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Bild: KMPFSPRT
 
 

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Punk-Schublade auf, Band rein, Schublade zu. 2016 taugen bestenfalls die abgegriffenen Blaupausen für die alten Kategorien, denn die meisten Bands haben sich schon lange aus ihren starren Korsetts befreit. So auch die Kölner KMPFSPRT, die ihrem Unmut über die Oberflächlichkeit der MainstreamGesellschaft mittlerweile eingängiger, aber deshalb noch lange nicht leiser mit ihrem (Post-) Hardcore/Punk Gehör verschaffen. Auf dem im Sommer 2015 zusammen mit Sebastian Blaschke (u.a. Sondaschule, Montreal) im Gotteswegstudio A in Köln produzierten, zweiten Album „Intervention“ steht ein deutlich melodischeres und aufgeräumtes Songwriting im Fokus, ohne dabei die Konsequenz aus dem Auge zu verlieren, für die KMPFSPRT geschätzt werden.

Songs wie „Intervention“, „Lichter“ oder „Samstagabendtodeskampf“ haben die Härte, die man von ihnen erwartet, während Songs wie „Ich hör‘ die Single nicht“, „2014 24/7“ und speziell „Wir bleiben wach“ für Überraschungen sorgen. Gitarrist David Schumann über das Album: „Für mich ist ‘Intervention‘ der größte Schritt, den wir mit KMPFSPRT bisher gegangen sind. Der Mut zur Melodie, ohne die punkige Auf-die-FresseAttitüde zu vernachlässigen, ist wahrscheinlich das entscheidende Kern-Element. Ich glaube, KMPFSPRT klangen nie klarer, direkter und dringlicher." Ihre Texte sind nicht nur kritisch und entschieden, sondern auch positiv und kommen bisweilen mit einem charmanten Augenzwinkern. Grundsätzlich positionieren sie sich gegen jede Form von Rassismus, Nationalismus und Hass, stattdessen sprechen sie sich für eine offene, solidarische Gesellschaft ohne Grenzen, Mauern und Ungerechtigkeit aus. Persönliche Themen wie das Älterwerden innerhalb einer Szene und Jugendkultur streifen die vier Kölner dabei genauso wie ein niemals aus der Mode kommendes – ihre Liebe zur Musik, welche die Musiker schon in ihren früheren Bands auszeichnete.

Mit Nico van Hamme, der die Position am Schlagzeug von Max Schreiber übernahm, nachdem sich dieser auf ein Leben außerhalb der Musik konzentrieren wollte, begrüßten KMPFSPRT 2015 einen alten Weggefährten, mit dem der Rest der Band nicht nur lange befreundet ist, sondern auch in verschiedenen anderen Konstellationen Musik gemacht hat. Der Rest der (Vor-) Bandgeschichte ist gespickt mit zum einen zahlreichen und inzwischen bekannten Anekdoten wie Gitarrist Davids kuriose Karriere als Model in Japan und als Buchautor, zum anderen mit unzähligen Tourneen und Shows u.a. zusammen mit Casper, Jennifer Rostock, Donots, A Wilhelm Scream, Saves The Day oder ihren Labelkollegen und Freunden Marathonmann sowie zuletzt im Herbst 2015 mit Adam Angst. Darüber hinaus brauchte es nicht lange, bis die 2011 gegründete Band auf hochkarätigen Festivals wie dem Melt!, Greenville, Deichbrand, Serengeti, Open Flair, Bochum Total oder Reeperbahn Festival zu sehen war. Mit „Intervention“ schlagen KMPFSPRT ein neues Kapitel auf und lassen die verschlissenen Blaupausen dort ruhen, wo sie am besten aufgehoben sind: in den alten Genreschubladen.


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