut beeinflusst zu sein scheinen, der jedoch schon 1377 gestorben war und Zypern nach heutigem Kenntnisstand nie bereist hatte.

Das Programm mit geistlicher Musik vereint Werke dieses außergewöhnlichen und möglicherweise von Machaut inspirierten zyprisch-französischen Repertoires mit anderen Werken des Komponisten.

Das 1997 in Oslo gegründete Trio Mediaeval hat, auch wenn es darüber hinaus seit einigen Jahren in der Renaissance-Musik und im Jazz zu Hause ist, seine Wurzeln in der Musik des Mittelalters und kann mit einer Reihe von beispielgebenden CD-Aufnahmen dieser Musik aufwarten. In der einmaligen Quartett-Formation mit Tenor John Potter musizieren sie gemeinsam mit dem ehemaligen Yorker Universitäts-Lehrer von Anna Maria Friman, der künstlerischen Leitung des Ensembles.

Das Konzert ist ein Kooperations-Konzert mit der Kultursommer-Reihe
„Via Mediaeval 2019“ – Musik und Räume des Mittelalters

Location

Abteikirche Otterberg
Kirchplatz / Hauptstr. 62
67697 Otterberg
Germany
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Abgeschieden im Otterbacher Tal liegt der zweitgrößte Sakralbau und die größte Klosterkirche der Pfalz: Die Abteikirche Otterberg besticht durch ihre ornamentale Strenge und klaren Linien und ist eines der besterhaltenen Sakralgebäude ihrer Zeit.

1143 wurde die Zisterzienserabtei in Otterberg als Tochter des Klosters Eberbach gegründet. Nur ein Jahrhundert später fand die Kirchenweihe statt: Das kreuzförmige Gotteshaus hat schon damals die Vorstellungen eines Bauvorhabens fast gesprengt und ist auch heute noch überaus beeindruckend. Im 15. Jahrhundert folgte dann der Niedergang des Klosters. Nach Brandschatzung und Raubüberfällen sahen sich die Mönche gezwungen, den Orden aufzugeben, die Klostergebäude wurden als Steinbruch genutzt. Einziges Überbleibsel ist der 1925 freigelegte Kapitelsaal, der direkt neben der Abteikirche besichtigt werden kann und den Mönchen als Versammlungsraum diente.

Seit 1707 ist die Abteikirche Otterberg eine Simultankirche. Evangelische und katholische Christen nutzen das Gotteshaus gemeinsam, wobei es oft zu Streitigkeiten kam. Aus diesem Grund wurde die Schied-Mauer, eine Trennwand zwischen Lang- und Querhaus eingezogen, die die beiden Kirchenräume voneinander trennte. Erst 1978, nach fast 200 Jahren, wurde diese Trennmauer wieder abgetragen, seitdem nutzen Christen die Kirche gemeinsam und sind ein Vorreiter für die Ökumene in der Pfalz.