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Tickets - Karten Max Goldt
Einen notorisch friedfertigen Menschen wie Max Goldt bringt kaum etwas auf die Palme, von der unaufhaltsamen Verlotterung von Syntax und Wortschatz einmal abgesehen. Schon vor Jahren habe er milde körperliche Strafen für Leute gefordert, die keinen Satz ohne «im Endeffekt» zuwege brächten, aber nichts sei geschehen.
Nun schlägt er mit den Waffen zurück, über die er gebietet wie kein Zweiter. Das Buch von Zimbo, Max Goldts neue Kolumnensammlung, liest sich wie ein Crashkurs im Umgang mit «sprachlichem Ungeziefer», und ist doch, Satz für Satz, großartige Unterhaltung.
Wem man hier nicht alles begegnet! Einer rätselhaften barbusigen Knochengräberin auf dem Berliner Matthäus-Friedhof. «Es kann doch nicht einfach jede verwirrte Transgender-Exhibitionistin Knochen ausgraben und mit nach Hause nehmen! Womöglich sind es ja die Knochen der Gebrüder Grimm, die das Weib an gierige japanische Germanisten zu verkaufen beabsichtigt?»
Dann laufen wir einem Trupp beachtlich alkoholisierter Frauen auf den Straßen Glasgows in die Arme: «Sie amüsierten mich und rührten mich auch etwas, diese erzdummen, mopsfidelen, übersexualisierten und irgendwie auch lieben jungen Schachteln.»

