Wendisch-deutsche Doppelkirche

Kirchplatz, 03226 Vetschau/Spreewald, Deutschland Route planen

Mit der Wendisch-Deutschen Doppelkirche findet sich einer der wohl interessantesten Kirchenbauten in Vetschau im Spreewald. Während die deutsche Kirche auch heute noch der Gemeinde für Gottesdienste dient, ist die wendische Kirche zu einem kulturellen Begegnungsort geworden, der Ausstellungen oder Konzerten einen außergewöhnlichen Rahmen gibt.

Vetschau ist eine der ältesten Siedlungen in der Lausitz und schon lange Wohnort zahlreicher Wenden, derjenigen Westslawen, die nach dem siebten Jahrhundert Teile Nord- und Ostdeutschlands bewohnten. Schon seit dem 13. Jahrhundert hatten sie als Gemeinde ihre eigene Kirche, die 1650 durch die heutige ersetzt wurde. Auf den Fundamenten der abgebrannten Feldsteinkirche errichtete man die imposante Backsteinkirche, an deren nördlicher Seite die Schlosskapelle entstand. Gottesdienste, eigentlich in wendischer Sprache, wurden in Ausnahmefällen auch in Deutsch abgehalten. Nachdem der Anteil der deutschen Bevölkerung Vetschaus Ende des 17. Jahrhunderts stark zunahm, wurde anstelle der Schlosskapelle die Deutsche Kirche gebaut. Beide Kirchen sind durch die Sakristei und den gemeinsamen Kirchturm miteinander verbunden und symbolisieren so auch das friedliche Miteinander verschiedener Nationen, Kulturen und Sprachen, vereint durch eine gemeinsame Religion.

Während die Wendische Kirche in ihrer Ausstattung neoklassizistisch ausgerichtet ist, präsentiert sich das Deutsche Gotteshaus im prächtigeren Stil des Spätbarock. Innerhalb der Feldsteinkirche der Wenden finden sich noch zwei erhaltene Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Interieur der Deutschen Kirche stammt im Gegensatz dazu noch aus ihrer Erbauungszeit und beinhaltet unter anderem einen spätgotischen Taufstein, sowie einen Opferkasten aus dem Jahr 1645.

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